Star City dreht den Spionage-Thriller auf die andere Seite
Der Kalte Krieg bekommt eine weibliche Perspektive, die alles verändert. Agnes O'Casey spielt in Star City auf Apple TV+ eine sowjetische Geheimdienstlerin, an der Seite von Rhys Ifans und Anna Maxwell Martin. Der For-All-Mankind-Ableger könnte das Spionagegenre nachhaltig neu definieren.
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Star City: Ableger von For All Mankind
Star City ist ein Ableger der Apple-TV+-Serie For All Mankind und dreht sich um die Sowjetunion im Kontext des Weltraumwettlaufs. Rhys Ifans und Anna Maxwell Martin führen das Ensemble an, das in einer alternativen Geschichtsversion des Kalten Krieges agiert.
For All Mankind hat sich still und leise zu einer der am längsten laufenden Serien auf Apple TV+ entwickelt. Mit Star City weitet die Produktion ihr Universum nun deutlich aus und rückt die sowjetische Perspektive in den Mittelpunkt.
Die Weltpremiere von Star City findet beim renommierten Serienfestival Canneseries statt, was dem Projekt bereits vor dem offiziellen Start auf der Streamingplattform internationale Aufmerksamkeit sichert.
O'Casey als Agentin Irina Morozova
Agnes O'Casey spielt in Star City Irina Morozova, eine Newcomerin in der Überwachungsabteilung des sowjetischen Geheimdienstes. Die Figur wird von der erfahrenen Abteilungsleiterin, gespielt von Anna Maxwell Martin, unter ihre Fittiche genommen.
Eine ältere Version der Irina Morozova war bereits in For All Mankind zu sehen: Dort verkörperte Svetlana Efremova die Figur. O'Caseys Darstellung zeigt nun die jungen Jahre dieser komplexen Frau.
O'Casey beschreibt Irina als vielschichtigen Charakter: 'Zunächst wirkte sie auf mich wie eine Bösewichtin, und ich musste einen Weg finden, sie zu rechtfertigen. Doch nach und nach begann ich, sie als nuanciertere Figur zu begreifen.' Diese Entwicklung zieht sich durch die gesamte Staffel.
Tiefe Recherche für die Sowjet-Rolle
Für ihre Vorbereitung auf die Rolle tauchte O'Casey intensiv in historische Quellen ein. Besonders prägend war Svetlana Alexievichs Oral-History-Werk 'Secondhand Time: The Last of the Soviets', das ihr einen unmittelbaren Zugang zur sowjetischen Alltagserfahrung verschaffte.
Ebenso wichtig war Ben Macintyres 'The Spy and The Traitor', das laut O'Casey für die gesamte Star-City-Besetzung zur einer Art Bibel wurde. Diese intensive Auseinandersetzung mit der Materie spiegelt sich in der Tiefe ihrer Darstellung wider.
O'Casey betont, dass sie durch ihre Bühnenarbeit als Theaterschauspielerin zu sich selbst gefunden hat. Die Erfahrung aus der West-End-Produktion gibt ihr nun ein sicheres Fundament für die Filmarbeit: 'Ich freue mich wirklich darauf, etwas zu drehen, bei dem ich das Gefühl habe, festen Boden unter den Füßen zu haben.'
Ein Jahr voller Spionage-Rollen
2026 ist für Agnes O'Casey das Jahr der Geheimagentinnen. Neben Star City kehrt sie als Liz Gold in die BBC-und-MGM+-Produktion Legacy of Spies zurück, die auf John le Carrés Romanvorlage basiert. Die Rolle hatte sie zuvor bereits in der West-End-Bühnenadaption von 'Der Spion, der aus der Kälte kam' gespielt.
Für Legacy of Spies steht O'Casey vor einem hochkarätigen Ensemble: Matthew Macfadyen, Daniel Brühl und Dan Stevens gehören zur Besetzung. Die Dreharbeiten stehen unmittelbar bevor.
Hinzu kommt die Rückkehr zu Black Doves auf Netflix. O'Casey hat sich damit innerhalb kürzester Zeit als eine der gefragtesten Darstellerinnen im Spionage-Genre etabliert, nachdem sie ihren Durchbruch in der BBC-Serie Ridley Road gefeiert hatte, ebenfalls in einer Undercover-Rolle.
Der Traum vom weiblichen Bond
Beim Gedanken an eine weibliche James-Bond-Version leuchten O'Caseys Augen. Der Ursprung liegt in einem Freundeskreis-Spiel: Bei der Frage 'Bond oder Indiana Jones?' entschied sie sich für Bond und konnte seitdem nicht mehr aufhören, sich die Möglichkeiten vorzustellen.
Ihre Vision ist klar: eine Frau, die so wandlungsfähig ist wie Bond selbst, die in einem Aston Martin durch die Welt rast und bei der aus den klassischen Bond-Girls kurzerhand Bond-Kerle werden. 'In meinem Kopf ist das die lustigste Sache der Welt', sagt O'Casey.
Die Faszination für Doppelleben zieht sich durch O'Caseys gesamte Karriere. Sie erklärt es so: 'Es gibt etwas an einem Doppelleben, das mich anzieht. In der Schule war ich brav, fühlte mich innerlich aber heimlich schlecht benommen. Wir alle leben irgendwie ein Doppelleben.' Genau diese innere Spannung bringt sie in jede ihrer Rollen ein.
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Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
Alle Artikel von AnnaAnna hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.