Trotz 4 Jahren Pause: Euphoria startet überraschend stark

Julia Fischer analysiert Serien mit einem besonderen Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix. Durch ihre langjährige Leidenschaft für Sci-Fi & Fantasy, Mystery und Comedy bewertet sie nicht nur, was auf dem Bildschirm passiert, sondern auch, warum bestimmte Stoffe bei Zuschauer:innen und im Streaming-Kosmos funktionieren. Ob düstere Serien wie „Wednesday“, komplexe Fantasy-Welten oder leichte Sitcoms – Julia ordnet neue Produktionen fundiert ein, vergleicht sie mit Genre-Klassikern und beleuchtet Trends auf Plattformen wie Netflix, Prime Video und Disney+. Ihre Artikel verbinden klare Struktur, sorgfältige Recherche und verständliche Einordnung für Gelegenheitsschauer:innen ebenso wie für Binge-Watcher. Auf serien.de liefert Julia zuverlässige Orientierung im ständig wachsenden Serienangebot und legt dabei Wert auf transparente Quellen, nachvollziehbare Bewertungen und eine sachliche, aber leidenschaftliche Perspektive auf modernes Storytelling.
Nach vier langen Jahren Pause ist Euphoria auf HBO zurückgekehrt – und hat dabei alle Erwartungen an die Einschaltquoten übertroffen. Die dritte Staffel der Drama-Serie von Sam Levinson startete am 12. April 2026 mit 8,5 Millionen Zuschauern auf allen Plattformen innerhalb der ersten drei Tage. Doch während das Publikum in Scharen zurückkehrte, zeigten sich die Kritiker wenig begeistert.
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Rekordstart trotz jahrelanger Wartezeit
Sam Levinson ließ sein Publikum vier Jahre warten, bevor Euphoria mit der dritten Staffel zurückkehrte. Der Auftakt am 12. April 2026 wurde jedoch mit beeindruckenden Zahlen belohnt: 8,5 Millionen Zuschauer verfolgten die Premierenfolge auf HBO und allen zugehörigen Plattformen innerhalb der ersten drei Tage nach Ausstrahlung.
Im Vergleich zum Staffelauftakt der zweiten Staffel bedeutet das einen Anstieg von 44 Prozent – damals schalteten rund 5,9 Millionen Zuschauer im gleichen Zeitraum ein. Damit setzt Euphoria seinen Aufwärtstrend als eine der zugkräftigsten Serien des Netzwerks fort.
Bereits die zweite Staffel hatte Euphoria als einen der größten Serienhits von HBO etabliert: Gemessen über 90 Tage ab der Premiere erreichte sie durchschnittlich mehr als 16 Millionen Zuschauer pro Folge – ein Maßstab, an dem sich Staffel 3 künftig messen lassen muss.
Kritiker vergeben historisch schlechte Wertung
So enthusiastisch das Publikum reagierte, so ernüchternd fiel das Urteil der Filmkritiker aus. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes erzielte die dritte Staffel von Euphoria zunächst einen Wert von 45 Prozent – der niedrigste in der Geschichte der Serie. Inzwischen ist dieser Wert sogar auf 42 Prozent gesunken.
Der Kritikerkonsens beschreibt die neue Staffel als eine 'zusammenhanglose Abfolge erzwungener Handlungsstränge, die ihr talentiertes Ensemble orientierungslos zurücklässt'. Ein vernichtendes Urteil für eine Serie, die einst für ihre mutige Erzählweise gefeiert wurde.
Damit steht Euphoria vor einem klassischen Widerspruch: Das Publikum liebt die Serie, die Kritiker hingegen sehen in der dritten Staffel einen deutlichen Qualitätsabfall. Ob sich das im weiteren Verlauf der Staffel noch ändern wird, bleibt abzuwarten.
Rue in einer noch dunkleren Welt
Die Premierenfolge der dritten Staffel trägt den Titel 'Ándale' und spielt fünf Jahre nach den Ereignissen der zweiten Staffel. Zendaya kehrt als Rue zurück, die nun 23 Jahre alt ist und in einer noch düstereren Situation steckt als zuvor. In ihrer Erzählerstimme hält sie fest, dass seit dem Schulabschluss nichts Gutes mehr passiert sei.
Rue arbeitet inzwischen als Drogenkurierin für die bedrohliche Laurie, gespielt von Martha Kelly. Hintergrund ist eine massive, durch Zinsen aufgeblähte Schuld, die noch aus den Ereignissen der zweiten Staffel stammt. Ein Ausweg scheint für die Figur in weite Ferne gerückt zu sein.
Hunter Schafer ist ebenfalls Teil der neuen Staffel, auch wenn die genaue Ausgestaltung ihrer Rolle als Jules in den ersten Reaktionen noch nicht vollständig beleuchtet wurde. Die Rückkehr der gesamten Hauptbesetzung war für viele Fans ein wesentlicher Grund, der Serie treu zu bleiben.
Cassie, Nate und die anderen Charaktere
Sydney Sweeney und Jacob Elordi kehren als Cassie und Nate zurück – und ihre toxische Beziehung hat sich keineswegs aufgelöst. Die beiden spielen nun das perfekte Pärchen und planen eine aufwendige Hochzeit, die Cassie über eine Einnahmenquelle im Internet finanzieren möchte. Ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen, das die Serie bewusst aufgreift.
Maude Apatow als Lexi und Alexa Demie als Maddy haben hingegen ein vergleichsweise normales Leben gefunden. Lexi arbeitet als Produktionsassistentin bei einer Seifenoper eines großen Studios, während Maddy als Talentagentin für Schauspieler tätig ist. Beide Charaktere scheinen dem Chaos ihrer Jugend entkommen zu sein – zumindest vorerst.
Die Weiterentwicklung der Figuren über einen Zeitsprung von fünf Jahren gibt der Serie die Möglichkeit, neue Erzählwege einzuschlagen. Ob Sam Levinson dieses Potenzial voll ausschöpft, wird sich im weiteren Verlauf der Staffel zeigen.
Finale der Staffel rückt näher
Euphoria befindet sich bereits in der dritten Staffel, die voraussichtlich im Mai 2026 zu Ende gehen wird. Die Serie soll mit dieser Staffel zu einem Abschluss kommen, was dem Auftakt trotz aller Kritik eine besondere Bedeutung verleiht.
Für deutsche Fans ist Euphoria über den Streaming-Dienst Sky bzw. WOW verfügbar, wo neue Folgen in der Regel zeitnah nach der US-Ausstrahlung auf HBO erscheinen. Angesichts der Rekordquoten dürfte das Interesse auch hierzulande groß sein.
Ob Euphoria am Ende als würdiger Abschluss einer generationsdefinierten Serie in Erinnerung bleibt oder als enttäuschendes Finale in die Geschichte eingeht, liegt nun in den Händen von Sam Levinson – und in den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob er die Kurve noch kriegt.
