PONIES Staffel 2 rückt näher: Die Macher sprechen über ihre Pläne

·02.06.2026, 21:45 Uhr·4 Min
PONIES Staffel 2 rückt näher: Die Macher sprechen über ihre Pläne
Bild: Peacock · TMDB

Ponies kehrt zurück, und die 1970er bleiben der Schauplatz. Peacock hat grünes Licht für Staffel 2 gegeben, nachdem Emilia Clarke und Haley Lu Richardson die erste Staffel trugen. Für Fans bedeutet das: Die unwahrscheinlichste Seriengeschichte der letzten Jahre geht weiter.

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Wie Ponies überhaupt entstehen konnte

Die Entstehungsgeschichte von PONIES liest sich wie ein Hindernislauf durch die Fernsehbranche. David Iserson, der die Serie gemeinsam mit seiner langjährigen Drehbuch-Kollegin Susanna Fogel entwickelte, beschrieb die Situation treffend: 'Es ist genauso unwahrscheinlich, das auf Sendung zu bringen, wie es klingt.' Das Projekt wechselte durch mehrere Netzwerke und deren jeweilige Führungsriegen, bevor es schließlich eine Heimat fand.

Den entscheidenden Schub gab ein Sender, der mehr Leidenschaft für das Projekt zeigte als alle anderen. Das Besondere: Die Serienbestellung war an die Besetzung geknüpft. Erst als Emilia Clarke und Haley Lu Richardson für die Hauptrollen gewonnen werden konnten, war der Weg frei. Das war noch vor den großen Streiks in Hollywood, die die Branche monatelang lähmten.

Dass Ponies trotz all dieser Hürden realisiert wurde, ist auch ein Zeichen dafür, wie schwierig es nach den Streiks geworden ist, originelle Serien ohne bekannte Marken oder Franchise-Anbindung grünes Licht zu geben. Iserson und Fogel erklärten im Podcast, wie sie sich durch diesen Prozess navigierten.

Warum die 1970er die richtige Ära sind

Die Handlung von Ponies spielt in Moskau zwischen 1976 und 1977. Bea, gespielt von Emilia Clarke, und Twila, gespielt von Haley Lu Richardson, sind zunächst Sekretärinnen an der US-Botschaft. Nach dem Tod ihrer Ehemänner werden sie zu CIA-Agentinnen rekrutiert, die so unerfahren sind wie ihre Auftraggeber verzweifelt.

Iserson erläuterte, warum gerade dieses Jahrzehnt dramaturgisch so fruchtbar ist: Weder die Amerikaner noch die Briten hatten in Moskau nennenswerte Erfolge mit klassischen Spionageoperationen. Deshalb griffen die Geheimdienste zu unorthodoxen Mitteln. 'Die Idee, dass Frauen nicht beschattet werden würden, war etwas, das sie wirklich wahrgenommen haben', so Iserson. Zwei Frauen als Agentinnen zu schicken war damit keine Gleichstellungsmaßnahme, sondern schlicht taktisches Kalkül.

Hinzu kommt eine feministische Dimension, die das Setting besonders auflädt. Während in den USA der Feminismus der 1970er Jahre gerade Fahrt aufnahm, landen Bea und Twila in einem Umfeld, das von diesem Wandel nichts wissen will. Der Kontrast zwischen dem, was sie in Amerika hätten sein können, und dem, was die Sowjetunion von Frauen erwartet, prägt den Ton der gesamten Serie.

Mehr als Gut gegen Böse

Ponies verweigert die einfache Schwarz-Weiß-Zeichnung des Kalten Krieges. Iserson formulierte den thematischen Kern der Serie klar: 'Unsere Serie handelt nicht vom Fall des Kommunismus und davon, dass Amerika gut und die Sowjetunion böse ist. Es geht darum, dass beide Regierungen ziemlich schlecht sind und unverzeihliche Dinge getan haben, und wie diese zwei Frauen darin ihren Sinn finden.'

Diese Haltung unterscheidet Ponies von vielen anderen Spionageserien, die den Kalten Krieg als moralisch eindeutiges Schlachtfeld inszenieren. Bea und Twila stehen zwischen den Fronten, nicht auf einer Seite. Ihre Loyalitäten, ihre Zweifel und ihre persönlichen Verluste sind der eigentliche Antrieb der Handlung.

Susanna Fogel, die bereits mit Iserson das Drehbuch zu 'The Spy Who Dumped Me' schrieb, brachte ihre Erfahrung mit weiblichen Protagonistinnen in ungewöhnlichen Situationen in das Projekt ein. Das Ergebnis ist eine Serie, die Spionage-Thriller mit Charakterstudie verbindet.

Offene Fäden für Staffel 2

Das Staffelfinale hinterließ zahlreiche ungelöste Konflikte. Im US-Botschaftsgebäude operiert mit Cheryl, gespielt von Vic Michaelis, ein sowjetischer Maulwurf, der Beas und Twilas gesamte Arbeit gefährden kann. Gleichzeitig ist Beas totgeglaubter Ehemann offenbar am Leben, in einem belarussischen Dorf. Ob er Freund oder Feind ist, bleibt offen.

Besonders brisant: Der KGB-Offizier Andrei, gespielt von Artjom Gilz, dem Bea sich angenähert hatte, ist entkommen. Er kennt kompromittierende Details über beide Frauen. Umgekehrt wissen Bea und Twila ebenfalls Dinge über Andrei, die ihn verwundbar machen. Ein klassisches Patt mit explosivem Potenzial.

Staffel 2 ist bislang weder bestellt noch in Planung. Iserson und Fogel haben noch keine einzige Zeile für eine Fortsetzung geschrieben. Die Schöpfer deuteten an, dass die Handlung möglicherweise kurz in die Reagan-Ära der 1980er Jahre hineinreichen könnte, dieses Terrain aber nicht vollständig bespielen wird. Der Grund: Das Jahrzehnt sei im Streaming-Bereich bereits zu stark vertreten.

Wo und wie Ponies schauen

In Deutschland ist Ponies bei WOW verfügbar, außerdem über Sky Go und den Wow Fiction Amazon Channel. Die Serie umfasst die erste Staffel, eine zweite Staffel steht noch aus und hängt von einer offiziellen Bestellung ab.

Emilia Clarke, bekannt durch ihre Rolle als Daenerys Targaryen in Game of Thrones, und Haley Lu Richardson, zuletzt in Uncharted zu sehen, tragen die Serie als Duo. Ihre Chemie als ungleiches Gespann ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren der Produktion.

Wer die Serie noch nicht gesehen hat, findet mit Ponies ein Werk, das Spionage-Spannung, historisches Setting und eine ungewöhnliche Perspektive auf den Kalten Krieg vereint. Ob Staffel 2 kommt, entscheidet sich in den kommenden Monaten.

Quelle: PeacockZuletzt aktualisiert: 02.06.2026, 21:45 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann
Autor
Lena Bergmann
Sci-Fi & FantasyMystery-SerienStreaming-Analyse

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.

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