The Boroughs bleibt größer als erwartet: Platz 1 auch nach dem Debüt-Wochenende

Stranger Things ist weg, doch Platz eins blieb nicht lange leer. The Boroughs übernahm den Spitzenplatz direkt nach seinem Debüt-Wochenende auf Netflix. Dass eine neue Serie so nahtlos anknüpft, ist in der Streaming-Ära selten.
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Stranger Things endet, The Boroughs beginnt
Stranger Things verabschiedete sich an Neujahr mit seiner letzten Folge. Die Duffer-Brüder Ross und Matt hatten die Serie für Netflix erschaffen und zu einem weltweiten Phänomen gemacht; das Serienfinale war sogar in Kinos rund um den Globus zu sehen. Nun ist die Lücke, die das Ende hinterlässt, kleiner als erwartet.
The Boroughs startete vergangenes Wochenende auf Netflix und belegt seitdem ununterbrochen Platz eins der Streamingcharts. Die Serie läuft in Deutschland bei Netflix sowie Netflix Standard mit Werbung.
Ross und Matt Duffer sind diesmal nicht als Autoren tätig, sondern als ausführende Produzenten mit kreativer Mitverantwortung. Das Schreiben übernahmen Jeffrey Addiss und Will Matthews, die damit die inhaltliche Handschrift der Serie prägen.
Rentenheim trifft außerirdische Bedrohung
Die offizielle Handlungsbeschreibung von Netflix lautet: 'In einer scheinbar malerischen Rentenanlage müssen sich eine Gruppe unwahrscheinlicher Helden zusammenfinden, um eine außerweltliche Bedrohung aufzuhalten, die ihnen das Einzige stehlen will, das sie nicht haben: Zeit.'
Der Aufhänger verbindet klassische Science-Fiction mit einem ungewöhnlichen Schauplatz. Statt jugendlicher Protagonisten stehen ältere Bewohner einer Seniorenresidenz im Mittelpunkt, was der Serie von Beginn an ein eigenes Profil verleiht.
Augustine Frizzell, bekannt als Regisseurin von Euphoria, führte bei vier der Episoden Regie und verantwortete damit mehr Folgen als jede andere Regisseurin oder jeder andere Regisseur der Serie.
Alfred Molina führt das Ensemble an
Alfred Molina, der einem breiten Publikum als Doc Ock aus Spider-Man 2 und Spider-Man: No Way Home bekannt ist, spielt die Hauptrolle Sam (Alfred Molina) Cooper. Er trägt die Serie als emotionaler Ankerpunkt.
An seiner Seite stehen Alfre Woodard, die für ihre Rolle in 12 Years a Slave gefeiert wurde, sowie Denis O'Hare aus Dallas Buyers Club und Clarke Peters, der durch The Wire internationale Bekanntheit erlangte. Das Ensemble vereint mehrere Jahrzehnte Schauspielerfahrung.
Die Kombination aus erfahrenen Charakterdarstellern und einem ungewöhnlichen Genre-Konzept dürfte ein wesentlicher Grund für die starken Kritikerwertungen sein.
Kritiker und Publikum zeigen sich begeistert
The Boroughs hält auf Rotten Tomatoes eine Kritikerwertung von 95 Prozent und eine Zuschauersbewertung von 85 Prozent. Solche Zahlen sind für eine frisch gestartete Streamingserie ungewöhnlich hoch.
Zum Vergleich: Netflix hatte 2026 bereits starke Monate hinter sich. War Machine mit Alan Ritchson sammelte seit seinem Start im März über 130 Millionen Aufrufe ein und war damit der meistgesehene Film des Jahres auf der Plattform bis zum Erscheinen von The Rip mit Matt Damon.
The Boroughs tritt also in einem Jahr an, in dem die Messlatte auf Netflix bereits hoch liegt. Dass die Serie trotzdem sofort die Chartspitze übernommen hat, unterstreicht das Interesse des Publikums.
Netflix sucht den nächsten Dauerbrenner
Mit dem Ende von Stranger Things verliert Netflix eine Serie, die über Jahre als Aushängeschild des Streamers galt. The Night Agent, eine weitere Erfolgsserie des Streamers, läuft nach der dritten Staffel auf die finale vierte Staffel zu.
Die Duffer-Brüder haben mit The Boroughs schnell reagiert und bleiben Netflix als Produzenten erhalten. Dass sie das Schreiben an Addiss und Matthews abgegeben haben, deutet auf ein Modell hin, bei dem sie als kreative Impulsgeber fungieren, ohne sich in der täglichen Serienarbeit zu verlieren.
Ob The Boroughs langfristig das Erbe von Stranger Things antreten kann, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Start jedenfalls lässt wenig Zweifel daran, dass Netflix mit dieser Produktion einen Nerv getroffen hat.
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Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
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