South Park triumphiert mit drei Emmy-Nominierungen 2026, Staffel 29 steht bevor

·14.08.2026, 00:00 Uhr·5 Min
South Park triumphiert mit drei Emmy-Nominierungen 2026, Staffel 29 steht bevor
Bild: Comedy Central · TMDB

South Park hat 2026 so viele Emmy-Nominierungen wie nie zuvor. Mit drei gleichzeitigen Nominierungen in den Kategorien Animation, Sprechleistung und Musik setzt die Serie von Trey Parker und Matt Stone neue Maßstäbe. Staffel 29 startet damit mit dem stärksten Rückenwind seit Jahren.

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30 Jahre South Park: Eine Bilanz

Am 13. August 1997 sendete Comedy Central die allererste South Park-Episode, 'Cartman Gets an Anal Probe', und stellte damit vier zehnjährige Freunde aus Colorado vor: Stan Marsh, Kyle (Matt Stone) Broflovski, Eric Cartman und Kenny McCormick. Drei Jahrzehnte später ist die Serie mit 28 Staffeln eine der langlebigsten Animationsserien der Fernsehgeschichte, und Staffel 29 steht unmittelbar bevor.

Emmy-technisch hat South Park 20 Nominierungen gesammelt und fünf Mal gewonnen. In diesem Jahr, im Sommer 2026, erhielt die Serie sogar drei Nominierungen gleichzeitig: in der Kategorie 'Herausragendes Animationsprogramm', für 'Herausragende Sprechleistung' sowie für 'Herausragende Originalmusik und Liedtexte'. Das ist ein Rekord für die Produktion.

Trey Parker erklärte gegenüber der New York Times, warum die Serie trotz ihrer Langlebigkeit nicht an Biss verliert: 'Wir sind einfach sehr ausgewogene Typen. Extremisten jeder Art nehmen wir aufs Korn. Wir haben das jahrelang mit dem Woke-Ding gemacht. Das war zum Schreien komisch für uns. Und das hier ist zum Schreien komisch für uns.' Dieses Selbstverständnis erklärt, warum South Park fünf Präsidenten überlebt hat, ohne sich einer Seite zu verschreiben.

Clinton: Der charmante Schurke

William Jefferson Clinton war der erste amtierende Präsident, den South Park in seine Welt aufnahm. Sein Debüt hatte er in Staffel 2, Episode 2, 'Cartman's Mom is Still a Dirty Sl*t', wo er von Liane Cartman ins Bett gelockt wird, um ihn zu einer Gesetzesänderung zu bewegen. Die Szene ist dunkel, selbst nach South-Park-Maßstäben, aber Clinton übersteht sie mit einem gewissen Charme.

Seinen größten Auftritt hatte Clinton im Kinofilm 'South Park: Bigger, Longer & Uncut' von 1999, wo er auf die Foul-Mouthed-Komödie der kanadischen Comedians Terrance und Phillip reagiert, indem er Kanada mit Krieg bedroht. Dass Saddam Hussein dabei aus der Hölle heraus die Fäden zieht, passt zur typischen South-Park-Logik: Kein politisches Szenario ist zu absurd, um es nicht noch eine Stufe weiterzudrehen.

Clintons letzter Auftritt war besonders bitter: In der Episode 'Oh Jeez', die buchstäblich einen Tag nach der Wahl von Donald Trump im November 2016 ausgestrahlt wurde, singt Clinton ein Duett mit Bill Cosby und bewirbt einen mysteriösen 'Gentlemen's Club'. Die Kombination aus Clintons Ruf und Cosbys späterer Verurteilung macht diese Szene im Rückblick zu einem der dunkelsten Witze der Seriengeschichte.

Bush und das Sitcom-Experiment

George W. Bush tauchte erstmals in 'Super Best Friends' auf, einer Episode vom Juli 2001, die inzwischen auf den meisten Streamingplattformen verschwunden ist. Der Grund: Die Episode zeigt den Propheten Mohammed als Mitglied einer Superhelden-Koalition, was nach den Ereignissen des 11. September 2001 für erhebliche Kontroversen sorgte. Bush selbst hat darin nur eine kleine Nebenrolle.

Parker und Stone widmeten Bush ein eigenes Format: 'That's My Bush!', eine achteilige Meta-Sitcom, die traditionelle amerikanische Familienserien wie 'The Jeffersons' parodierte, komplett mit Lachspur und eingespieltem Studiopublikum. Timothy Bottoms spielte Bush, der unter anderem versehentlich Ecstasy statt Aspirin schluckt und einen Weltraumlaserstrahl auf Österreich abfeuert. Die Serie startete im April 2001 und wurde vier Monate später abgesetzt.

Inhaltlich behandelt South Park Bush milder als andere Präsidenten. In 'Mystery of the Urinal Deuce' taucht Bush auf, um zu erklären, dass die Regierung 9/11-Verschwörungstheorien selbst streut, damit die Bevölkerung glaubt, der Staat habe alles unter Kontrolle. 'Die Leute müssen denken, dass wir allmächtig sind', sagt Bush in der Episode. 'Wenn sie wüssten, dass wir 9/11 nicht orchestriert haben, würden sie denken, wir kontrollieren gar nichts.'

Obama, Biden und das Schweigen

Barack Obamas Amtszeit lieferte Parker und Stone zwei ihrer cleveren Timing-Coups. Als Staffel 12 geplant wurde, fiel die zwölfte Episode genau auf den Tag nach der Präsidentschaftswahl 2008. Parker nutzte das, um 'About Last Night...' mit wörtlichen Passagen aus Obamas Siegesrede zu bestücken. Die Episode zeigt South Park gespalten: eine Hälfte in Euphorie, die andere in Apokalypse-Stimmung, während Obama und sein scheinbarer Gegner John McCain heimlich gemeinsam den Hoffnungsdiamanten aus dem Smithsonian stehlen.

Bei Obamas Wiederwahl 2012 griff Cartman ein: In 'Obama Wins!' reist er als vermeintlich unschuldiges Kind durch Swing States und klaut Wahlzettel für die chinesische Regierung, die dafür die Rechte am Star Wars-Franchise verlangt. Morgan Freeman erklärt das alles beim Abendessen im Red Lobster. Die Episode nahm Wahlmanipulationsängste vorweg, die Jahre später politische Realität wurden.

Joe Biden hingegen blieb South Park weitgehend fremd. Sein animiertes Cameo wurde aus 'About Last Night...' herausgeschnitten, und sein einziger sichtbarer Auftritt in der Serie ist ein Foto auf dem Pinnwand-Chaos eines QAnon-Verschwörungstheoretikers im 'South ParQ Vaccination Special' von 2021, versehen mit Teufelshörnern und Schwanz. Mehr war nicht.

Trump: Das Foto-Realismus-Experiment

Als Donald Trump 2025 ins Weiße Haus zurückkehrte, waren Parker und Stone vorbereitet. Die Staffeln 27 und 28, jeweils fünf Episoden, griffen Trump mit einer Intensität an, die die Serie neu definierte. Möglich gemacht wurde das auch durch einen frisch unterzeichneten Vertrag mit Paramount+ im Wert von rund 1,38 Milliarden Euro, der den Machern offenbar Rückendeckung für das Risiko gab.

Die Darstellung Trumps brach mit der South-Park-Ästhetik: Statt der üblichen Papierausschnitt-Optik erschien Trump als fotorealistisches Bild-Montage des echten Mannes, mit einem schmalen Schlitz als Mund und einer quietschig hohen Stimme, die keinerlei Ambitionen hatte, eine Imitation zu sein. Mar-a-Lago wurde als Fantasy-Island-Resort gezeigt, wo ein miniaturhafter J.D. Vance die Rolle des aufgeregten Sidekicks spielt. Melania geistert durch den Westflügel wie eine japanische Horrorfilm-Figur.

Die Reaktion des Weißen Hauses war bemerkenswert zahm: 'Diese Serie ist seit über 20 Jahren nicht mehr relevant und hängt an einem seidenen Faden mit uninspirierten Ideen in einem verzweifelten Versuch, Aufmerksamkeit zu erregen', hieß es in einem Statement. Insidern zufolge war Trump privat wütend. Staffel 29 startet wenige Tage nach der Emmy-Verleihung im September 2026, und die Branche wartet gespannt, was Parker und Stone sich als nächstes einfallen lassen.

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Quelle: Comedy CentralZuletzt aktualisiert: 14.08.2026, 00:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
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Marie Weber
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Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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Marie hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.

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