The Boroughs abgesetzt, Virgin River verlängert: Netflix-Chefin nimmt Stellung

Duffer Brothers als Produzenten, sechs Hollywood-Legenden im Cast: und trotzdem abgesetzt. The Boroughs scheiterte nicht an der Qualität, sondern am Publikum, das zu klein blieb. Netflix-Chefin Jinny Howe macht klar, dass Budget und Reichweite künftig mehr zählen als Prestige.
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The Boroughs: Warum Netflix absetzt
'The Boroughs' war eine der hochkarätigsten Produktionen des Streamers in diesem Jahr. Die Serie, von den Duffer Brothers als ausführende Produzenten verantwortet, vereinte ein bemerkenswertes Ensemble: Alfred Molina, Geena Davis, Alfre Woodard, Denis O'Hare, Clarke Peters und Bill Pullman standen vor der Kamera. Kritiker lobten die Produktion, doch das Publikum blieb kleiner als erhofft.
Hinzu kam ein erhebliches Budget, das bei der Verlängerungsentscheidung eine zentrale Rolle spielte. Jinny Howe kommentierte die Absetzung gegenüber Deadline so: 'Es gibt so viele Faktoren, die einfließen, wenn wir letztlich entscheiden, eine Serie nicht fortzuführen. Wir sind wirklich stolz auf diese Produktion und glauben, dass sie für viele Menschen ein unterhaltsames, filmisches Erlebnis war.'
Besonders bitter: Die Absetzung wurde fünf Tage vor Ende des Emmy-Abstimmungszeitraums bekannt gegeben. Obwohl Denis O'Hare Wählerinnen und Wähler nach der Absetzung öffentlich aufrief, die Serie zu berücksichtigen, blieb 'The Boroughs' bei den heute veröffentlichten Nominierungen vollständig unberücksichtigt.
Virgin River dreht Staffel acht
Während 'The Boroughs' Geschichte ist, läuft 'Virgin River' auf Netflix weiter. Die romantische Drama-Serie ist die am längsten laufende originale Scripted-Serie des Streamers überhaupt und befindet sich aktuell in den Dreharbeiten zur achten Staffel.
Auf die Frage, ob ein Ende absehbar sei, antwortete Howe bewusst vage: 'Alles, was ich sagen werde, ist: Die Fans dieser Serie werden weiterhin das bekommen, was sie wollen, solange sie es wollen. Wir denken sehr sorgfältig darüber nach, wie wir die Fangemeinde sowohl bedienen als auch schützen.' Eine klare Absage an ein baldiges Serienende.
Romantische Serien wie 'Virgin River', 'Bridgerton', 'Emily in Paris' und 'Nobody Wants This' zeigen bei Netflix generell stabilere Zuschauerzahlen von Staffel zu Staffel als andere Genres. Dieser Umstand dürfte 'Virgin River' weiterhin eine gesicherte Zukunft auf der Plattform bescheren.
Harlan Coben dominiert die Streamingcharts
Die Adaption 'I Will Find You' mit Sam Worthington in der Hauptrolle hat Netflix in kurzer Zeit begeistert. Innerhalb von nur 18 Tagen sammelte die Serie 74,1 Millionen Aufrufe und ist damit auf dem besten Weg, in die Liste der zehn meistgesehenen englischsprachigen Serien aller Zeiten auf Netflix einzusteigen. Aktuell belegt dort 'His & Hers' mit 98,2 Millionen Aufrufen Platz zehn.
Howe lobte den britischen Autor ausdrücklich: 'Harlan ist brillant, er versteht sein Publikum wirklich. Wir hatten so viel Erfolg, und 'I Will Find You' entwickelt sich ganz klar in diese Richtung.' Seit Beginn der Partnerschaft hat Netflix 13 Serien-Adaptionen nach Vorlagen von Harlan Coben produziert, verteilt auf mehrere Länder.
Als nächstes Projekt auf Basis seiner Bücher ist eine Serie rund um die Figur Myron Bolitar geplant, in der Colin Woodell die Hauptrolle übernimmt. Der Erfolg von 'I Will Find You' dürfte das Tempo dieser Zusammenarbeit weiter beschleunigen.
Zweite Staffeln und der Einbruch
Mehrere Netflix-Serien verzeichneten beim Start ihrer zweiten Staffeln deutliche Rückgänge bei den Abrufzahlen im Vergleich zur Premiere der ersten Staffel. Bei 'Avatar: The Last Airbender', 'The Four Seasons', 'A Good Girl's Guide to Murder', 'Beef' und 'A Man on the Inside' lagen die Einbußen jeweils bei über 55 Prozent. 'Running Point' startete in Staffel zwei immerhin noch 43 Prozent unter dem Niveau der ersten Staffel.
Howe relativierte diese Zahlen jedoch: 'Ich glaube nicht, dass wir das als etwas verstehen, das für unsere Serien grundsätzlich zutrifft. Wir haben viele Serien wie 'Bridgerton', bei denen wir nachfolgende Staffeln sogar wachsen sehen.' Trotz der Rückgänge wurden alle genannten Serien für eine dritte Staffel verlängert.
Als Maßstab für nachhaltigen Erfolg gilt bei Netflix nicht nur die Premiere-Woche, sondern auch die Dauernutzung zwischen Staffelstarts. 'Stranger Things' etwa sammelte in den Jahren 2023 und 2024 ohne neue Episoden jeweils mehr als 70 Millionen Aufrufe pro Jahr allein durch Katalogabrufe der ersten vier Staffeln.
Netflix feiert 111 Emmy-Nominierungen
Im Hintergrund all dieser Entscheidungen steht ein Netflix, das sich in einer starken Phase befindet. Der Streamer erhielt in diesem Jahr 111 Emmy-Nominierungen, darunter Anerkennungen für Serien wie 'The Diplomat' und 'Beef'. Jinny Howe sprach im Zuge der Nominierungsbekanntgabe auch mit Lawrence Kasdan, der Emmy-Nominierungen für eine Dokumentation über Martin Short erhielt.
Bridgerton, eine der stabilsten Serien im Netflix-Portfolio, soll in seiner vierten Staffel laut internen Zahlen in den ersten 91 Tagen 97,3 Millionen Aufrufe gesammelt haben. Das liegt knapp unterhalb der offiziellen Top-10-Liste der meistgesehenen englischsprachigen Serien, in der 'His & Hers' mit 98,2 Millionen Aufrufen auf Platz zehn steht.
Die Kombination aus Emmy-Prestige, starken Abrufzahlen bei Thrillern und der Stabilität romantischer Serien zeichnet ein Bild eines Streamers, der bewusst auf mehrere Genres gleichzeitig setzt, um unterschiedliche Zuschauergruppen dauerhaft zu binden.
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Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.
Alle Artikel von SophieSophie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.