Was viele über Tommy Harr nicht wissen, lange vor Dr. House

Zwei Wochen Vorlauf, zehn Schrottimmobilien gesucht: So knapp war der Start. A&E schickte Tommy Harr ein 15-köpfiges Filmteam nach Columbus, bevor er überhaupt vorbereitet war. Drei Jahre Entwicklung, dann plötzlich Vollgas.
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Drei Jahre Vorbereitung, zwei Wochen Vorlauf
Zombie House Flipping: Family Business war knapp drei Jahre in der Entwicklung, bevor die Kameras tatsächlich rollten. Tommy Harr lernte einen früheren A&E-Manager über eine Unternehmergruppe namens Family Mastermind in Tampa kennen. Nach einem zufälligen Gespräch und dem gegenseitigen Folgen auf Instagram sagte der Mann ein Jahr später: 'Ich glaube, du hast das Potenzial für eine TV-Show.' Ein weiteres Jahr später war die Sendung Realität.
Der Vorlauf zur Produktion selbst war allerdings extrem knapp. Harr erhielt den Startschuss nur zwei Wochen bevor ein 15-köpfiges Filmteam nach Columbus, Ohio einflog. In dieser Zeit musste er zehn stark verfallene Objekte aufspüren, die als Drehorte taugten. Sechs Monate lang wurde danach alles festgehalten, was die Familie tat.
Harr beschreibt die Anfangsphase als erschütternd für alle Beteiligten. Die Familie hatte das Projekt zunächst als unwahrscheinliche Chance betrachtet und kaum damit gerechnet, dass es wirklich passieren würde. Umso größer war der Schock, als der Auftrag tatsächlich kam.
Ein Familienbetrieb mit klaren Rollen
Das Konzept der Sendung basiert auf einer echten, über Jahre gewachsenen Arbeitsteilung. Vater Chris ist seit 25 Jahren Hausinspektor und arbeitete bereits in Tommys Kindheit in der Immobilienpflege für Banken. Tommy selbst begann als Teenager in den Sommerferien für ihn zu arbeiten und stieg nach dem Studium als Vollzeit-Inspektor ein.
Mutter Katie übernahm auf Tommys Drängen hin eine Lizenz als Maklerin und Designerin, obwohl sie seinen Plänen damals skeptisch gegenüberstand. Bruder Jake arbeitet ebenfalls als Inspektor, während der jüngere Will gerade eine Ausbildung zum Projektleiter durchläuft. Harr sagt über seine Mutter: 'Sie ist ein Energiebündel. Sie ist glücklich, intensiv, direkt und macht Spaß.' Er tippt sie als den TV-Durchbruch der Familie.
Die Zusammenarbeit entstand schrittweise über mehr als ein Jahrzehnt. Heute treffen sich alle Familienmitglieder fast täglich, sonntags gibt es ein gemeinsames Abendessen bei den Eltern mit Kartenspielen wie Euchre und Yahtzee. Geschäftliches bleibt dabei weitgehend außen vor.
Häuser ohne Dächer und extreme Schäden
Die Objekte in der Serie setzen neue Maßstäbe für den Begriff 'Renovierungsbedarf'. Ein Haus hatte nach einem Brandschaden am 4. Juli überhaupt kein Dach mehr, als Harr es kaufte. Andere Objekte hatten Anbauten, die auf bloßen Terrassen standen, oder massive Schimmel- und Feuchtigkeitsprobleme.
Dazu kamen Häuser mit extremem Ungeziefer, Messie-Haushalten und Konstruktionen, die vollständig abgerissen und neu aufgebaut werden mussten. Columbus bietet dafür ein breites Spektrum: Die Stadt verfügt über Gebäude aus der Zeit um 1800 bis hin zu Neubauten aus dem Jahr 2020, was architektonische Vielfalt, aber auch hundert Jahre alte Bauprobleme mit sich bringt.
Harr betont, dass der Markt in Columbus trotz oder gerade wegen dieser Herausforderungen attraktiv ist. Die Stadt gilt als unterschätztes Zentrum mit wachsender Nachfrage. Dolmar Cross, bekannt aus dem Tampa-Ableger des Zombie-House-Flipping-Formats, half Harr dabei, sich in der neuen Welt des Reality-TV zurechtzufinden.
Kameras, Konflikte und Familiendynamik
Tommy Harr ist durch seine aktive Präsenz in sozialen Netzwerken an Kameraarbeit gewöhnt. Für den Rest der Familie war die Situation zunächst befremdlich. Die Brüder Jake und Will wuchsen zwar mit Smartphones auf, Eltern Chris und Katie hatten jedoch kaum Erfahrung vor der Kamera. Harr beschreibt die ersten Wochen als 'ein bisschen beängstigend'.
Konflikte fehlen in der Serie nicht. Zwischen Tommy und seinen Brüdern sowie zwischen Tommy und Mutter Katie kommt es zu Auseinandersetzungen. Vater Chris hingegen hält sich aus Streitereien heraus und sorgt eher für Auflockerung. Harr beschreibt seine Eltern als Gegensatzpaar: Während Katie direkt und laut sagt, was sie denkt, bleibt Chris im Hintergrund und reißt Witze.
Trotz gelegentlicher Reibungen überwiegt nach Harrs Aussage das Positive. Das Projekt habe der Familie gezeigt, wie viel Zeit sie miteinander verbringen können. Alle Beteiligten seien am Ende stolz auf das Ergebnis.
Wettbewerb wächst, Vorsprung bleibt
Reality-Sendungen über Hausrenovierungen haben den Immobilienmarkt spürbar verändert. Harr räumt ein, dass Shows wie seine den Wettbewerb verschärfen, weil mehr Menschen den Einstieg wagen. Gleichzeitig sieht er darin seinen eigenen Vorteil: Die meisten Konkurrenten arbeiten allein oder zu zweit, ohne die fachliche Tiefe, die seine Familie mitbringt.
25 Jahre Inspektionserfahrung von Vater Chris geben dem Team ein Sicherheitsnetz, das andere Investoren nicht haben. Das erlaubt es, Objekte anzugehen, vor denen andere zurückschrecken. Harr sieht das als Kern seines Geschäftsmodells: nicht trotz der schlechten Häuser erfolgreich sein, sondern wegen der Fähigkeit, sie zu beurteilen.
Zum Abschluss der Dreharbeiten organisierte die Familie eine Premierenparty in Columbus, zu der auch die beteiligten Handwerker eingeladen wurden. Für Harr steht das Projekt für mehr als eine TV-Karriere: Vor zehn Jahren hielt seine Mutter seine Pläne für verrückt. Heute dreht die Familie eine Serie über genau diese Pläne.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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