Sein Tod lässt Fans jetzt an Taxi und die goldene Sitcom-Ära zurückdenken

59 Episoden Mork & Mindy, aber kaum jemand kannte seinen Namen. Howard Storm formte das Gesicht des amerikanischen Sitcom-Fernsehens, blieb selbst jedoch im Schatten seiner Stars. Sein Tod mit 94 Jahren macht dieses Ungleichgewicht zwischen Wirkung und Bekanntheit sichtbar.
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Ein Leben hinter der Kamera
Howard Storm starb im Alter von 94 Jahren in Beverly Hills. Sein Tod geht auf natürliche Ursachen zurück. Storm gehörte zu jener Generation von Fernsehregisseuren, die das amerikanische Sitcom-Format in den 1970er und 1980er Jahren maßgeblich mitgestalteten.
Seine Karriere als Regisseur begann 1975, als er eng mit James L. Brooks und Garry Marshall zusammenarbeitete. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden Episoden von Rhoda, insgesamt sechs Stück, die seinen Ruf als verlässlichen Handwerker mit komödiantischem Gespür begründeten.
Über die Jahre inszenierte Storm 59 Episoden von Mork & Mindy, zwei Episoden von Taxi sowie je drei Episoden von Full House und Everybody Loves Raymond. Zu seinen Kollegen vor der Kamera zählten Robin Williams, Christopher Lloyd und Valerie Harper.
Von Woody Allen bis Jim Carrey
Bevor Storm selbst Regie führte, arbeitete er in den 1970er Jahren als Assistent von Woody Allen. An den Produktionen Bananas und Take the Money and Run sammelte er Erfahrungen, die seine spätere Arbeit sichtbar beeinflussten.
1985 wagte Storm den Schritt ins Kino. Sein Regiedebüt Once Bitten war eine Vampirkomödie mit einem damals noch weitgehend unbekannten Jim Carrey in der Hauptrolle, an seiner Seite spielten Lauren Hutton und Karen Kopins. Der Film blieb ein Randwerk, gilt aber als frühes Zeugnis von Carreys komödiantischem Potenzial.
Parallel zur Regiearbeit schrieb Storm Drehbücher für The Partridge Family und verschiedene Bob-Newhart-Produktionen. Diese Doppelrolle als Autor und Regisseur war für seine Generation nicht ungewöhnlich, verlieh ihm aber eine ungewöhnliche Kontrolle über das Material.
Stand-up-Comedian als Ausgangspunkt
Vor seiner Karriere beim Fernsehen stand Storm auf der Bühne. Als Stand-up-Comedian tourte er als Vorprogramm von Sänger Andy Williams und trat mehr als ein Dutzend Mal in der Merv Griffin Show auf. Diese Bühnenerfahrung schärfte sein Gespür für Timing, eine Fähigkeit, die Sitcom-Regie direkt verlangt.
Der Weg vom Mikrofon zur Kamera war für Storm kein Bruch, sondern eine Verlängerung derselben Arbeit. Wer weiß, wann ein Publikum lacht, weiß auch, wann eine Kamera schneiden muss. Diese Intuition zog sich durch sein gesamtes Schaffen.
1999 inszenierte Storm noch eine Episode von Kenan & Kel, ehe er selbst vor die Kamera trat: kleine Schauspielrollen in Valentine's Day (2010) und An Old Man's Gold (2012) markierten den Abschluss einer langen Karriere im Unterhaltungsgeschäft.
Mork & Mindy als Lebenswerk
Keine andere Serie ist so eng mit Storms Namen verbunden wie Mork & Mindy. 59 Episoden der Robin-Williams-Serie führte er Regie, eine Zahl, die kaum ein anderer Regisseur dieser Ära bei einer einzelnen Produktion erreichte. Storm war damit ein wesentlicher Architekt des Tons, der die Serie zu einem Phänomen machte.
Die Zusammenarbeit mit Robin Williams galt als besonders intensiv. Williams improvisierte ausgiebig, und Storm schuf den Rahmen, in dem diese Energie funktionierte, ohne das Format zu sprengen. Diese Balance zwischen Kontrolle und Freiheit war Storms eigentliche Stärke.
Auch bei The Redd Foxx Show und Better Days arbeitete Storm mit Comedians zusammen, die ihre Bühnenpräsenz in die Kamera mitbrachten. Sein Hintergrund als Comedian selbst machte ihn zum idealen Vermittler zwischen Schauspielern und Produktionsapparat.
Hinterbliebene und Erinnerung
Howard Storm hinterlässt seine beiden Söhne Anthony und Casey, Schwiegertochter Julia sowie die Enkel Leo und Sidney. Über Trauerfeierlichkeiten wurde zunächst nichts bekannt.
Storms Werk ist in Deutschland über Streaming-Anbieter zugänglich, auf denen Klassiker wie Full House und Everybody Loves Raymond verfügbar sind. Eine gesonderte Würdigung oder Retrospektive im deutschsprachigen Raum steht noch aus.
Mit Howard Storm verliert die Fernsehgeschichte einen Regisseur, der nie im Rampenlicht stand, aber das Bild prägte, das Millionen Menschen von ihren Lieblingsserien im Kopf haben.
Artikel geschrieben von:

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.
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