Vor 25 Jahren schrieb Dan Greaney Präsident Trump ins Drehbuch, jetzt kandidiert er selbst

·27.05.2026, 14:45 Uhr·3 Min
Vor 25 Jahren schrieb Dan Greaney Präsident Trump ins Drehbuch, jetzt kandidiert er selbst
Bild: FOX · TMDB

Für Simpsons-Fans schließt sich gerade ein 25 Jahre alter Kreis. Dan Greaney, der Trumps Präsidentschaft im Jahr 2000 ins Drehbuch tippte, tritt nun selbst zur Wahl an. Was einst ein Gag war, fühlt sich heute nach bitterem Ernst an.

Artikel-Inhalt

Vom Drehbuch in den Wahlkampf

Dan Greaney hat jahrzehntelang Drehbücher für Die Simpsons geschrieben und dabei Geschichte gemacht: Die Episode 'Bart (Nancy Cartwright) to the Future' aus dem Jahr 2000 zeigte Lisa (Yeardley Smith) Simpson als US-Präsidentin, die ein finanzielles Desaster von ihrem Vorgänger 'Präsident Trump' erbt. Damals wirkte die Idee absurd. Heute kandidiert Greaney selbst.

Am 26. Mai 2026 veröffentlichte Greaney auf Instagram ein Ankündigungsvideo, in dem er zunächst als 'Der Prophet' auftrat, gekleidet in Robe, Perücke und Zaubererbart. Dann wechselte er das Kostüm, rasierte sich glatt und erschien im Anzug als Politiker. Die Botschaft war eindeutig: Der Autor will seine Prophezeiungen nun in die Tat umsetzen.

Greaney arbeitete nicht nur für Die Simpsons, sondern war auch als beratender Produzent bei The Office tätig. Politische Erfahrung bringt er hingegen aus einer anderen Richtung mit: Er hat nach eigenen Angaben einen Jurastudiengang abgeschlossen und die Anwaltsprüfung bestanden.

Kritik an Trump, Vance und dem System

In seinem Ankündigungsvideo formulierte Greaney klare Worte gegen die politische Klasse. 'Trump, Vance, die Milliardäre, Karrieristen und Feiglinge in beiden Parteien haben den Vereinigten Staaten den Rücken gekehrt', sagte er. 'Für sie geht es um Geld, Macht und Sicherheit, aber nicht für euch.'

Sein Gegenentwurf klingt programmatisch: 'In Amerika soll die Regierung für alle arbeiten. Demokratie für alle, Verantwortung für alle, Wohlstand für alle. Das müssen wir wiederherstellen.' Mit diesen Worten umriss Greaney den Kern seiner Kampagne, die auf Wiederherstellung demokratischer Normen zielt.

Greaney beschreibt seine Kandidatur als Versuch, Amerikaner über ideologische Grenzen hinweg anzusprechen, ausdrücklich auch innerhalb der republikanischen Wählerschaft. Er selbst habe gelegentlich republikanisch gewählt, betont er ausdrücklich.

Progressiver Republikaner nach Lincoln-Vorbild

Greaney tritt als 'progressiver Republikaner in der Tradition von Abraham Lincoln und Teddy Roosevelt' an. Das Programm verbindet konservative Rhetorik mit linken Inhalten: universelle Krankenversicherung, der Green New Deal und die Wiederherstellung demokratischer Grundnormen sollen unter dem Leitgedanken eines 'Amerika, das für alle funktioniert' vereint werden.

Die Kampagne richtet sich laut einer Pressemitteilung ausdrücklich an Menschen, die sich von beiden großen Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Greaney will 'tief verwurzelte Spaltungen überbrücken und ein breiteres Gefühl gemeinsamer nationaler Ziele ansprechen'.

Ob diese Mischung aus satirischem Auftreten und ernstem Programm Wählerinnen und Wähler mobilisieren kann, bleibt offen. Greaney selbst gibt sich zuversichtlich, und das nicht ohne Ironie: 'Was als nächstes passiert, müsst ihr abwarten. Ihr zumindest. Ich weiß eigentlich schon, wie es ausgeht.'

Die Simpsons-Prophezeiung von 2000

Die Episode 'Bart to the Future', die im Jahr 2000 ausgestrahlt wurde, zeigt einen Blick in die Zukunft: Lisa Simpson sitzt im Oval Office und kämpft mit einem riesigen Haushaltsdefizit, das ihr Vorgänger 'Präsident Trump' hinterlassen hat. Greaney schrieb diese Episode. Sechzehn Jahre später gewann Donald Trump die echte Präsidentschaftswahl.

Die Vorhersage machte Greaney in Medienkreisen berühmt und verlieh ihm das Etikett des 'Propheten', das er in seinem Wahlkampfvideo nun selbst aufgreift und ironisch bricht. Das Kostümwechsel-Konzept im Video, vom Propheten zum Kandidaten, spielt direkt auf diesen Ruf an.

Die Simpsons sind seit Jahrzehnten bei Disney+ verfügbar und gelten als eine der einflussreichsten Fernsehserien der Geschichte. Dass ein Autor der Show nun selbst politisch aktiv wird, ist eine neue Wendung in der langen Geschichte dieser Serie.

Anwalt, Autor, Kandidat

Greaney präsentiert sich bewusst als Außenseiter mit ungewöhnlichem Profil. In seinem Ankündigungsvideo scherzte er über seine eigene Qualifikation: 'Ich bin kein Anwalt. Ich bin nur ein selbsternannter Prophet, der Jura studiert, abgeschlossen und die Anwaltsprüfung bestanden hat. Warte! Ich bin doch Anwalt!'

Diese Selbstironie ist Teil der Strategie. Greaney will zeigen, dass politisches Engagement nicht den üblichen Karrierewegen folgen muss. Sein Hintergrund als Drehbuchautor und Produzent soll dabei als Stärke gelten, nicht als Schwäche.

Bis zur Präsidentschaftswahl 2028 bleibt noch Zeit. Ob Greaney die nötigen Unterstützungsunterschriften sammeln kann und welche Partei ihn formal aufstellt, ist noch offen. Fest steht: Der Mann, der Trump einst erfand, will nun gegen das reale Ergebnis dieser Erfindung antreten.

Mehr zu „Die Simpsons"

Quelle: FOXZuletzt aktualisiert: 27.05.2026, 14:45 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

Alle Artikel von Anna

Mehr aktuelle Serien-News

Bleib auf dem Laufenden — alle frischen Meldungen, Trailer und Staffel-Starts auf einen Blick.

Wo wird die Serie gestreamt?

Streaming-Verfügbarkeit für Deutschland • Daten von TMDB