Rassismus-Vorwürfe treffen Matlock kurz nach dem Serienerfolg

·17.06.2026, 20:31 Uhr·3 Min
Rassismus-Vorwürfe treffen Matlock kurz nach dem Serienerfolg
Bild: NBC · TMDB

Eine Klage bedroht den Erfolg von Matlock von innen heraus. Ex-Autor John Lowe verklagt CBS, Showrunnerin Jennie Snyder Urman und zwei weitere Produzenten wegen Diskriminierung und sexuell explizitem Verhalten am Set. Für die Kathy-Bates-Serie, die gerade erst als Comeback gefeiert wurde, könnte das den Ruf dauerhaft beschädigen.

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Klage gegen CBS und Produzenten

John Lowe, der seit Oktober 2023 als leitender Drehbuchredakteur für Matlock tätig war, reichte am Mittwoch Klage beim Landgericht Los Angeles ein. Beklagte sind neben CBS TV Studios auch Showrunnerin Jennie Snyder Urman sowie die ausführenden Produzenten Nicki Renna und Jeffrey Lieber. Lowe fordert Schadensersatz in nicht näher bezifferter Höhe.

Im Mittelpunkt der elfseitigen Klageschrift steht der Vorwurf, dass Urman und die Produktion 'sexuell explizites und diskriminierendes Verhalten' am Set geduldet hätten. Lowe beschreibt unter anderem nächtliche Anrufe der Showrunnerin in Unterwäsche sowie den Druck, ihren Hund zu übernehmen, wobei sein Arbeitsverhältnis implizit als Druckmittel eingesetzt worden sei.

Lowe wurde nach eigenen Angaben im Juli 2025 ohne Vorwarnung entlassen. Er sieht einen direkten Zusammenhang zwischen seiner Kündigung und den Bedenken, die er zuvor intern geäußert hatte.

Juneteenth-Beleidigung schockiert Kollegen

Besonders schwer wiegt ein Vorfall vom 19. Juni 2025: Als Lowe fragte, ob das Team den Juneteenth-Feiertag begehen werde, soll Urman den Tag als 'Coonteenth' bezeichnet haben. Das rassistische Schimpfwort 'Coon' hat seine Wurzeln im amerikanischen Süden vor der Abschaffung der Sklaverei und dient dazu, schwarze Menschen als faul, laut oder unehrlich darzustellen. Der Juneteenth-Feiertag erinnert an die Verkündung des Endes der Sklaverei im Jahr 1865.

Die Klageschrift hält fest: 'Dies schockierte den Kläger und jene Kollegen, die in Hörweite waren.' Lowe selbst ist Afroamerikaner und schildert den Moment als einen der gravierendsten Vorfälle seiner Zeit bei der Produktion.

Auch Produzentin Nicki Renna wird in der Klage belastet. Sie soll ohne jeglichen kreativen oder produktiven Anlass rassistische und sexuell entwürdigende Kommentare über den schwarzen Darsteller Eme Ikwuakor gemacht haben. Die Klage zitiert wörtlich Aussagen, die Ikwuakor auf der Grundlage seiner Hautfarbe herabsetzten, und stellt klar: Diese Äußerungen standen in keinerlei Zusammenhang mit einer legitimen Casting- oder Produktionsentscheidung.

CBS bestreitet alle Vorwürfe

Nach Lowes Ausscheiden aus der Produktion leitete CBS eine interne Untersuchung der erhobenen Vorwürfe ein. Das Ergebnis dieser Prüfung ist nicht öffentlich bekannt, doch Lowe war offensichtlich nicht zufrieden mit dem Ausgang.

CBS veröffentlichte ein Statement: 'Wir verpflichten uns, ein sicheres und respektvolles Umfeld für alle zu gewährleisten, und nehmen alle Beschwerden am Arbeitsplatz ernst. In diesem Fall wurde eine gründliche Untersuchung abgeschlossen, und wir konnten keine Belege für seine Vorwürfe finden. Wir freuen uns darauf, diese Klage entschieden zu verteidigen.'

Weder Urman noch Renna oder Lieber haben sich bislang öffentlich zu den Anschuldigungen geäußert.

Serie schon früher in Skandalen

Matlock, das Remake des klassischen Anwaltsdramas mit Andy Griffith aus den Jahren 1986 bis 1995, war bereits vor dieser Klage in negative Schlagzeilen geraten. Serienregulär David Del Rio verließ die Produktion abrupt im Oktober 2025, nachdem eine Untersuchung wegen eines Vorwurfs sexuellen Übergriffs eingeleitet worden war.

Der mutmaßliche Vorfall ereignete sich am 26. September 2025 in einem Trailer auf dem Paramount-Gelände und soll Kollegin Leah Lewis betroffen haben, die ebenfalls zur Stammbesetzung gehört. Noch am selben Tag, an dem der Vorfall gemeldet wurde, wurde Del Rio gefeuert und vom Studiogelände eskortiert.

Die Kathy-Bates-Serie hatte seit ihrem Start im September 2024 ein großes Publikum gefunden und gilt als einer der erfolgreichsten neuen Titel der Saison. Die anhaltenden Kontroversen hinter den Kulissen stellen die Produktion nun vor erheblichen Reputationsschaden.

Lowes Karriere und weiteres Vorgehen

John Lowe gilt als erfahrener Branchenkenner, der ursprünglich aus der Casting-Abteilung stammt. Seine Anstellung bei Matlock begann im Oktober 2023 in der Position des leitenden Drehbuchredakteurs. Mit der nun eingereichten Zivilklage macht er drei separate Klagepunkte geltend.

Die Klage zielt darauf ab, nicht nur persönliche Wiedergutmachung zu erlangen, sondern auch ein strukturelles Problem in der Produktion öffentlich zu machen. Lowe beschreibt ein Arbeitsumfeld, in dem Diskriminierung und Einschüchterung systematisch toleriert worden seien.

Wie das Verfahren weitergeht, bleibt abzuwarten. CBS hat angekündigt, die Klage aktiv zu bekämpfen. Matlock selbst läuft in Deutschland über Sky und WOW.

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Quelle: NBCZuletzt aktualisiert: 17.06.2026, 20:31 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
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Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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