Netflix verlängert The Walking Dead für 460 Mio. trotz AMC-Quartalskrise

·30.07.2026, 15:00 Uhr·3 Min
Netflix verlängert The Walking Dead für 460 Mio. trotz AMC-Quartalskrise
Bild: AMC · TMDB

460 Millionen Euro sichern The Walking Dead eine Zukunft bei Netflix. AMC Global Media verlängerte die Zombie-Serie trotz eines Quartalsverlusts von 28 Cent je Aktie. Für Fans bedeutet das: Die Apokalypse läuft weiter, egal wie es dem Mutterkonzern geht.

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Quartalszahlen weit unter Erwartungen

AMC Global Media verbuchte im zweiten Quartal einen Gesamtumsatz von rund 503 Millionen Euro, ein Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten an der Wall Street hatten im Schnitt rund 510 Millionen Euro erwartet. Das Unternehmen rutschte von einem bereinigten Gewinn von 69 Cent je Aktie im Vorjahresquartal in einen Verlust von 28 Cent je Aktie.

Die Konsensschätzung der Analysten lag bei einem Verlust von lediglich sieben Cent je Aktie, womit das tatsächliche Ergebnis das Erwartete um ein Vielfaches unterschritt. Die Aktie reagierte mit einem Minus von sechs Prozent im vorbörslichen Handel, obwohl sie über die vergangenen zwölf Monate hinweg mehr als 70 Prozent zugelegt hatte.

Konzernchefin Kristin Dolan kündigte dennoch an, die Jahresprognose anzuheben. Sie begründete dies damit, dass AMC den Wert seines geistigen Eigentums, die Bedeutung seines Studios und die Stärke seiner Partnerbeziehungen konsequent nutze, 'insbesondere im Bereich Distribution'.

Walking Dead sichert Netflix-Deal

Parallel zur Quartalsmeldung gab AMC Global Media eine Verlängerung von The Walking Dead bekannt, die über fünf Jahre läuft und ein Volumen von rund 460 Millionen Euro umfasst. Die Vereinbarung mit Netflix ist als ko-exklusiver Deal strukturiert, was bedeutet, dass die Serie auf beiden Plattformen verfügbar bleibt.

Für Zuschauer in Deutschland ist The Walking Dead weiterhin über Netflix abrufbar. Der Deal unterstreicht, wie stark AMC auf die Monetarisierung seines bekanntesten Franchise setzt, während das lineare Geschäft unter Druck steht.

Kristin Dolan verwies in ihrer Erklärung ausdrücklich auf Vertriebsvereinbarungen, die AMC im vergangenen Jahr mit führenden US-Kabelanbietern abgeschlossen hat, als Beleg für die wachsende Verhandlungsstärke des Konzerns.

Werbung und Abonnements unter Druck

Die inländischen Werbeeinnahmen sanken um elf Prozent auf rund 100 Millionen Euro. AMC erklärte einen Teil des Rückgangs mit einem einmaligen Systemintegrationsproblem, das inzwischen behoben sei. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich gelegen, teilweise abgefedert durch Wachstum bei digitaler Werbung.

Die Abonnementerlöse gaben um fünf Prozent auf rund 281 Millionen Euro nach. Besonders stark traf es die Einnahmen aus Kabelgebühren, die um 17 Prozent auf rund 116 Millionen Euro einbrachen. AMC führt das auf den anhaltenden Rückgang bei klassischen Kabelabonnenten zurück.

Lizenzerlöse für Inhalte brachen um 34 Prozent auf rund 51 Millionen Euro ein, was das Unternehmen mit dem Timing und der Verfügbarkeit von Titeln erklärt. Internationale Erlöse stiegen dagegen um vier Prozent auf rund 73 Millionen Euro.

Streaming wächst, trägt ein Drittel

Inmitten der schwachen Gesamtzahlen lieferte das Streaming-Geschäft einen positiven Impuls: Die entsprechenden Erlöse kletterten um sechs Prozent auf rund 166 Millionen Euro. AMC hob hervor, dass Streaming damit erstmals ein Drittel des Gesamtumsatzes im Quartal ausmachte.

Dieses Wachstum dämpfte den Gesamtrückgang, reichte aber nicht aus, um die Verluste im klassischen Kabel- und Lizenzgeschäft zu kompensieren. Das Muster spiegelt einen Trend wider, den viele US-Medienkonzerne durchlaufen: Das lineare Geschäft schrumpft schneller, als das Streaming-Segment wächst.

Im Programm des Quartals lief unter anderem The Vampire Lestat, eine Adaption des Anne-Rice-Stoffs. Die Serie erhielt positive Kritiken, was AMC als Beleg für die Qualität seines Inhalte-Portfolios wertet.

Ausblick und Personalnotizen

Konzernchefin Kristin Dolan will die Details zur angehobenen Jahresprognose im Rahmen einer Analystenkonferenz erläutern. Konkrete Zahlen zur neuen Guidance lagen zum Zeitpunkt der Pressemitteilung noch nicht vor. Beobachter werten die Ankündigung als Versuch, das Vertrauen der Investoren nach den schwachen Quartalsdaten zu stabilisieren.

Unterdessen sorgt eine Personalie im AMC-Umfeld für Aufmerksamkeit: Joe Miñoso, Gründungsmitglied der Ensemble-Serie Chicago Fire, verlässt die Produktion in der 15. Staffel. Sein Abgang markiert das Ende einer langen Ära für eine der langlebigsten Dramaserien im US-Fernsehen.

Für AMC Global Media insgesamt bleibt die Lage angespannt. Der Konzern setzt auf sein IP-Portfolio rund um The Walking Dead, auf wachsende Streaming-Einnahmen und auf neue Distributionspartnerschaften, um die strukturellen Rückgänge im traditionellen Kabelgeschäft aufzufangen.

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Quelle: AMCZuletzt aktualisiert: 30.07.2026, 15:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann
Autor
Clara Hoffmann
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Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.

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