Tom Hardy verlässt MobLand im Streit: Was jetzt mit Harry Da Souza passiert

Wer neben Helen Mirren und Pierce Brosnan eine Serie verlässt, muss gute Gründe haben. Hardy dreht nach Staffel 2 nicht weiter, obwohl MobLand auf Paramount+ gerade erst anlief. Dass ausgerechnet die Hauptfigur des Londoner Gangsterdramas so früh fällt, hat in dieser Form kaum jemand kommen sehen.
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Hardys Abgang: Was wirklich passierte
Tom Hardy verlässt MobLand nicht im Guten. Nach der Produktion der zweiten Staffel eskalierte ein seit Längerem schwelender Konflikt zwischen Hardy und den Serienmachern. Streitpunkte waren Verspätungen am Set, Auseinandersetzungen über Drehbuchinhalte und grundlegende Meinungsverschiedenheiten darüber, wohin die Serie sich entwickeln soll.
Die Verantwortlichen hatten MobLand zunehmend als Ensemblestück konzipiert, in dem Pierce Brosnan als Mob-Boss Conrad Harrigan und Helen Mirren als seine Frau Maeve mehr Raum einnehmen. Hardy, dessen Figur Harry Da Souza als widerwilliger Fixer für das Verbrecherpaar konzipiert war, soll damit nicht einverstanden gewesen sein.
Für eine mögliche dritte Staffel steht fest: Hardy wird nicht dabei sein. Die Frage ist nur, wie die Macher mit dieser Tatsache umgehen.
Option eins: Harry stirbt auf dem Bildschirm
Der dramatisch sauberste Weg wäre ein Tod der Figur innerhalb der Handlung. Das Londoner Verbrechermilieu bietet dafür reichlich Möglichkeiten, und ein Tod im Finale der zweiten Staffel würde Harry Da Souza einen würdigen Abschluss geben. Die Serie hätte damit eine echte emotionale Zäsur, die das Publikum ernst nimmt.
Die TV-Geschichte zeigt, dass dieser Weg funktioniert. Als McLean Stevenson nach der dritten Staffel von M*A*S*H entschied, er sei zu groß für die Serie, wurde sein Charakter Colonel Henry Blake auf dem Rückweg aus dem Krieg abgeschossen. Der Abschuss über dem Japanischen Meer war ein Schock, der bis heute als einer der wirkungsvollsten Serienmomente gilt. Stevenson hingegen scheiterte danach mit einer Reihe von Sitcoms. M*A*S*H lief noch acht weitere Staffeln.
Charlie Sheen bekam auf Two and a Half Men eine ähnliche Behandlung: Sein Charakter Charlie Harper wurde von einer besessenen Ex-Freundin vor einen Pariser Zug gestoßen. Roseanne Barr verlor ihre Rolle in The Conners, nachdem sie einen rassistischen Tweet abgesetzt hatte, und ihre Figur starb an einer Opioid-Überdosis. Beide Abgänge waren laut, aber sie beendeten das Kapitel klar.
Option zwei: Einfach jemand anderen nehmen
Eine andere Möglichkeit wäre, die Figur Harry Da Souza zu behalten und den Darsteller auszutauschen. Das klingt radikal, hat aber Tradition. Dick York spielte fünf Staffeln lang Darrin Stephens in Verhext, bevor eine Rückenverletzung und eine Schmerzmittelabhängigkeit ihn vom Set zwangen. Dick Sargent übernahm die Rolle ohne jede Erklärung, und die Serie lief weiter. Dieser Vorgang war so dreist unkommentiert, dass er dem Fernsehen einen eigenen Begriff bescherte: 'einen Darrin ziehen'.
The Fresh Prince of Bel-Air versuchte dasselbe mit der Figur Tante Viv, die mitten in der Laufzeit von Janet Hubert zu Daphne Maxwell Reid wurde. Das Publikum merkte es natürlich, aber die Serie überlebte. Ob das Niveau von MobLand, das stark auf Hardys spezifische Präsenz setzt, einen solchen Tausch verkraften würde, ist eine andere Frage.
Das Risiko ist erheblich. Harry Da Souza ist keine austauschbare Nebenrolle, sondern der emotionale Anker der Serie. Ein neues Gesicht in dieser Funktion würde unweigerlich Vergleiche provozieren, die kaum zu gewinnen sind.
Option drei: Die Treppe hinauf
Es gibt noch eine dritte, deutlich stillschweigendere Möglichkeit: Harry Da Souza geht einfach die Treppe hoch und kommt nie wieder herunter. In der zweiten Staffel von Happy Days verschwand Richies älterer Bruder, gespielt von Gavan O'Herlihy, auf genau diese Weise. Er ging die Treppe hoch und war weg. Henry Winkler, Jahrzehnte später danach gefragt, konnte nur mit den Schultern zucken: 'Er ging die Treppe hoch und kam nie wieder herunter. Ein Rätsel.'
Family Matters tat dasselbe mit Judy Winslow, die nach der dritten Staffel einfach nicht mehr auftauchte. In The West Wing war Moira Kellys Figur Mandy Hampton in der ersten Staffel noch reguläres Ensemblemitglied und existierte in der zweiten schlicht nicht mehr. Kein Tod, kein Abschied, keine Erklärung.
Diese Methode funktioniert am besten, wenn die Figur nicht zu zentral war. Bei Harry Da Souza, der in jeder Episode im Mittelpunkt stand, dürfte das Schweigen lauter sein als jede Erklärung.
Was MobLand wirklich tun sollte
Die ehrlichste Lösung wäre ein Tod der Figur im Finale der zweiten Staffel, der bereits produziert wurde. So hätte das Publikum einen Abschluss, die Macher könnten in einer möglichen dritten Staffel neu aufstellen, und Pierce Brosnan sowie Helen Mirren könnten das Zentrum der Serie vollständig übernehmen. Beide haben mehr als genug Gewicht, um eine Serie zu tragen.
Das Beispiel M*A*S*H zeigt, dass ein mutiger Abgang einer Hauptfigur eine Serie nicht tötet, sondern manchmal sogar stärkt. MobLand hat in Brosnan und Mirren zwei Darsteller, die das Londoner Verbrechermilieu mit Autorität füllen können. Die Serie muss sich nicht neu erfinden, sie muss sich nur neu fokussieren.
Was MobLand nicht tun sollte: schweigen. Ein Fixer, der einfach nicht mehr auftaucht, ohne dass jemand fragt wo er ist, wäre eine Beleidigung für das Publikum und für die Figur. Harry Da Souza verdient einen Abgang, der so geerdet und rau ist wie die Serie selbst.
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Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
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