Warum Ghostbusters: Night Shift bewusst auf das Modell der Star-Wars-Animationsserien setzt

Das Ghostbusters-Universum bekommt eine ganze Dekade zurück. Ghostbusters: Night Shift spielt 1994 auf Netflix und füllt die Lücke zwischen den Reitman-Originalen und Afterlife. Das Star-Wars-Animations-Modell wird damit erstmals auf ein anderes Kult-Franchise übertragen.
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Das Konzept hinter Night Shift
Ghostbusters: Night Shift setzt im Jahr 1994 an, fünf Jahre nachdem die originalen Ghostbusters den Stay-Puft-Marshmallow-Mann besiegt haben. Die Serie füllt eine Dekade, die in der Filmreihe bislang vollständig unerzählt geblieben ist, und führt gleichzeitig eine neue Generation von Geisterjägern, übernatürliche Schurken und paranormale Mythologie ein.
Die Idee entstand, als Jason Reitman und Gil Kenan gemeinsam am Drehbuch zu Ghostbusters: Afterlife arbeiteten. 'Wir haben uns selbst ein Rätsel gestellt', erklärt Reitman. 'Wir dachten an dieses junge Mädchen, das einen Protonenrucksack in einer Scheune findet, und versuchten herauszufinden, wer sie ist, wie sie dort gelandet ist, wie der Rucksack dorthin kam.' Die logische Folgefrage war: Was geschah eigentlich in den 1990er-Jahren?
Der Vergleich mit dem Star-Wars-Universum ist bewusst gewählt. Wie George Lucas und Dave Filoni mit The Clone Wars, Star Wars Rebels und The Bad Batch ein animiertes Fundament für das gesamte Franchise legten, das später als Bindeglied zur Live-Action-Welt diente, soll Night Shift denselben Effekt für Ghostbusters erzielen.
Kreativteam mit Franchise-Erfahrung
Hinter der Serie stehen die Showrunner Ben Hibon und Elliott Kalan. Als ausführende Produzenten fungieren Jason Reitman und Gil Kenan, die bereits Afterlife und Frozen Empire verantworteten, zusammen mit Produzentin Amie Karp und Original-Ghostbuster Dan Aykroyd. Die Animationsproduktion übernimmt das australische Studio Flying Bark Productions, bekannt durch Stranger Things: Tales from '85.
Jason Reitman lobt Kalan in deutlichen Worten: 'Elliotts Verständnis der Sprache von Ghostbusters ist bemerkenswert. Wenn er schreibt, klingt er wie Aykroyd.' Kenan wiederum bringt als ausgebildeter Animator besondere Voraussetzungen mit. Sein erster Spielfilm war 2006 Monster House, womit er einer der wenigen Regisseure im Team ist, der sowohl die Live-Action- als auch die Animationswelt aus eigener Erfahrung kennt.
Paul Feigs 2016er-Neustart mit weiblichem Hauptcast gehört offiziell nicht mehr zum Kanon. Die Serie orientiert sich ausschließlich an Ivan Reitmans Originalfilmen und deren direkten Fortsetzungen.
Ton: Grusel und Humor als DNA
Das kreative Leitprinzip der Produktion ist die Balance zwischen echtem Horror und lauter Komödie. 'Der Zaubertrick des ersten Films ist, dass er wirklich erschreckend und gleichzeitig urkomisch war', sagt Kenan. 'Das ist einzigartig in der Geschichte des modernen Films. Wenn man versucht, die DNA von Ghostbusters zu destillieren, ist es genau dieser Ton.'
Jason Reitman verspricht, dass Night Shift diesen Balanceakt konsequent weiterführt: 'Es ist witziger, es ist gruseliger. Die Optik ist unglaublich dynamisch, und es tut das, was der erste Film 1984 getan hat: Man geht rein und denkt, okay, ich werde vielleicht lachen, und dann erschrickt man sich zu Tode.'
Die Animationsserie The Real Ghostbusters, die von 1986 bis 1991 lief und Venkman, Egon und Co. durch immer bizarrere Abenteuer schickte, diente als Inspirationsquelle. Allerdings grenzt sich Night Shift bewusst von deren Ästhetik ab: Da die neue Serie zum offiziellen Kanon zählt, orientiert sich die Bildsprache stärker an den Kinofilmen als an der Samstagmorgen-Zeichentricktradition.
New York 1994 als Bühne
Showrunner Elliott Kalan beschreibt das New York der frühen 1990er-Jahre als eigentliche Hauptfigur der Serie: 'New York ist gleichzeitig die großartigste Stadt der Welt und auch widerlich. Wir wollen, dass sich die Serie anfühlt, als wäre man dort in den Neunzigern, in dieser ganz besonderen Zeit, als New York noch nicht aufgeräumt worden war, als es noch eine Stadt war, in der praktisch alles passieren konnte.'
Diese Epoche prägt auch die Protagonisten direkt. Die neuen Ghostbusters sind Anfang zwanzig und stecken mitten in der Frage, was ihr Leben werden soll. New York ist dabei mehr als Kulisse: Es ist die Kraft, die aus ihnen Geisterjäger macht.
Regisseur Ben Hibon betont, dass die visuelle Sprache der Serie trotz des Animationsformats stark von der Filmsprache geprägt ist. Horror-Fotografie, Lichtsetzung und Kameraarbeit der Neunziger dienten als Referenz. Das Ziel, so Kalan, sei 'eine Serie, die in den 90ern spielt, aber heute gemacht wurde, sodass sie diese Zeit widerspiegelt und trotzdem sehr modern wirkt'.
Fackeln weitergeben, Kanon erweitern
Jason Reitman formuliert das übergeordnete Ziel der Serie unmissverständlich: Es geht nicht nur darum, die Zeitlinie des Franchise zu verlängern, sondern das Universum in neue Hände zu legen. 'Ich fühle mich sehr verantwortlich für Ghostbusters, aus all den naheliegenden Gründen. Der wirklich aufregende Teil dieses Prozesses war für mich, die Fackel weiterzugeben und zu sehen, wie zwei Geschichtenerzähler Ghostbusters an Orte bringen, die ich mir nie vorgestellt hätte.'
Ob Night Shift tatsächlich das wird, was The Clone Wars für Star Wars war, hängt letztlich davon ab, ob das Publikum die neuen Charaktere so annimmt wie Star-Wars-Fans einst Ahsoka Tano oder Captain Rex. Figuren, die in der Animation entstanden und später in Live-Action-Produktionen weiterlebten.
Gil Kenan fasst den Anspruch zusammen: 'Das Bindegewebe ist vorhanden. Egal ob man 1984 angefangen hat, ob man mit Afterlife eingestiegen ist oder ob das hier der erste Ghostbusters-Kontakt überhaupt ist. Man wird eine gute Zeit haben.' Ein konkreter Starttermin für Deutschland ist bislang nicht bekannt.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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