Wegen Edward Bluemel reden jetzt wieder alle über Pif et Hercule

Ausgerechnet Liverpool wird zum London des jungen Poirot. Die sechsteilige BritBox-Serie 'Hercule' mit Edward Bluemel dreht ab diesem Sommer in der Hafenstadt. Dass Agatha Christies Belgier so weit von seinem Londoner Stammrevier entfernt zum Leben erwacht, hätte kaum jemand erwartet.
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Poirots Anfänge im Mittelpunkt
Hercule Poirot zählt zu den bekanntesten Detektiven der Literaturgeschichte. Seit seinem Debüt in 'The Mysterious Affair at Styles' im Jahr 1920 hat der belgische Ermittler 33 Romane, 50 Kurzgeschichten, mehr als 15 Kinofilme und zahlreiche Serienadaptionen inspiriert. Nun widmet sich 'Hercule' einem Kapitel, das bislang kaum beleuchtet wurde: den Anfangsjahren in London.
Die Serie zeigt Poirot als ehemaligen belgischen Polizeibeamten, der während des Ersten Weltkriegs als Flüchtling nach England kam. Statt des erfahrenen, weltberühmten Ermittlers steht ein Mann im Mittelpunkt, der sich erst beweisen muss. BritBox-Contentchef Jon Farrar beschreibt das Projekt als 'ehrgeizige Neuinterpretation einer von Christies größten Schöpfungen'.
Das offizielle Serien-Logline fasst den Anspruch präzise zusammen: 'Die Serie ist eine intime Studie über Hercule als Mensch und ein episches Porträt Großbritanniens zwischen den Kriegen.' Drei von Agatha Christies bekanntesten Geschichten dienen als Vorlage, ergänzt durch die sich entwickelnde Freundschaft mit Captain Arthur Hastings und frühe Begegnungen mit Scotland-Yard-Inspektor James Japp.
Edward Bluemel als junger Poirot
Edward Bluemel übernimmt die Rolle des jungen Hercule Poirot. Der Schauspieler ist einem breiten Publikum durch Serien wie 'Killing Eve', 'A Discovery of Witches', 'My Lady Jane' und 'Sex Education' bekannt. Mit 'Hercule' betritt er nun eine Rolle, die vor ihm unter anderem David Suchet, Peter Ustinov, John Malkovich und Kenneth Branagh prägten.
Bluemel selbst zeigte sich in einer Stellungnahme bewusst über das Gewicht dieser Aufgabe: 'Ich fühle mich sehr glücklich, dass mir ein so ikonischer Charakter anvertraut wurde, der von so vielen großartigen Schauspielern verkörpert wurde. Ich kann es kaum erwarten, Hercules Erbe fortzuführen.'
James Prichard, ausführender Produzent bei Agatha Christie Limited und Urenkel der Autorin, betonte die Kontinuität: 'Mein Vater hatte das Privileg, fast 25 Jahre lang mit David Suchet zusammenzuarbeiten, und ich habe nun das Glück, die brillanten Geschichten meiner Urgroßmutter einer neuen Generation von Zuschauern zugänglich machen zu können.' Bluemel, so Prichard, werde 'eine großartige Ergänzung der langen Reihe von Schauspielern sein, die diese gefeierte Figur verkörpert haben'.
Produktion und Drehstart in Liverpool
Die sechsteilige Serie wird in Liverpool gedreht, die Dreharbeiten sollen noch in diesem Sommer 2026 beginnen. Die Besetzung ist noch nicht abgeschlossen; weitere Schauspielerinnen und Schauspieler werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
Hinter der Kamera verantwortet Benji Walters das Drehbuch. Als ausführende Produzenten fungieren Walters gemeinsam mit Regisseur Jonny Campbell, James Prichard für Agatha Christie Limited sowie Rebecca Durbin und Damien Timmer für Mammoth Screen. Mammoth Screen ist Teil von ITV Studios und produziert die Serie gemeinsam mit Agatha Christie Limited für BritBox North America und die BBC.
Den weltweiten Vertrieb übernimmt Fifth Season. Für den deutschsprachigen Raum steht eine Ausstrahlung bislang nicht fest; ein konkretes Startdatum für DACH-Länder wurde noch nicht kommuniziert.
Poirots Welt: Hastings, Japp und ein Nemesis
Die Serie beschränkt sich nicht auf Kriminalfälle. Zentral ist auch die Entstehung jener Beziehungen, die Poirot später ausmachen: die wachsende Freundschaft mit Captain Arthur Hastings und die ersten Kontakte mit Scotland-Yard-Inspektor James Japp. Beide Figuren gehören zu Poirots engsten Vertrauten in Agatha Christies Romanwelt.
Darüber hinaus kündigt das offizielle Logline die Einführung eines bestimmten Feindes an, ohne diesen namentlich zu nennen. Dieser narrative Kniff deutet darauf hin, dass 'Hercule' von Beginn an auf eine längere Geschichte angelegt ist, die über die drei adaptierten Christie-Vorlagen hinausgeht.
Jon Farrar formulierte den Anspruch des Projekts so: 'Wir haben die Gelegenheit, ein faszinierendes neues Kapitel in Hercule Poirots Leben zu erkunden und einem Charakter, den das Publikum zu kennen glaubt, eine frische Perspektive zu geben.' Die Serie soll Nordamerika und darüber hinaus ein Publikum ansprechen, das Poirot neu entdecken soll.
Agatha Christies Erbe auf dem Bildschirm
Agatha Christie schuf Poirot als Figur, die das 20. Jahrhundert durchzieht. Seit 1920 erschienen 33 Romane und 50 Kurzgeschichten mit dem belgischen Detektiv, dazu kommen mehr als 15 Verfilmungen und Dutzende Fernsehproduktionen. David Suchet spielte die Rolle in der britischen ITV-Serie über mehr als zwei Jahrzehnte und gilt vielen als die definitive Interpretation.
Kenneth Branagh brachte Poirot zuletzt für das Kino zurück, unter anderem in 'Death on the Nile' und 'A Haunting in Venice'. Mit 'Hercule' schlägt BritBox nun einen anderen Weg ein: keine bereits bekannten Fälle in neuer Optik, sondern eine Ursprungsgeschichte, die Christies Texte als Ausgangspunkt nimmt, ohne sich ausschließlich an sie zu binden.
Für Agatha Christie Limited ist das Projekt Teil einer Strategie, das Werk der Autorin lebendig zu halten. Prichard betonte, dass Drehbuchautor Benji Walters mit 'durchdachten Skripten' die Grundlage für eine Serie lege, die sowohl treuen Christie-Fans als auch einem neuen Publikum gerecht werden soll.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
Alle Artikel von EmmaEmma hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.
