Warum M*A*S*H so viele berührt hat, lässt sich an Gwen Farrell Adair festmachen
M*A*S*H verliert seine letzte Stimme aus der allerersten Staffel. Gwen Farrell Adair, die ab 1972 in der CBS-Serie über elf Staffeln hinweg vier verschiedene Krankenschwestern spielte, starb am Donnerstag in Sherman Oaks an natürlichen Ursachen. Mit ihr geht ein lebendiges Stück Seriengeschichte verloren, das Fans 50 Jahre lang an die Menschlichkeit dieser Kriegssatire erinnert hat.
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Tod einer M*A*S*H-Ikone
Gwen Farrell Adair starb am Donnerstag in Sherman Oaks, Kalifornien, im Alter von 94 Jahren. Ihr Sohn bestätigte, dass sie eines natürlichen Todes starb. Mit ihr verliert die Welt der Seriengeschichte eine Frau, die weit über ihre Schauspielkarriere hinaus Bedeutendes geleistet hat.
Ihr Sohn beschrieb den Verlust mit bewegenden Worten: Sie hinterlasse eine Leere, die nicht zu füllen sei. Als Großmutter, als Orientierungspunkt und als beständige Quelle von Liebe und Weisheit sei sie für ihre Familie unersetzlich gewesen.
Adair wurde in Austin, Texas, geboren und fand früh ihren Weg nach Los Angeles, wo sie sowohl vor als auch hinter den Kulissen der Unterhaltungsbranche tätig war.
Von Anfang an bei M*A*S*H
Bereits in der zweiten Folge von M*A*S*H im Jahr 1972 stand Gwen Farrell Adair vor der Kamera. Die Serie, produziert für den US-Sender CBS, erzählte vom Alltag eines Feldlazaretts im Koreakrieg und wurde zu einem der bekanntesten Serienformate der Fernsehgeschichte.
Über die gesamte Laufzeit von elf Staffeln bis zum Serienfinale 1983 verkörperte Adair mehrere Figuren: Sie spielte die Schwestern Gwen, Wilson, Butler und Able sowie eine Anästhesistin. Damit war sie eine feste, wenn auch wechselnde Präsenz in einer Produktion, die Namen wie Alan Alda und Loretta Swit weltberühmt machte.
Ihre Vielseitigkeit im Ensemble zeugt von einer Professionalität, die in der Serienbranche selten ist. Während Hauptfiguren wie Hawkeye Pierce oder Hot Lips Houligan im Mittelpunkt standen, gaben Schauspielerinnen wie Adair der Serie ihre Glaubwürdigkeit und Tiefe.
Weitere Auftritte und TV-Rollen
Neben ihrer langen Verbindung zu M*A*S*H trat Adair 1975 auch in einer Folge von Starsky & Hutch auf, einer weiteren Erfolgsserie jener Ära. Damit bewies sie, dass sie nicht auf ein einziges Format festgelegt war.
Adair war mit dem LAPD-Detektiv Frank Adair verheiratet. Ihre Verwurzelung in der Welt des Rechts und der Ordnung spiegelte sich auch in ihrem außergewöhnlichen Engagement außerhalb der Schauspielerei wider.
Pionierin im Boxsport
Gwen Farrell Adair war nicht nur Schauspielerin, sondern auch eine Pionierin im Boxsport. In den 1970er Jahren begann sie, Boxer aus Los Angeles zu managen, und wurde 1979 zur ersten weiblichen lizenzierten Ringrichterin in Kalifornien ernannt.
Diese Leistung war in einer von Männern dominierten Sportbranche außergewöhnlich und machte sie zu einer Vorreiterin, lange bevor Frauenrechte im Sport breit diskutiert wurden. Don Reo und andere Weggefährten aus der Unterhaltungsbranche dürften diese Facette ihres Lebens mit Bewunderung verfolgt haben.
Adairs Engagement im Boxsport zeigt, wie vielschichtig ihr Leben war. Sie bewegte sich selbstbewusst in Welten, die Frauen damals kaum zugänglich waren.
Fatburger und Familiengeschichte
Gwen Farrell Adair führte auch ein unternehmerisches Erbe weiter: Ihre Mutter Lovie Yancey hatte 1947 die Fast-Food-Kette Fatburger gegründet, die heute weit über die Grenzen Kaliforniens hinaus bekannt ist. Adair besaß und betrieb selbst einen Fatburger-Standort.
Diese familiäre Verbindung zu einem der bekanntesten amerikanischen Burger-Unternehmen zeigt, dass Adair nicht nur als Tochter einer Unternehmerin aufwuchs, sondern das Erbe ihrer Mutter aktiv weiterführte.
Lovie Yanceys Gründung gilt als Teil der afroamerikanischen Unternehmergeschichte in Los Angeles. Dass ihre Tochter Gwen dieses Erbe pflegte, während sie gleichzeitig als Schauspielerin und Sportfunktionärin tätig war, macht ihr Leben zu einem bemerkenswerten Kapitel der Stadtgeschichte.
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Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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