Ohne Kanada hätte es Schitt's Creek nie gegeben, sagt Dan Levy

·30.05.2026, 23:32 Uhr·3 Min
Ohne Kanada hätte es Schitt's Creek nie gegeben, sagt Dan Levy
Bild: CBC Television · TMDB

Schitt's Creek hätte es nie geben dürfen, zumindest nicht nach Hollywood-Logik. Dan Levy sprach aus, was viele queere Kreative seit Jahren denken: Die Industrie sieht ihren Wert erst, wenn die Zahlen stimmen. Sein Appell für mehr Investitionen trifft Fans und Filmschaffende gleichermaßen.

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Levy zieht Vergleich zwischen zwei Serien

Dan Levy stellte bei seiner Dankesrede einen direkten Vergleich zwischen Schitt's Creek und Heated Rivalry an. Beide Serien hätten die Branche überrascht und Dinge verändert, die niemand vorhergesehen habe. 'The funny thing about this industry is that they think they know what they want, until a Schitt's Creek or a Heated Rivalry comes along', sagte Levy vor dem Publikum.

Dabei würdigte er ausdrücklich Jacob Tierney, den Schöpfer von Heated Rivalry, als 'fellow Canadian', auf den er 'so proud' sei. Tierney war bei der Veranstaltung nicht persönlich anwesend, um seinen Showrunner Award entgegenzunehmen. Er schickte stattdessen eine Videobotschaft, in der er mitteilte, er arbeite 'very hard' an der zweiten Staffel von Heated Rivalry.

Levy betonte, dass beide Serien nur existierten, weil Kanada ihren Wert frühzeitig erkannt habe. Die Botschaft war klar: Ohne kanadische Produktionsunterstützung wären diese Erfolgsgeschichten nicht möglich gewesen.

Queere Stimmen als wirtschaftlicher Faktor

Levy nutzte seine Rede, um einen grundlegenden Wandel in der Branche einzufordern. Es brauche keine weiteren Kopien erfolgreicher queerer Serien, sondern mehr finanzielle Mittel für queere Kreative generell. 'We don't need more shows like them; we need more money being invested in queer voices, because we make you money', sagte er wörtlich.

Queere Stimmen müssten als wertvolle Größen angesehen werden, nicht als Ausnahmeerscheinungen. Levy sprach von einer Branche, die queere Erfolge noch immer als Anomalie behandle, obwohl die Zahlen das Gegenteil belegten. Jede Person im Saal habe irgendeine Erwartung widerlegt, so Levy.

Sein Wunsch: eine Zukunft, in der die Chancen zugunsten queerer Schaffender ausschlagen, nicht gegen sie. Kanada müsse dann nicht mehr das letzte Wort behalten.

Kanada als stiller Vorreiter

Levy schloss seine Rede mit einem Augenzwinkern in Richtung seiner Heimat. Kanada sei ein 'very modest country', das das Prahlen hasse, es aber tue, wenn es nötig sei. Der Unterton war deutlich: Die kanadische Filmindustrie hat Serien ermöglicht, die die internationale Unterhaltungslandschaft nachhaltig verändert haben.

Schitt's Creek, das sechs Staffeln umfasst und auf Disney+ zu sehen ist, wurde zunächst von einem kanadischen Sender in Auftrag gegeben und entwickelte sich erst später zu einem weltweiten Phänomen. Heated Rivalry folgte einem ähnlichen Muster. Beide Serien zeigen, dass kleinere Märkte mit mutigen Entscheidungen globale Wirkung erzielen können.

Levys Appell richtet sich an die gesamte Unterhaltungsbranche: Wer auf queere Inhalte setzt, investiert in bewährte Qualität, nicht in Risiko.

Big Mistakes und Levys neue Netflix-Pläne

Parallel zur Preisverleihung befindet sich Levy auf dem Feldzug für seine aktuelle Serie Big Mistakes. Netflix hat die Serie noch in diesem Monat für eine zweite Staffel verlängert. Zudem hat Levy einen umfassenden Entwicklungsvertrag mit dem Streamer unterzeichnet, der ihm exklusive Erstrechte an neuen Projekten sichert.

Big Mistakes markiert Levys Rückkehr als Autor und Produzent nach dem Ende von Schitt's Creek. Die Verlängerung und der neue Vertrag unterstreichen das Vertrauen, das Netflix in Levy als kreative Kraft setzt.

Für Levy selbst ist der Zeitpunkt ideal: Mit dem Vanguard Award im Rücken und einer gesicherten Plattform bei Netflix kann er seine Forderung nach mehr Investitionen in queere Stimmen auch selbst in die Praxis umsetzen.

Weitere Geehrte der Preisverleihung

Neben Levy wurden bei der Veranstaltung der Critics Choice Association weitere Persönlichkeiten ausgezeichnet. Jane Lynch, Hannah Einbinder und Paula Pell gehörten zu den Geehrten des Abends. Die Verleihung würdigt jährlich herausragende LGBTQ+-Stimmen in Film und Fernsehen.

Jacob Tierney erhielt den Showrunner Award für Heated Rivalry, konnte die Auszeichnung jedoch nicht persönlich entgegennehmen. In seiner Videobotschaft gab er einen kurzen Ausblick auf die zweite Staffel der Serie, an der er derzeit arbeitet.

Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr, wie breit das Spektrum queerer Erzählungen in der Gegenwart ist, von Drama über Comedy bis hin zu Sportserien wie Heated Rivalry.

Quelle: CBC TelevisionZuletzt aktualisiert: 30.05.2026, 23:32 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
Autor
Clara Hoffmann
Drama-SerienPeriod DramasStreaming-Analyse

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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