Stick Staffel 2 nimmt Gestalt an: Was Jason Keller über die neuen Folgen verrät

Ein Vierjähriger, der stirbt, in einer Halbstunden-Comedyserie: Das klingt nach Absturz. Jason Keller hat diesen Verlust trotzdem ins Zentrum von Stick gestellt. Dass die Serie bei Apple TV+ damit funktioniert hat, ist alles andere als selbstverständlich.
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Golf als Vehikel für Menschen
Stick ist eine zehnteilige Dramedy bei Apple TV+, in der Owen Wilson den pensionierten Golfprofi Pryce Cahill spielt. Pryce entdeckt sein Talent als Coach, als er den aufstrebenden jungen Spieler Santi begleitet, verkörpert von Peter Dager. Themen wie Trauer, Erlösung und eine selbst gewählte Familie ziehen sich durch die gesamte erste Staffel.
Schöpfer Jason Keller betont, dass Golf in der Serie vor allem als Rahmen dient. 'Der Kern der Serie sind Menschen, die versuchen, sich gegenseitig zu verstehen und miteinander auszukommen', erklärte Keller gegenüber Deadline. Wer kein Golf kennt oder mag, findet trotzdem Zugang zur Geschichte.
Das Ensemble vervollständigen Mariana Treviño, Marc Maron und Lilli Kay. Keller suchte bei der Besetzung gezielt nach Schauspielerinnen und Schauspielern, die den Figuren etwas mitgeben, das über das Drehbuch hinausgeht. Gespräche über persönliche Berührungspunkte mit den Charakteren prägten den gesamten Casting-Prozess.
Pryce: Gebrochen, aber offen
Pryce Cahill ist keine einfache Figur. Er hat das Schlimmste erlebt, was einem Menschen passieren kann: Er verlor seinen vierjährigen Sohn. Keller beschreibt die Herausforderung, dieses Trauma in einer halbstündigen Dramedy authentisch zu behandeln, als eine der schwersten Aufgaben der gesamten Produktion.
Dennoch ist Pryce kein verbitterter oder grausamer Charakter, obwohl sein Karriereabsturz das nahelegen würde. Keller sieht darin eine bewusste Entscheidung: Wer das Schlimmste überlebt, kann daran weicher werden. 'Das macht einen empathischer, sensibler', so Keller. Genau dieser Pryce begegnet dem Publikum in Staffel 1.
Owen Wilson brachte sich selbst stark in die Figur ein. Keller und Wilson arbeiteten von Anfang an eng zusammen und diskutierten Pryces Haltungen und Perspektiven fortlaufend. Das Ergebnis ist ein Protagonist, der nicht auf Erlösung durch andere wartet, sondern bereit ist, sich selbst anzunehmen.
600 Kandidaten für eine Rolle
Die Suche nach dem Darsteller für Santi dauerte ungewöhnlich lang. Casting-Direktorin Rachel Tenner suchte weltweit, nicht nur in Los Angeles oder New York. Am Ende hatten Keller und sein Team rund 600 Schauspieler für die Rolle gesichtet.
Peter Dager schickte ein Selbst-Aufnahme-Video ein. Keller war sofort überzeugt und rief noch am selben Tag Tenner sowie die Regisseure der ersten zwei Episoden an. 'Ihr müsst euch das ansehen. Dieser Typ ist wirklich gut', erinnert sich Keller. Dager ließ die Figur auf eine Weise lebendig werden, die Keller selbst nicht erwartet hatte.
Für Dager war es die erste große Hauptrolle. Keller lobt ihn als absolut professionell. Probelesungen mit Treviño und Wilson bestätigten den Eindruck: Dager passte ins Ensemble, als hätte er dort schon immer hingehört.
Staffel 2 als Herkunftsgeschichte
Staffel 2 nimmt sich vor, die Lücken in Pryces Biografie zu schließen. Die Familie, die sich in Staffel 1 zusammengefunden hat, bricht in unterschiedliche Richtungen auf. Die Verbindungen bleiben, aber jede Figur folgt ihrem eigenen Weg.
Das Spannendste aus Sicht des Showrunners ist der Blick zurück. 'Staffel 2 ist in gewisser Weise eine Herkunftsgeschichte für Pryce', erklärte Keller. Zu sehen sein wird, wie Pryce als junger Spieler zum Golf kam, welche Beziehung er damals zu dem Sport hatte und welche Rückschläge ihn zu dem Mann formten, den das Publikum in Staffel 1 kennengelernt hat.
Damit dreht Keller das klassische Sportdrama-Schema um: Statt nach vorne zu schauen, taucht die Serie in die Vergangenheit ein, um die Gegenwart verständlicher zu machen. Ein Startdatum für Staffel 2 steht bislang noch aus.
Emotionale Tiefe trifft Leichtigkeit
Eine der zentralen Balanceaufgaben für Keller war es, schwere Themen und leichtere Momente nebeneinander zu stellen, ohne dass eines das andere verdrängt. Der Tod von Pryces Sohn ist kein Stoff für Witze. Gleichzeitig wollte das Team nicht darum herumschreiben.
Keller beschreibt den Prozess als intensiv und von vielen Gesprächen begleitet. Ziel war es, die Situation behutsam, aber ehrlich zu behandeln. Das Ergebnis ist eine Serie, die traurige Momente zulässt, ohne in Betroffenheitskitsch zu verfallen.
Dieses Gleichgewicht zieht sich durch das gesamte Konzept von Stick: Menschliche Geschichten erzählen, die berühren, ohne zu überfordern. Keller, Wilson, Treviño, Maron, Kay und Dager haben gemeinsam eine Serie geschaffen, die über Sport hinausweist und beim Publikum auf Apple TV+ Anklang gefunden hat.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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