Wegen Evil Morty reden Fans wieder intensiv über Rick and Morty

Evil Morty ist zurück, und Rick hat keine Wahl mehr. Showrunner Dan Harmon war von der Staffel-9-Premiere nach eigenen Angaben besonders begeistert, was selten so deutlich kommuniziert wird. Dass ausgerechnet Zwang die interessanteste Rick-Dynamik seit Jahren liefert, hätte kaum jemand erwartet.
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Erpressung als Serienkonzept für Staffel 9
Die Staffel-9-Premiere trägt den Titel 'There's Something About Morty (Harry Belden)' und setzt sofort einen klaren Ton: Evil Morty hat Rick (Ian Cardoni) mit dem sogenannten Omega-Gerät in der Hand und droht damit, die gesamte Smith-Familie aus allen Multiversen zu löschen. Rick geht die Abenteuer nicht freiwillig mit, wie Harry Belden, der Sprecher beider Morty-Versionen, im Interview betonte: Rick unternimmt das definitiv nicht aus eigenem Antrieb.
Trotz des Zwangs sieht Belden in der Konstellation auch eine unerwartete Qualität für Rick. Er habe in Evil Morty jemanden gefunden, mit dem er Theorien austauschen und über Wissenschaft reden könne, wie er es mit niemandem sonst könne, nicht einmal mit einem anderen Rick. Das macht die Dynamik zwischen den beiden zu etwas, das weit über einfache Feindschaft hinausgeht.
In der Folge stellen sich Rick und Evil Morty gemeinsam einer gottgleichen Schwarmgeist-Entität, die in ihrer Bedrohlichkeit an kosmische Marvel-Schurken erinnert. Rick gewinnt schließlich die Oberhand, woraufhin Evil Morty von den vierdimensionalen Wesen ins Zeitgefängnis geschickt wird.
Dan Harmons Vision: Ein Q für Rick
Das Konzept hinter Evil Mortys Rückkehr geht auf Dan Harmon persönlich zurück. Showrunner Scott Marder erklärte, Harmon habe eine Figur gesucht, die als chaotischer Gegenpol zu Rick fungieren könne, vergleichbar mit dem Charakter Q aus Star Trek. Executive Producer Albro Lundy brachte dann die Idee ins Spiel, dass Evil Morty genau diese Rolle übernehmen könnte.
Marder fasste es so zusammen: 'Er hält quasi alle Karten. Er bewegt sich in einer Sphäre, in der nur sehr wenige Rick wirklich unter Druck setzen können.' Diese Prämisse habe dem Team gezeigt, in welche Richtung die gesamte Staffel gehen könnte. Die Premiere sei außerdem eine gewesen, über die Harmon besonders begeistert war.
Marder betonte zudem, sein übergeordnetes Ziel bleibe dasselbe: jedem Fan ein bisschen von allem zu geben, was er an der Serie liebt. Evil Mortys Rückkehr soll dabei kein reiner Fan-Service sein, sondern eine erzählerische Notwendigkeit, die neue Türen öffnet.
Belden über das Spiel gegen sich selbst
Harry Belden spricht beide Morty-Versionen und beschreibt Evil Morty als willkommene Abwechslung. Wo der Morty aus dem Hauptuniversum oft unsicher und zögerlich agiert, ist Evil Morty klar, berechnend und zielstrebig. Belden nannte es 'so eine coole Dynamik', die in Staffel 7 bereits angedeutet wurde, und bezeichnete die Rückkehr in Staffel 9 als echtes Geschenk.
Rick empfinde gegenüber Evil Morty eine Art widerwilligen Respekt, so Belden, und dieser Respekt gehe in beide Richtungen. Die Beziehung sei eine andere Art von Verbindung als die zwischen Rick und dem regulären Morty. Belden äußerte außerdem den Wunsch nach Rückblenden-Episoden, die zeigen, was die beiden in der unbekannten Zeit vor der Premiere gemeinsam erlebt haben.
Das Spielen gegen sich selbst stelle ihn vor besondere Herausforderungen, die er aber sichtlich genießt. Spencer Grammer lobte Beldens Leistung ausdrücklich und betonte, wie überzeugend die Unterschiede zwischen den beiden Charakteren trotz derselben Stimme herausgearbeitet seien.
Grammer will mehr Szenen mit Evil Morty
Spencer Grammer, die Sprecherin von Summer (Spencer Grammer) Smith, wünschte sich im Interview offen mehr Auftritte mit Evil Morty. Sie ist überzeugt, dass Summer und Evil Morty sich gut verstehen würden, obwohl Summer dessen Einmischung in das Familienleben nervt. Die Premiere bezeichnete Grammer als eine der verrücktesten Folgen, die sie je aufgenommen habe.
Die Aufnahmen hätten sehr lange gedauert und mussten mehrfach wiederholt werden, um die verschiedenen Realitätsebenen schlüssig klingen zu lassen. Inhaltlich hob Grammer hervor, dass die Premiere 'im Grunde ein Arkham Asylum voller Bösewichte' öffne, da Evil Morty am Ende ins Zeitgefängnis geworfen wird, wo offenbar eine Vielzahl gefährlicher Figuren eingesperrt sind.
Grammer scherzte, sie stelle sich Evil Mortys mögliche Zukunft wie eine Version von 'Die Verurteilten' vor: der Charakter, der sich mit einem Löffel durch die Mauern des Zeitgefängnisses gräbt, um seine Freiheit zurückzugewinnen. Gleichzeitig betonte sie, dass Ricks Überlegenheit am Ende der Folge zeige, warum sie die Figur so sehr liebe: Er plant immer einen Schritt weiter als alle anderen.
Pläne bis Staffel 12 bereits in Arbeit
Ob Evil Morty dauerhaft aus der Serie verschwunden ist, ließ Showrunner Scott Marder bewusst offen. Die Produktion arbeite bereits so weit voraus, dass man sich bis Staffel 12 in der Entwicklung befinde. Marder sagte kryptisch, er habe den Luxus, den Zuschauern weit voraus zu sein, und es gebe Pläne für alle möglichen Dinge.
Evil Morty war zuletzt in der Staffel-7-Episode 'Unmortricken' zu sehen, in der seine dunkle Vergangenheit enthüllt wurde. Er stahl das Omega-Gerät und zog sich hinter die sogenannte Zentrale Finite Kurve zurück, um in Ruhe gelassen zu werden. Dass er nun Rick aktiv erpresst, um Abenteuer mit ihm zu erleben, deutet auf eine grundlegende Veränderung in seiner Psyche hin.
Thematisch fügt sich das nahtlos in eines der zentralen Motive der Serie ein: die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Rick und Morty. Auch Evil Morty scheint, trotz aller Macht und Unabhängigkeit, einen Rick in seinem Leben zu brauchen. Das Zeitgefängnis und seine Insassen bieten der Serie zudem reichlich Material für neue Handlungsstränge in kommenden Staffeln.
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Bis Staffel 12 geplant: Rick and Morty hat noch lange nicht genug
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Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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