South Park-Schöpfer Parker und Stone in die TV Academy Hall of Fame aufgenommen

Die Television Academy ehrt ausgerechnet die Macher der rücksichtslosesten Satire im US-Fernsehen. Trey Parker und Matt Stone gehören dem 28. Hall-of-Fame-Jahrgang an, einer Klasse mit insgesamt sieben Aufnahmen. Dass eine Serie, die Päpste, Präsidenten und die Academy selbst verspottet hat, nun dort landet, hätte kaum jemand erwartet.
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Der 28. Jahrgang der Hall of Fame
Die Television Academy hat die sieben Mitglieder des 28. Aufnahme-Jahrgangs bekanntgegeben. Seit der Gründung der Hall of Fame im Jahr 1984 wurden bislang rund 180 Einzelpersonen, Gruppen und Sendungen aufgenommen. Die Kriterien sind klar: außergewöhnliche Beiträge zur Kunst, Wissenschaft oder Verwaltung des Fernsehens, erbracht über eine gesamte Karriere oder durch singuläre Leistungen.
Cris Abrego, Vorsitzender der Television Academy, erklärte: 'Diese visionären Darsteller, Schöpfer, Führungspersönlichkeiten und Geschichtenerzähler haben einen tiefgreifenden und dauerhaften Einfluss auf die Fernsehindustrie hinterlassen.' Die Auswahlkommission leitete Rick Rosen, Mitgründer der Agentur WME und Leiter des Fernsehbereichs. Zu den weiteren Mitgliedern zählten Karey Burke als Präsidentin von 20th Television sowie Produzentin Marcy Carsey.
Die Verleihung findet am Eröffnungsabend von Televerse statt, dem offiziellen Festival der Television Academy. Das Festival selbst läuft vom 14. bis 16. August im JW Marriott in Los Angeles.
Parker und Stone: 29 Staffeln South Park
Trey Parker und Matt Stone gehören zu den einflussreichsten Animatoren der Fernsehgeschichte. Ihr gemeinsames Werk South Park feierte 1997 auf Comedy Central Premiere und bereitet sich derzeit auf die 29. Staffel vor. Die Serie sammelte 18 Emmy-Nominierungen und gewann fünf Mal in der Kategorie Bestes Animationsprogramm. In Deutschland ist South Park auf Paramount+ abrufbar.
Über das Fernsehen hinaus prägten Parker und Stone gemeinsam mit Songwriter Bobby Lopez das Broadway-Musical 'The Book of Mormon', das 2011 Premiere feierte und in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen begeht. Das Stück ist inzwischen das zehntlängste Musical der Broadway-Geschichte und gewann neun Tony Awards, darunter für das Beste Musical, den Besten Originalscore und das Beste Buch eines Musicals.
Rosen fasste die Bedeutung der Geehrten zusammen: 'Jeder dieser sieben Preisträger hat durch seine Kreativität, Führungsstärke und Hingabe an das Handwerk einen außergewöhnlichen Beitrag zum Fernsehen geleistet.'
Danson und Smart: sieben Emmys und mehr
Ted Danson ist vor allem für seine Rolle als Barkeeper Sam Malone in der Kultserie Cheers bekannt, die elf Staffeln lief und dreimal als Beste Comedyserie ausgezeichnet wurde. Zuletzt war er in der Netflix-Comedyserie 'A Man on the Inside' zu sehen und spielte sich selbst in der finalen Staffel von 'Curb Your Enthusiasm'. Für seine Rolle als Michael in 'The Good Place' erhielt er seine 14. Emmy-Nominierung.
Jean Smart wiederum zählt zu den vielseitigsten Schauspielerinnen des amerikanischen Fernsehens. Sie gewann sieben Emmy Awards und ist eine von nur zwei Schauspielerinnen, die den Preis in den Kategorien Hauptrolle, Nebenrolle und Gastauftritt in einer Comedyserie erhalten hat. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen 'Hacks', 'Mare of Easttown', 'Watchmen' und 'Fargo'. Außerdem erhielt sie drei Golden Globes und drei SAG-Auszeichnungen.
Sarandos formte Netflix zur Originalmacht
Ted Sarandos trägt seit dem Jahr 2000 die Verantwortung für alle Inhalte bei Netflix und wurde im Juli 2020 zum Co-CEO ernannt. Den entscheidenden Kurswechsel leitete er 2013 ein, als Netflix mit 'House of Cards', 'Arrested Development' und 'Orange Is the New Black' in die Eigenproduktion einstieg und damit die gesamte Streaming-Branche neu definierte.
Sarandos wurde zweimal in die Liste der 100 einflussreichsten Personen des Time Magazine aufgenommen, 2013 und 2025. König Charles III. verlieh ihm 2024 den Titel eines Commander of the British Empire für seine Verdienste um die britische Kreativwirtschaft. Er ist zudem Treuhänder des American Film Institute und des Paley Center for Media.
Nevins und Bradley: Dokumentarfilm-Legenden
Sheila (Mona Marshall) Nevins produzierte in mehr als drei Jahrzehnten bei HBO über 1.500 Dokumentarfilme, darunter Spike Lees Aufarbeitung des Hurrikans Katrina. Mit 32 individuellen Primetime Emmy Awards hält sie einen Rekord, den bislang keine andere Person übertroffen hat. Bereits im Jahr 2000 wurde sie in die Broadcasting and Cable Hall of Fame aufgenommen; 2009 erhielt sie den Governors Award der Television Academy.
Ed Bradley war einer der ersten schwarzen Journalisten, der sich auf nationaler Ebene einen Namen machte. Fast seine gesamte 39-jährige Karriere verbrachte er bei CBS News, wo er als Korrespondent der Sendung '60 Minutes' zum bekanntesten Gesicht des investigativen Fernsehjournalismus wurde. Bradley gewann 20 Emmy Awards. Er starb 2006 im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer chronischen lymphatischen Leukämie.
Mit der Aufnahme dieser sieben Persönlichkeiten setzt die Television Academy ein deutliches Zeichen: Die Hall of Fame würdigt nicht nur klassische Unterhaltung, sondern auch journalistische Pionierarbeit und die Transformation des Fernsehens durch Streaming.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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