Warum Regular Show – Völlig abgedreht auch 2025 noch funktioniert
Zu seltsam für TV, und trotzdem sechs Emmy-Nominierungen. Regular Show lief 244 Folgen, obwohl Quintel selbst nicht glauben konnte, dass der Sender das abnickte. Jetzt zeigt The Lost Tapes, ob diese Formel 2025 noch funktioniert.
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Ein Reboot mit 40 neuen Folgen
Mit 'The Lost Tapes' bringt J.G. Quintel Regular Show zurück ins Fernsehen. Das Projekt startete mit einem halbstündigen Special am 11. Mai, die ersten zehn Folgen folgen auf Cartoon Network und sind ab Juni auf HBO Max abrufbar. 30 weitere Folgen sind für einen späteren Zeitpunkt geplant, insgesamt wurden 40 neue Episoden in Auftrag gegeben.
Quintel beschreibt das Reboot als bewusst zeitloses Projekt: 'Wir haben wirklich versucht, etwas zu machen, das lustig ist, egal wann man es findet.' Die Serie soll Zuschauer direkt zurück in die vertraute Welt der Cartoon Network-Produktion katapultieren, ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen.
Alle offenen Fragen der Fans sollen mit dem Serienstart beantwortet werden. Quintel hat das Reboot so konzipiert, dass es sowohl als Einstieg für Neulinge als auch als Belohnung für langjährige Fans funktioniert.
Originales Ensemble kehrt vollständig zurück
Neben Quintel selbst kehren zahlreiche Originalstimmen zurück. William Salyers, Sam Marin, Mark Hamill, Minty Lewis und Janie Haddad Tompkins sind alle wieder mit dabei. Damit bleibt das Ensemble weitgehend so, wie es die Fans aus den acht Originalstaffeln kennen.
Die Rückkehr von Mark Hamill ist besonders bemerkenswert, da er zu den bekanntesten Stimmen des Ensembles gehört. Auch die Zusammenarbeit mit Produzenten wie Thurop van Orman und kreativen Kräften wie Sean Szeles und Lauren Martinez sichert der Produktion eine starke kreative Kontinuität.
Rob Sorcher, der als einer der entscheidenden Unterstützer der ursprünglichen Serie gilt, war damals maßgeblich daran beteiligt, das ungewöhnliche Konzept überhaupt grünes Licht zu geben. Quintel erinnert sich, dass er Sorcher seinen Kurzfilm '2 in the AM PM' geschickt hatte, den er in seinem Abschlussjahr an der CalArts gedreht hatte.
Wie alles mit CalArts begann
Der Ursprung von Regular Show liegt in Quintels Studienzeit. Er schickte seinen Kurzfilm '2 in the AM PM' an Cartoon Network, wo er die richtigen Leute erreichte. Dieser erste Kontakt legte den Grundstein für eine der eigenwilligsten Animationsserien der 2010er Jahre.
Quintel blickt mit einer Mischung aus Staunen und Belustigung auf die frühen Entwicklungsphasen zurück: 'Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, frage ich mich: Wie haben sie das genehmigt? Manche Sachen, die wir gemacht haben, waren so seltsam, aber sie haben uns zum Lachen gebracht.' Diese Haltung, das eigene Amüsement als Qualitätskriterium zu nehmen, prägte die gesamte Laufzeit der Serie.
Genau diese Bereitschaft, Grenzen auszutesten, machte Regular Show zu einem Kultphänomen. Die Serie sprach Kinder und Erwachsene gleichermaßen an, weil sie konsequent ihrer eigenen inneren Logik folgte.
Wenn die Altersfreigabe zur Grenze wurde
Regular Show lief mit einer TV-PG-Einstufung, was dem Team einen gewissen Spielraum ließ. Doch Quintel und sein Team testeten diesen Spielraum regelmäßig aus. Cartoon Network reagierte mit einer klaren Ansage: 'Wir brauchen euch, dass ihr das runterdreht und einiges davon rausnehmt.'
Interessanterweise führte genau eine solche Überarbeitung zu einem der größten Erfolge der Serie. Eine Episode, die auf Druck des Senders umgeschrieben werden musste, wurde am Ende deutlich besser. Quintel räumt ein: 'Am Ende war es viel besser, und wir haben für diese Folge einen Emmy gewonnen.'
Dieses Spannungsfeld zwischen kreativer Freiheit und inhaltlichen Vorgaben ist ein klassisches Merkmal der goldenen Cartoon Network-Ära, in der Serien wie Regular Show entstanden. Die Reibung zwischen Schöpfer und Sender erzeugte in diesem Fall ein preisgekröntes Ergebnis.
Sechs Emmy-Nominierungen, ein Sieg
Regular Show lief von 2010 bis 2017 und produzierte in dieser Zeit 244 Folgen über acht Staffeln. Die Serie wurde sechsmal für den Emmy nominiert und gewann die Auszeichnung 2012 in der Kategorie 'Herausragendes animiertes Kurzformat-Programm'.
Dieser Erfolg bestätigte, was Quintel und sein Team von Anfang an gespürt hatten: Das Konzept rund um die zwei faulen Parkarbeiter Mordecai und Rigby, die sich ständig in übernatürliche Abenteuer verstricken, traf einen Nerv. Die Mischung aus alltäglichem Humor und abgedrehten Eskalationen war einzigartig.
Mit 'The Lost Tapes' knüpft Quintel nun an dieses Erbe an. Das Ziel ist klar: eine Fortsetzung schaffen, die dem Geist der Originalserie treu bleibt und gleichzeitig neue Akzente setzt, die sowohl alte als auch neue Fans begeistern.
Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.
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