Warum Bosch: Start of Watch schon vor dem Start so stark ankommt

Der Schöpfer war selbst überrascht: erste Folge gesehen, sofort begeistert. Michael Connelly hat für Bosch: Start of Watch kein Drehbuch verfasst, war aber aktiv am Casting beteiligt. Dass er die Serie trotzdem so lobt, ist ein Vertrauensbeweis, der selten vorkommt.
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Connelly sieht Folge eins und staunt
Michael Connelly, der als Executive Producer an Bosch: Start of Watch beteiligt ist, hat sich in einem Interview mit Books on the Beach zu dem laufenden Projekt geäußert. Seine Reaktion auf das bisher entstandene Material fiel bemerkenswert klar aus: 'Ich habe gestern Abend die erste Episode gesehen, und ich liebte sie. Ich war überwältigt, wie gut sie war.'
Connelly betont dabei, dass die Serie kein direktes Buch-Pendant besitzt. Über den jungen Bosch als Streifenpolizisten hat er selbst nie geschrieben. Vereinzelte Erinnerungsmomente in seinen Romanen sind alles, was existiert. Die vollständige Ausgestaltung dieser Lebensphase entstand komplett im Autorenraum der Serie.
Obwohl Connelly kein einziges Drehbuch verfasst hat, war er aktiv in den Casting-Prozess eingebunden. Genau dort sieht er einen entscheidenden Grundstein für den frühen Erfolg des Projekts gelegt.
Cameron Monaghan als junger Bosch
Die Titelrolle übernimmt Cameron Monaghan, bekannt aus Shameless und Gotham. Connelly hebt hervor, dass der Schauspieler dem jungen Titus Welliver optisch ähnele, was die Kontinuität zur bereits etablierten Figur glaubwürdig macht. Welliver selbst hat Monaghan nach eigenen Angaben bereits Kontakt aufgenommen und freut sich auf die Prequel-Serie.
Monaghan spielt Harry Bosch mit 26 Jahren, frisch im Dienst der Polizei von Los Angeles. Das Jahr 1992 bildet den historischen Rahmen: Die Stadt stand damals im Zeichen massiver Rassenspannungen, Bandengewalt und tiefer Risse innerhalb der Polizeibehörde. Connelly beschreibt 1992 als ein katastrophales Jahr in der Geschichte von Los Angeles.
Parallel zu diesen gesellschaftlichen Erschütterungen gerät der Rookie-Cop Bosch in einen großen Raubzug-Fall, der seine Loyalität zum Beruf auf die Probe stellt und seinen späteren Weg als Detektiv prägt.
Starkes Ensemble rund um Monaghan
Omari Hardwick, bekannt aus Power, spielt Eli Bridges, Boschs Ausbildungsbeamten. Die Figur fungiert als Gegenpol und Mentor zum unerfahrenen Protagonisten. Ariana Guerra, zuletzt in der Netflix-Serie Nemesis zu sehen, übernimmt die Rolle der Rosa, einer Kollegin und möglichen Liebesinteresse.
JD Pardo, bekannt aus Mayans MC, verkörpert Cory, einen professionellen Dieb und Boschs Adoptivbruder. Damit bringt die Serie eine persönliche Verbindung zwischen dem jungen Ermittler und der kriminellen Welt ins Spiel, die im späteren Bosch-Universum nie so direkt thematisiert wurde.
Weitere Besetzungen umfassen Azita Ghanizada, Kathleen Wilhoite, William Fichtner, Seamus Dever, Raphael Sbarge, Marco Rodriguez, Rafi Gavron und Ryan McPartlin. Das Ensemble deutet auf eine Serie hin, die neben dem Hauptplot auch das Umfeld des jungen Bosch vielschichtig ausleuchten will.
Prequel ohne Buchvorlage, neu erdacht
Bosch: Start of Watch ist kein Serienadaption eines Romans. Connelly hat über Boschs frühe Polizeikarriere schlicht nichts Ausführliches geschrieben. Das Autorenteam im Schreibraum entwickelte die Geschichte eigenständig, mit Connelly als begleitendem Executive Producer, aber ohne seine direkte Drehbuchbeteiligung.
Die Serie ist ein Prequel zur TV-Version von Bosch, nicht zu den Büchern. Das ist eine wichtige Unterscheidung: Wer die Romane kennt, wird keine bekannten Handlungsstränge wiedererkennen. Wer die TV-Serie kennt, bekommt einen Blick in die Entstehungsgeschichte der Figur, wie sie auf dem Bildschirm existiert.
Produziert wird Bosch: Start of Watch von Amazon MGM Studios für MGM+. Die Dreharbeiten laufen derzeit. Wann die Serie in Deutschland verfügbar sein wird, ist bislang nicht bekannt.
Bosch-Universum wächst weiter
Mit Bosch: Start of Watch expandiert das Bosch-Universum in eine dritte Serienform. Titus Welliver, der die Figur über Jahre in Bosch und Bosch: Legacy verkörpert hat, kehrt parallel in der Spin-off-Serie Ballard auf Amazon Prime Video zurück. Dort steht allerdings nicht er, sondern die Figur der Detektivin Renée Ballard im Mittelpunkt.
Insgesamt werden damit drei Schauspieler gleichzeitig verschiedene Lebensphasen von Harry Bosch darstellen. Das ist für eine Serienfigur ein ungewöhnliches Konstrukt, das zeigt, wie tief das Interesse an diesem Charakter nach wie vor reicht.
Connelly begleitet beide Projekte als Executive Producer und bleibt damit eng an der Weiterentwicklung seines bekanntesten Charakters beteiligt, auch wenn er selbst keine Drehbücher schreibt.
Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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