The Walking Dead: Dead City Staffel 3 feiert Premiere in Monte Carlo

Maggie und Negan sind keine Feinde mehr, und das verändert alles. Jeffrey Dean Morgan präsentierte Staffel 3 von Dead City beim Fernsehfestival in Monte Carlo gemeinsam mit Lauren Cohan und Showrunner Seth Hoffman. Wer die Serie bisher wegen des toxischen Duos geschaut hat, bekommt nun eine völlig neue Dynamik zu sehen.
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Die beste Staffel aller Zeiten?
Jeffrey Dean Morgan ließ beim Fernsehfestival in Monte Carlo keinen Zweifel offen: 'Das ist unsere beste Staffel, bei weitem. Diese Beziehung ist jetzt eine völlig andere.' Der Schauspieler, der Negan seit elf Jahren verkörpert, sprach am Rande der Festivalpremiere der ersten beiden Episoden mit Journalisten, gemeinsam mit Showrunner Seth Hoffman und Lauren Cohan.
Morgan beschrieb, wie sich seine Figur weiterentwickelt hat, ohne ihre Wurzeln zu verlieren: 'Negan war ein großartiger Bösewicht, und jetzt hat er einfach noch mehr Schichten bekommen. Er wird immer diese Person sein, die vor elf Jahren aus einem Wohnwagen trat, aber er ist vielschichtiger geworden.' Diese Vielschichtigkeit, so Morgan, entstehe vor allem durch die veränderte Beziehung zu Maggie.
Den humorvollsten Beleg für den neuen Ton der Staffel lieferte Morgan selbst: 'Sie hat mich kein einziges Mal gestochen!' Hinter dem Scherz steckt eine echte Verschiebung. Zwei Figuren, die sich jahrelang als Feinde begegnet sind, finden in einer zerstörten Welt zueinander.
Maggie lässt den Schmerz los
Lauren Cohan beschreibt Staffel 3 als Wendepunkt für ihre Figur Maggie: 'Das ist wirklich das erste Jahr, in dem Maggie erkennt, dass es ihr nichts mehr nützt, vom Schmerz definiert zu werden.' Die Trauer um Glenn habe Maggie über viele Jahre geprägt, doch nun suche sie nach einem größeren Zweck.
Der Wandel begann laut Cohan bereits in Staffel 2, ausgelöst durch die Beziehung zu ihrem Sohn. Jetzt macht er sich vollständig bemerkbar. Morgan ergänzte, wie ungewohnt dieser neue Aspekt für ihn als Schauspieler war: 'Maggie lächeln zu sehen war so schön. Seit zehn Jahren hatte ich das nicht mehr erlebt.'
Beide Darsteller betonten, wie viel diese Veränderung für das gemeinsame Spiel bedeutet. 'Szenen zu haben, die echte Tiefe und Bedeutung haben, das war unglaublich', sagte Morgan. 'Wir durften neue Seiten voneinander entdecken.'
Feinde werden zu Verbündeten
Die Ironie der Beziehung zwischen Maggie und Negan bleibt das Herzstück der Serie. Cohan fasste es so zusammen: 'Wir sind diese unwahrscheinlichen Verbündeten, die erkennen, wie sehr sie sich aufeinander verlassen können und wie gut sie sich kennen. Die Ironie ihrer Beziehung, angesichts der Art, wie sie sich kennengelernt haben, ist faszinierend.'
Morgan stimmte zu und lieferte die nüchternste Erklärung für das Bündnis: 'Wir haben so viel Hass gespielt, wie wir konnten, über die letzten zehn Jahre. Jetzt kennen wir uns länger als irgendjemand sonst, der noch am Leben ist. Um zu überleben, brauchen sie einander. Das war eine große Erkenntnis.' Aus Feinden werden Partner, nicht aus Zuneigung, sondern aus schlichter Notwendigkeit.
Showrunner Hoffman ergänzte eine besondere Episode, die Fans seit Langem herbeigesehnt haben dürften: eine Folge in einer alternativen Realität. 'Man bekommt zu sehen, wer Maggie und Negan gewesen wären, wenn die Apokalypse nie stattgefunden hätte', erklärte er. 'Trotz all der schrecklichen Traumata und allem, was sie getan haben, stellt sich die Frage: Sind sie besser dran, weil sie eine Zombieapokalypse durchlebt haben?'
Einwanderung, Einsamkeit und Hoffnung
Staffel 3 stellt sich gesellschaftlichen Themen, die weit über das postapokalyptische Manhattan hinausweisen. Hoffman beschrieb die Staffel ausdrücklich als eine Geschichte über Einwanderung: 'Es ist eine Welt, in der Menschen Angst vor anderen Menschen haben. Wir fragen: Muss das so sein?' Maggie begegne in den ersten Folgen Fremden mit Misstrauen, doch Negan helfe ihr zu verstehen, dass neue Menschen einer Gemeinschaft Leben einhauchen können.
Hoffman sprach auch über das Thema männliche Einsamkeit, das die Staffel durchzieht. Figuren, die Schwierigkeiten haben, echte Verbindungen aufzubauen, stehen im Mittelpunkt mehrerer Handlungsstränge. Cohan ergänzte eine weitere emotionale Ebene: 'Die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, ist in dieser Zeit das stärkste Zeichen von Hoffnung. Hoffnung, wenn man auch aufgeben könnte.'
Hoffman betonte, dass die Staffel bewusst politisch lese, ohne dabei plakativ zu werden: 'Wir sind uns bewusst, dass nicht alle in den USA diese Idee teilen.' Die Serie wolle das Publikum zum Nachdenken bringen, ohne eine eindeutige Antwort vorzugeben.
Walker mit Namen und Lucille lebt
Neben den menschlichen Geschichten wagt die Produktion auch auf der Kreaturenseite Neuland. Hoffman kündigte an, dass es in dieser Staffel wiederkehrende Walker-Figuren mit Namen und ansatzweise eigenen Persönlichkeiten geben werde. 'Wir wollen, dass die Leute denken: Das ist immer noch The Walking Dead, aber es ist auch etwas völlig Neues', sagte er.
Morgans Beziehung zur Requisite Lucille, dem Stacheldrahtbaseballschläger, bleibt ungebrochen. 'Lucille ist Lucille. Es ist das einzige Requisit, das ich als Schauspieler je wirklich geliebt habe. Es verändert meine Körperhaltung und meine Sprechweise', erklärte er. Die Figur sei für ihn durch diesen Gegenstand erst vollständig geworden.
Zum Budget sagte Hoffman offen, dass es sich vom Ursprungsformat unterscheide, das Ziel aber klar sei: 'Wir hoffen, dass man es nicht spürt. Wir setzen das Geld dort ein, wo es zählt.' Als Beispiel nannte er eine aufwendige Sequenz in einem Broadwaytheater, die zeigen soll, dass die Serie trotz schlankerem Etat Großes leisten kann.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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