Niemand erwartete John Sugar so schnell zurück, und jetzt kommt Staffel 2

Staffel 2 kommt, obwohl kaum jemand damit so schnell gerechnet hat. Apple TV schickt Colin Farrells Sci-Fi-Noir-Serie bereits am 19. Juni in die nächste Runde. Für eine Serie, die ihre eigene Genre-Zugehörigkeit versteckt hat, ist das ein ungewöhnlich zügiges Comeback.
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Apple TV und seine Sci-Fi-Stärke
Apple TV hat sich in den vergangenen Jahren als verlässliche Heimat für ambitioniertes Science-Fiction-Fernsehen etabliert. Den Grundstein legte For All Mankind, das bereits 2019 zum Start der Plattform erschien und seither zu den meistgelobten Serien des Streamingdienstes zählt.
For All Mankind soll mit einer sechsten und abschließenden Staffel im Jahr 2027 zu Ende gehen. Bis dahin hält Apple TV mit weiteren Serien die Qualitätsliste aufrecht, darunter John Sugar, das 2024 zunächst völlig unbemerkt in das Sci-Fi-Lager der Plattform einzog.
Wer in Deutschland oder Österreich einschalten möchte, findet John Sugar auf Apple TV sowie über den Apple TV Amazon Channel.
Noir-Krimi mit verstecktem Sci-Fi-Kern
John Sugar wurde 2024 als moderner Hardboiled-Detektivthriller präsentiert. Colin Farrell spielt den titelgebenden Privatermittler, einen klassisch-filmverliebten Einzelgänger, der in eine weitreichende Verschwörung hineingezogen wird. Weder das Marketing noch die ersten Folgen deuteten darauf hin, dass die Serie tief im Science-Fiction-Genre verankert ist.
Genau diese Täuschung macht John Sugar so besonders. Erst mehr als zur Hälfte der acht Episoden umfassenden ersten Staffel enthüllt die Serie ihre wahre Natur. Kritiker-Stimme Nate Richard fasste es treffend zusammen: Der Twist in John Sugar sei so mutig und so weit jenseits des Erwarteten, dass die Serie danach ein völlig anderes Gesicht zeige.
Erschaffen wurde die Serie von Mark Protosevich, der zuvor am Will-Smith-Film I Am Legend mitarbeitete und das englischsprachige Remake von Oldboy für Regisseur Spike Lee schrieb. Diese Genre-Erfahrung spiegelt sich in der erzählerischen Kühnheit von John Sugar wider.
Colin Farrell trägt die Serie
Ohne Colin Farrell wäre John Sugar eine andere Serie. Der irische Schauspieler verleiht dem Detektiv eine kühle Eleganz, die Kritiker und Publikum gleichermaßen überzeugte. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes hält die Serie einen 'Certified Fresh'-Wert von 81 Prozent.
Der Kritikerkonsens auf Rotten Tomatoes lautet sinngemäß: John Sugar ist ein moderner Noir in klassischer Tradition. Die Serie könnte zwar stärkere inhaltliche Hinweise vertragen, doch Farrells kühle Darbietung halte das Geschehen durchgehend fesselnd.
Farrell hat sich in den letzten Jahren als einer der vielseitigsten Darsteller seiner Generation bewiesen. Mit John Sugar fügt er seiner Karriere eine Figur hinzu, die weit mehr ist als ein gewöhnlicher Detektiv.
Meirelles inszenierte fünf Folgen
Hinter der Kamera setzte Apple TV auf internationales Kino-Niveau. Fünf der acht Episoden der ersten Staffel führte der brasilianische Regisseur Fernando Meirelles Regie, der für seinen Film Cidade de Deus eine Oscar-Nominierung erhielt.
Meirelles' Handschrift ist in John Sugar deutlich spürbar: Die visuelle Sprache der Serie verbindet klassische Noir-Ästhetik mit einem modernen, leicht entrückten Blick auf Los Angeles. Diese Bildsprache trägt dazu bei, dass der spätere Genre-Wechsel innerhalb der Serie so glaubwürdig wirkt.
Die Kombination aus Protosevichs Drehbuch, Meirelles' Regie und Farrells Spiel ergibt ein Gesamtwerk, das zeigt, wie viel Potenzial im Zusammenspiel von Genreunterwanderung und hochwertiger Produktion steckt.
Staffel 2 startet im Juni
Die zweite Staffel von John Sugar erscheint am 19. Juni auf Apple TV. Damit endet die Wartezeit für alle, die nach dem überraschenden Finale der ersten Staffel auf Antworten gehofft haben.
Wie die neue Staffel die eröffneten Handlungsstränge weiterführt, ist bislang nicht im Detail bekannt. Fest steht, dass Colin Farrell erneut in der Hauptrolle zu sehen sein wird und die Serie ihren ungewöhnlichen Genre-Mix fortsetzen dürfte.
Wer John Sugar noch nicht kennt, hat bis zum 19. Juni genug Zeit, die erste Staffel nachzuholen. Acht Folgen, ein großer Twist und ein Schauspieler auf Hochform: Der Einstieg lohnt sich.
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Artikel geschrieben von:

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.
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