Vier Monate Prozess, zehn Anklagepunkte: Michael Jackson: Das Urteil nähert sich dem Kern

Was Antoine Fuquas Kinofilm Michael bewusst ausklammerte, rückt nun ins Zentrum einer neuen Netflix-Doku-Serie. 'Michael Jackson: The Verdict' beleuchtet ab dem 3. Juni 2026 den viermonatigen Strafprozess von 2005, in dem Jackson in zehn Anklagepunkten freigesprochen wurde. Ein Startdatum für Deutschland steht noch aus.
Artikel-Inhalt
Der Biopic und seine blinden Flecken
Antoine Fuquas Spielfilm Michael hat seit seinem Kinostart 2026 weltweit mehr als 645 Millionen Euro eingespielt und gilt damit als einer der erfolgreichsten Musikerbiografien aller Zeiten. Jaafar Jackson spielt darin seinen Onkel, Colman Domingo verkörpert dessen Vater Joe Jackson.
Trotz des kommerziellen Erfolgs hagelte es Kritik: Der Film spare die dunkelsten Kapitel aus Jacksons Leben weitgehend aus, vor allem die Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs, die der Sänger stets bestritt. Genau diese Lücke will Netflix nun schließen.
Regisseur Nick Green und Produzentin Fiona Stourton haben für die Plattform eine dreiteilige Dokumentarserie entwickelt, die sich ausschließlich dem Strafprozess von 2005 widmet. Das Projekt trägt den Titel 'Michael Jackson: The Verdict' und startet am 3. Juni 2026.
Der Prozess: Zehn Anklagepunkte, ein Freispruch
Im Jahr 2005 stand Michael Jackson vor Gericht, angeklagt in zehn Fällen schwerer Straftaten, darunter sexueller Missbrauch eines Kindes. Der Prozess dauerte vier Monate und wurde weltweit verfolgt. Am Ende sprach die Jury Jackson in allen zehn Punkten frei.
Der Freispruch beendete jedoch nicht die öffentliche Debatte. Jacksons Ruf und seine Karriere litten dauerhaft unter dem Verfahren, auch wenn seine Popularität als Künstler nie vollständig versiegte. Dokumentationen wie Leaving Neverland auf HBO griffen die Vorwürfe später erneut auf.
Die Netflix-Serie nimmt den Zuschauer direkt in den Gerichtssaal. Sie zeigt, was während dieser vier Monate verhandelt wurde, welche Beweise vorlagen und wie die Beteiligten das Geschehen heute einordnen.
Stimmen aus dem Gerichtssaal
Die Stärke der Serie liegt in ihrer Perspektivbreite. Nick Green interviewte Geschworene, Augenzeugen, Ankläger und Verteidiger. Kein einzelner Standpunkt dominiert, beide Seiten des Falls kommen ausführlich zu Wort.
Dieser Ansatz unterscheidet 'Michael Jackson: The Verdict' von früheren Dokumentationen, die häufig eine klare Haltung einnahmen. Die Serie zielt darauf ab, das Verfahren so zu rekonstruieren, wie es sich tatsächlich abspielte, ohne vorschnelle Urteile zu fällen.
Ob die Öffentlichkeit diesen Balanceakt akzeptiert, bleibt abzuwarten. Die Reaktionen auf alles, was mit Michael Jackson in Verbindung steht, sind seit Jahren polarisiert.
Juni wird zum Jackson-Monat
Der Timing ist kein Zufall. Der Kinofilm Michael soll im Juni 2026 auf Video-on-Demand erscheinen, kurz nach dem Start der Netflix-Doku. Damit könnte der gesamte Monat im Zeichen einer erneuten öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Erbe des Sängers stehen.
Für den Biopic laufen bereits erste Gespräche über eine mögliche Fortsetzung. Der Film gilt trotz gemischter Kritiken als Publikumserfolg, was solche Überlegungen befeuert.
Die Doku-Serie und der Spielfilm beleuchten dabei völlig verschiedene Phasen von Jacksons Leben. Zusammen ergeben sie ein Bild, das widersprüchlicher kaum sein könnte: globaler Superstar auf der einen, Angeklagter im Gerichtssaal auf der anderen Seite.
Produktion und Verfügbarkeit in Deutschland
Nick Green führte Regie bei 'Michael Jackson: The Verdict', Fiona Stourton zeichnet als ausführende Produzentin verantwortlich. Die dreiteilige Serie erscheint am 3. Juni 2026 auf Netflix.
Ein offizielles Startdatum für Deutschland, Österreich und die Schweiz hat Netflix bislang nicht kommuniziert. Da die Plattform in der DACH-Region vertreten ist, gilt eine zeitnahe Verfügbarkeit als wahrscheinlich, bleibt aber unbestätigt.
Für Zuschauer, die den Kontext vertiefen wollen: Der Kinofilm Michael läuft noch in deutschen Kinos, bevor er auf Video-on-Demand wechselt.
Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
Alle Artikel von Julia