Warum Shrinking selbst Harrison Ford in eine neue Dimension katapultiert hat

Wie verändert eine TV-Serie einen Hollywoodstar grundlegend? Ford, Powell und Ahmed diskutierten beim Komödien-Roundtable, was Shrinking auf Apple TV+ mit ihrer Beziehung zum Publikum gemacht hat. Die Antwort darauf erklärt, warum Fernsehen Kino in einer Sache bis heute schlägt.
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Fans, Gesichter und seltsame Begegnungen
Glen Powell beschreibt seine Begegnungen mit Zuschauern heute als fundamental anders als früher. Die Menschen wollen kein Foto und kein Autogramm mehr, sie wollen ihm einfach sagen, dass ihnen die Serie gefällt, und gehen dann weiter. Dieses Verhalten empfindet er als aufrichtige Form der Anerkennung.
Harrison Ford erklärt das Phänomen schlicht mit der Natur des Mediums Fernsehen. Er sei nun in den Wohnzimmern der Menschen präsent und dadurch viel vertrauter geworden. Das Fernsehen schafft eine Intimität, die das Kino in dieser Form nicht bieten kann.
Allerdings gibt es auch Grenzen: Ford macht klar, dass Menschen, die hartnäckig Autogramme fordern, in der Regel keine echten Fans sind. Wer auf diese Weise Unterschriften sammelt, ist seiner Einschätzung nach zu hundert Prozent ein gewerblicher Wiederverkäufer.
Riz Ahmed und die Verwechslungs-Komödie
Riz Ahmed liefert eine der amüsantesten Anekdoten des Gesprächs. In der Woche, in der bekannt wurde, dass er in Rogue One Teil des Star-Wars-Universums sein würde, gratulierten ihm Freunde, Familie und alte Schulbekannte per Nachricht. Gleichzeitig wurde er in seinem Stammsupermarkt des Verdachts auf Ladendiebstahl beschuldigt, weil er vergessen hatte, eine Pizza an der Kasse zu scannen.
Noch absurder: Als Dev Patel für einen BAFTA nominiert wurde, veröffentlichte eine bekannte Modemarke ein Foto von Ahmed und gratulierte darin Dev Patel zu seiner Nominierung. Ahmed schildert diese Verwechslung trocken und ohne sichtbare Bitterkeit.
Ahmed spielte zudem Doctor Manhattan in der Serienadaption von Watchmen, wo die Figur blau eingefärbt war. Auch das trägt offenbar nicht unbedingt zur eindeutigen Wiedererkennung bei.
Brando, Braff und das Handwerk
Ein zentrales Thema des Roundtables ist die Frage, wie Schauspieler mit dem Druck umgehen, der zwischen dem Dreh eines Films und seiner Veröffentlichung entsteht. Powell zitiert eine Weisheit, die Marlon Brando zugeschrieben wird: Man darf es den Zuschauern nicht zeigen, dass man sich sorgt, aber man muss sich gesorgt haben, bevor man sich entschieden hat, es nicht zu zeigen.
Powell selbst betont, dass er gelernt hat, das Erleben beim Drehen strikt vom Erleben der Veröffentlichung zu trennen. Beide Phasen müssen als eigenständige Erfahrungen geschützt werden, weil sonst die Aufregung rund um den Kinostart das Gefühl beim eigentlichen Drehen vergiftet.
Zach Braff, der ebenfalls an der Runde teilnimmt, bringt eine eigene Perspektive auf das Thema Kontrolle und Loslassen ein, die eng mit seiner Arbeit an Shrinking verbunden ist.
Shrinking: Ursprünge und Gandolfini-Verbindung
Harrison Ford spielt in Shrinking einen Mann mit Parkinson-Erkrankung. Er betont, dass er die Entwicklung seiner Figur nicht vorhersehen kann und nicht weiß, was als nächstes kommt. Diese Ungewissheit empfindet er als Teil der Faszination der Serie.
Eine wenig bekannte Entstehungsgeschichte: Die Pilotfolge von Shrinking wurde ursprünglich mit James Gandolfini gedreht, der die Rolle übernahm, die später John Turturro spielen sollte. Der Pilot wurde damals nicht in Auftrag gegeben.
Ford bestätigte außerdem, dass das Team ursprünglich von drei Staffeln ausging. Wie es nach der aktuellen Staffel weitergeht, bleibt vorerst offen.
Powell, Wilson und ein früher Auftritt
Glen Powell verrät eine persönliche Anekdote über Owen Wilson: Als Powell etwa 15 Jahre alt war, drehte er mit Wilson einen Film namens The Wendell Baker Story, bei dem Wilsons Brüder Regie führten. Powell spielte darin einen Zeitungsjungen.
Fast noch früher zeigte sich Powells Talent für Komödie: Er wurde fast aus einem Kirchencamp geworfen, weil er auf der Bühne einen Walk-off aufführte, angelehnt an die berühmte Szene aus dem Film Zoolander.
Diese frühen Erfahrungen zeigen, dass Powells Gespür für komödiantisches Timing keine neue Entwicklung ist, sondern sich über viele Jahre aufgebaut hat.
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Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
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