Warum The Testaments mehr als eine Miniserie sein will

Ob Gilead eine zweite Staffel bekommt, weiß noch niemand. Klar ist: The Testaments wurde nie als abgeschlossene Miniserie geplant, und das Team um Ann Dowd und Chase Infiniti dreht auf Disney+ auf mehr als eine Runde. Was das für Agnes und die neue Generation in Gilead bedeutet, hängt jetzt an einer Entscheidung.
Artikel-Inhalt
Staffel 2: Was bisher bekannt ist
Eine offizielle Verlängerung von The Testaments für eine zweite Staffel gibt es zum Stand des 8. Mai 2026 noch nicht. Das Produktionsteam hat sich bislang nicht öffentlich zu weiteren Staffeln geäußert.
Entscheidend ist jedoch, was die Serie ausdrücklich nicht ist: Sie wurde nie als abgeschlossene Miniserie angekündigt. Das lässt darauf schließen, dass die Macher, dieselben kreativen Köpfe hinter The Handmaid's Tale, langfristig planen.
Die erste Staffel umfasst insgesamt zehn Folgen und startete am 27. Mai bei Disney+ in Deutschland. Wie sich die Zuschauerzahlen auf eine Verlängerungsentscheidung auswirken, bleibt abzuwarten.
Worum geht es in der Serie?
The Testaments spielt etwa vier Jahre nach dem Finale von The Handmaid's Tale und erzählt eine Coming-of-Age-Geschichte über eine neue Generation junger Frauen in Gilead. Im Mittelpunkt stehen zwei sehr unterschiedliche Protagonistinnen: Agnes und Daisy.
Agnes, gespielt von Chase Infiniti, ist in Wirklichkeit Hannah, die Tochter von June (Elisabeth Moss) und Luke (O-T Fagbenle). Gilead entführte sie als Kind, und sie hat keinerlei Erinnerungen an ihr früheres Leben. Rowan Blanchard verkörpert Daisy, die undercover in Gilead operiert.
In Folge 3 wird Daisys Vergangenheit in Toronto beleuchtet: Ihre Eltern wurden von Gilead ermordet, woraufhin sie June trifft und sich der Widerstandsbewegung Mayday anschließt. Ihr Handler in Gilead ist Garth, gespielt von Brad Alexander, der zufällig auch der Wächter ist, in den Agnes sich verliebt hat, ohne zu ahnen, dass er für den Widerstand arbeitet.
Aunt Lydias Ursprungsgeschichte enthüllt
Folge 6 liefert eine der aufschlussreichsten Rückblenden der Staffel: Sie zeigt, wie Aunt Lydia, verkörpert von Ann Dowd, zur Architektin des Tanten-Systems in Gilead wurde.
Lydia und Aunt Vidala (Mabel Li), gespielt von Mabel Li, kannten sich bereits als Kolleginnen vor Gilead. Um ihre Loyalität gegenüber dem Regime zu beweisen, musste Lydia Vidala, damals noch unter dem Namen Vivian bekannt, erschießen.
Was beide nicht wussten: Die Waffe war nicht geladen. Diese Szene wirft ein neues Licht auf Lydias komplexe Persönlichkeit und erklärt, wie tief das Misstrauen innerhalb des Regimes verwurzelt ist.
Der Cast im Überblick
Neben Ann Dowd als Aunt Lydia und Elisabeth Moss als June übernehmen Chase Infiniti und Lucy Halliday zentrale Rollen in der jungen Generation der Geschichte. Mattea Conforti und Amy Seimetz ergänzen das Ensemble.
O-T Fagbenle kehrt als Luke zurück, während Brad Alexander als Garth eine Schlüsselrolle im Spannungsfeld zwischen Widerstand und Gilead einnimmt. Mabel Li gibt als Aunt Vidala dem Machtkampf unter den Tanten ein Gesicht.
Die Besetzung verbindet bekannte Gesichter aus The Handmaid's Tale mit frischen Talenten, was der Serie eine eigene Identität verleiht, ohne den Anschluss an die Mutterserie zu verlieren.
Wie geht es mit der Serie weiter?
Solange keine offizielle Entscheidung über Staffel 2 gefallen ist, bleibt die Zukunft von The Testaments offen. Dass die Serie nicht als abgeschlossenes Format konzipiert wurde, stimmt vorsichtig optimistisch.
Margaret Atwoods gleichnamiger Roman, auf dem die Serie basiert, bietet genug erzählerischen Stoff für weitere Staffeln. Die erste Staffel endet mit zehn Episoden, die viele Handlungsstränge aufbauen, ohne sie vollständig abzuschließen.
Fans in Deutschland können die Serie vollständig bei Disney+ verfolgen und müssen sich auf das Ergebnis der Verlängerungsentscheidung gedulden. Ein konkretes Datum für eine mögliche Ankündigung steht noch aus.
Mehr zu „The Testaments"

The Testaments startet dort, wo The Handmaid's Tale aufgehört hat
Kein Theaterfilm, keine Serienrolle, und trotzdem plötzlich Oscar-Kino. Chase Infiniti hatte vor 'The Testaments' genau einen Serienkredit vorzuweisen, in 'Presumed Innocent' bei Apple TV+. Dass sie nebenbei in einem Paul Thomas Anderson-Film mitspielte, erfuhr das gesamte Set erst durch einen Kinotrailer.

Warum The Testaments gerade einen ganz anderen Nerv trifft
Selbst Carrie Coon kämpft noch um Rollen: Nummer vier auf der Liste. The Testaments versammelt Stars wie Claire Danes und Sarah Pidgeon, die offen über Unsicherheit in der Branche sprechen. Das trifft einen Nerv, weil die Serie zeigt, was hinter glänzenden Fassaden steckt.

Heirat statt Hinrichtung: The Testaments wählt das grausamere Ende
Becka wird mit Commander Garth verheiratet, ihre Mutter wird stattdessen ermordet. Das Staffelfinale von The Testaments, inszeniert von Mike Barker, zeigt Agnes gleichzeitig mit der Wahrheit über ihre Mutter June Osborne. Beide Schicksale bilden die Ausgangslage für die bereits bestellte zweite Staffel.
Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
Alle Artikel von LeaLea hat 3 weitere Artikel zur selben Serie verfasst.