Task Staffel 2 nimmt Form an: Was Ingelsby über die Fortsetzung verrät

Welche Geschichte blieb in Task Staffel 1 wirklich unvollendet? Showrunner Brad Ingelsby nennt eine nicht abgeschlossene emotionale Erzählung als einzigen Grund für die Fortsetzung auf HBO. Was genau ihn zurückzieht, bleibt vorerst offen.
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Erstes Mal zurück zu alten Charakteren
Brad Ingelsby sitzt in seinem Büro in Pennsylvania und bereitet Staffel 2 von Task vor. Für den Schöpfer der Serie ist es ein Karriere-Novum: Er kehrt erstmals zu einer Welt zurück, die er selbst erschaffen hat. Weder bei seinem Filmdebüt noch bei Mare of Easttown, seiner anderen HBO-Krimiserie mit Kate Winslet, hatte er jemals eine Fortsetzung geschrieben.
Gegenüber Deadline erklärte Ingelsby: 'Ich dachte, es gibt eine emotionale Geschichte, die noch nicht vollständig aufgelöst wurde. Das war für mich ein wesentlicher Grund, warum ich glaubte, dass wir Staffel 2 machen können.' Der Showrunner beschreibt den Prozess als ungewohnt, aber zunehmend vertraut.
Besonders leicht fällt ihm das Schreiben für Martha Plimptons Figur. Ihre Stimme kenne er inzwischen so gut, dass jede Szene mit ihr seinen Schreibprozess erleichtere. Einen ähnlichen Vorteil habe er nun bei allen Hauptfiguren: Er wisse, was die Schauspieler können und wo ihre Stärken liegen.
Tom Brandis und sein Sohn Ethan
Im Zentrum von Staffel 2 steht die Frage, was passiert, wenn Ethan nach Hause kommt. FBI-Agent Tom Brandis, gespielt von Oscar-nominiertem Emmy-Gewinner Mark Ruffalo, muss sich mit einem Sohn auseinandersetzen, der unter dem Gewicht von Scham und Schuld steht. Ingelsby beschreibt das als emotional aufgeladenes Terrain, das ihn als Vater und als Autor gleichermaßen fesselt.
Die Figur des Tom Brandis hat ihre Wurzeln in Ingelsbys eigenem Onkel, einem Augustiner-Priester. Brandis studierte selbst im Priesterseminar, bevor er zum FBI wechselte. Seine besondere Qualität als Ermittler ist deshalb keine Waffengewalt, sondern Empathie. Ingelsby sagte dazu: 'Tom ist kein großartiger FBI-Agent im klassischen Sinne. Er ist nicht der Erste, der durch die Tür stürmt. Sein Talent ist, dass er zuhört und mitfühlt.'
Ruffalo bringe genau diese Eigenschaften mit: Mitgefühl, Aufmerksamkeit, Menschlichkeit. Ingelsby sieht eine echte Parallele zwischen dem Schauspieler und der Figur, die er spielt, und meint das ausdrücklich als Kompliment.
Robbie, Pelphrey und die Autofahrt
Tom Pelphrey, bekannt aus Ozark, übernahm die Rolle des Robbie, eines Diebs, der ausschließlich bei Kriminellen stiehlt. Die Besetzung war schwierig: Die Figur musste körperliche Präsenz in gefährlichen Situationen ausstrahlen und gleichzeitig einen Träumer verkörpern, der seinen Sohn ins Bett bringt und von einem Leben in Kanada fantasiert. Pelphrey lieferte beides.
Die entscheidende Szene der ersten Staffel ist die gemeinsame Autofahrt von Tom und Robbie, die Ingelsby selbst mit der Café-Szene aus dem Klassiker Heat vergleicht. Robbie fährt in den sicheren Tod, um seine Familie zu schützen. Tom verliert seinen Glauben, findet ihn aber durch Robbies Gnadenakt wieder. 'Robbie hatte die Chance, ihn zu töten, und sagte stattdessen: Geh in die Wälder. Du bist ein anständiger Mensch, Tom', beschreibt Ingelsby die Schlüsselszene.
Strukturell war diese Szene der schwierigste Teil der Staffel. Die beiden Figuren starten als Gegner und nähern sich langsam an. Am Ende steht ein Akt der Gnade, der Toms weiteres Handeln in der Serie bestimmt, bis hin zu seiner Entscheidung, das Kind am Ende loszulassen.
Mahershala Ali als neuer Antagonist
Staffel 2 bringt Mahershala Ali als neue Gegenfigur zu Mark Ruffalo. Ali spielt eine Figur mit einem eigenen Team, dessen Mitglieder Ingelsby bereits mit eigenständigen Charakterbögen ausgestattet hat. Die Besetzung dieser Nebenrollen laufe derzeit, und man treffe auf vielversprechende Schauspieler.
Für Ingelsby ist das Schreiben neuer Figuren der kreativ befriedigendste Teil seiner Arbeit. Die Handlung empfindet er als Herausforderung, die Charaktere als Freude. Er gibt offen zu, sich selbst bremsen zu müssen: 'Ich muss mir sagen, hör auf, so viele Figuren zu schreiben. Du musst ein wenig zurückschrauben. Ich würde einfach weitermachen.'
Fabien Frankel als Grasso, Alison Oliver als Lizzie und Thuso Mbedu als Aleah prägten die erste Staffel mit eigenständigen Bögen. Ingelsby beschreibt seinen Ansatz: Jede Figur im Ensemble muss eine eigene Funktion haben, emotional wie dramaturgisch, kein Charakter darf nur den Handlungsstrang vorantreiben.
Delco County als Serienuniversum
Task und Mare of Easttown spielen in derselben Gegend, dem Delco County in Pennsylvania. Ingelsby hat das bewusst nicht kaschiert, sondern als Stärke eingesetzt. Beim Start der Produktion habe das Team aktiv beschlossen, die Nähe zu Mare zu betonen, nicht zu vermeiden. Wer Mare gesehen habe, solle sofort das Gefühl bekommen: Ich kenne diese Welt, ich weiß, was mich erwartet.
Dieser Wiedererkennungseffekt schaffe Vertrauen beim Publikum. Geschichten über Arbeiterklasse-Milieus, komplexe Familienstrukturen und moralische Graubereiche, das sei das Versprechen, das beide Serien einlösen. Therapeutin Ariel begleitet die Produktion und liest alle Drehbücher, um psychologische Authentizität zu gewährleisten.
Ingelsby schreibt diese Welt seit Jahren, sein erster Thriller in der Region entstand 2010. Task markiert trotzdem eine neue Phase: Zum ersten Mal kehrt er zurück, statt neu zu beginnen. Wie er selbst sagt, gewöhnt er sich gerade erst daran.
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Julianne Nicholson kehrte mit Zweifeln zu Task Staffel 2 zurück
Lori Ross kehrt zurück, obwohl ihre Darstellerin fast abgesagt hätte. Julianne Nicholson, zweifache Emmy-Gewinnerin, spielt die Rolle in Task Staffel 2 erneut für HBO. Für Fans von Mare of Easttown bedeutet das eine Wiederbegegnung mit einer der gefeiertsten Serienfiguren der letzten Jahre.

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Kein einziger Regisseur aus Staffel 1 kehrt zurück, nur eine Regisseurin. Richardson-Whitfield bleibt als einzige Konstante, drei neue Namen komplettieren das erste rein weibliche Regie-Team der Serie. Dass HBO ausgerechnet bei einem Testosteron-schweren Crime-Thriller diesen Schritt wählt, macht die Entscheidung bemerkenswert.

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Drei Oscar-Preisträger in einer HBO-Serie: Das verschiebt alles. Édgar Ramírez stößt in Staffel 2 zu Mark Ruffalo und Mahershala Ali beim Crime-Drama Task. Wer diese drei Namen zusammenbringt, setzt die Messlatte für die gesamte Staffel neu.
Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
Alle Artikel von JuliaJulia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.