Netflix-Betrug, Luxusautos, Krypto: Keanu Reeves bittet trotzdem um Nachsicht

·27.05.2026, 22:32 Uhr·2 Min
Netflix-Betrug, Luxusautos, Krypto: Keanu Reeves bittet trotzdem um Nachsicht
Bild: Fuji TV · TMDB

Keanu Reeves verteidigt ausgerechnet einen verurteilten Betrüger. Rinsch wurde im Dezember 2025 wegen Drahtbetrugs, Geldwäsche und illegaler Transaktionen schuldig gesprochen, nachdem er 11 Millionen Netflix-Dollar zweckentfremdet hatte. Dass der Schauspieler trotz dieser Vorwürfe öffentlich für seinen Regisseur eintritt, dürfte selbst eingefleischte Reeves-Fans überraschen.

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Reeves schreibt Brief für Rinsch

Keanu Reeves hat Richter Jed Rakoff in einem persönlichen Brief gebeten, bei der Verurteilung von Carl Rinsch Milde walten zu lassen. Rinsch wurde im Dezember 2025 in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen: Drahtbetrug, Geldwäsche und illegale Finanztransaktionen. Das Urteil soll am 29. Juni 2026 gesprochen werden.

Reeves bezeichnete Rinsch in dem Schreiben als 'außergewöhnlichen Künstler' und appellierte an den Richter, 'Nachsicht und Mitgefühl' zu zeigen. Die Verteidigung reichte den Brief gemeinsam mit weiteren Unterstützerschreiben ein, darunter Nachrichten von Rinschs Mutter, seinem Bruder und Jugendfreunden.

Reeves und Rinsch verbindet eine langjährige Arbeitsbeziehung. Rinsch führte bei '47 Ronin' Regie, in dem Reeves die Hauptrolle spielte. Später engagierte sich Reeves als Mentor und Erstinvestor bei Rinschs geplantem Science-Fiction-Projekt 'White Horse' für Netflix.

Wie Rinsch Netflix um Millionen brachte

Die Staatsanwaltschaft wirft Rinsch vor, rund 10 Millionen Euro, die Netflix für die Produktion der Science-Fiction-Serie 'White Horse' bereitgestellt hatte, für private Zwecke zweckentfremdet zu haben. Konkret soll er das Geld in Luxusautos, hochpreisige Matratzen und Kryptowährungen investiert haben, statt die Serie zu produzieren.

Netflix hatte Rinsch das Kapital für ein ambitioniertes Serienprojekt anvertraut. Stattdessen endete das Vorhaben im Gerichtssaal. Das Gericht erwartet nun, dass Rinsch die gesamte Summe als Schadenersatz an Netflix zurückzahlt.

Reeves erklärt Rinschs Selbstsabotage

In seinem Brief versuchte Reeves, Rinschs Verhalten aus der Perspektive eines künstlerischen Weggefährten zu erklären, ohne es zu entschuldigen. 'Meiner Meinung nach neigt Carl zur Selbstsabotage, indem er Umfang und Reichweite des Vereinbarten immer weiter ausdehnt und sich so mit seinen Partnern in Konflikt bringt', schrieb Reeves.

Gleichzeitig stellte er klar: 'Ich teile das nicht, um das, was er nachweislich getan hat, kleinzureden, sondern allein als möglichen Einblick in das Warum.' Reeves betonte, er sei kein Psychologe, spreche aber als künstlerischer Gleichgesinnter.

Die Verteidigung nutzte diese Einschätzung als Argument dafür, dass Rinsch kein berechnender Krimineller sei, sondern jemand, dessen Entscheidungen aus einer destruktiven künstlerischen Überzeugung heraus entstanden seien.

Strafmaß und Forderungen im Überblick

Nach Berechnungen der Verteidigung drohen Rinsch gemäß den Bundesrichtlinien acht bis zehn Jahre Haft. Die Verteidigung plädiert für eine deutlich niedrigere Strafe und verweist darauf, dass Rinsch kein Vorstrafen hat und sein Berufsende bereits als Konsequenz eingetreten sei.

Rinsch gilt rechtlich als mittellos und wurde beim Prozess von einem gerichtlich bestellten Pflichtverteidiger vertreten. Richter Rakoff wird voraussichtlich auch über die Rückzahlung von rund 10 Millionen Euro an Netflix entscheiden.

Netflix fordert darüber hinaus rund 4 Millionen Euro an Anwaltskosten, die im Zusammenhang mit einem Schiedsverfahren entstanden sind, das Rinsch selbst gegen den Streamingdienst angestrengt hatte. Die Verteidigung hält diese Forderung für überzogen.

Urteilstermin und weiterer Ablauf

Die Staatsanwaltschaft soll ihre offizielle Strafempfehlung bis zum 16. Juni 2026 einreichen. Das Urteil selbst fällt Richter Rakoff am 29. Juni 2026. Für Deutschland und den deutschsprachigen Raum ist bislang kein Starttermin für 'White Horse' bekannt, da die Serie nie fertiggestellt wurde.

Der Fall zeigt, welche rechtlichen und finanziellen Risiken entstehen können, wenn Produktionsgelder ohne ausreichende Kontrolle vergeben werden. Netflix hat das Projekt inzwischen vollständig eingestellt.

Quelle: Fuji TVZuletzt aktualisiert: 27.05.2026, 22:32 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann
Autor
Lena Bergmann
Sci-Fi & FantasyMystery-SerienStreaming-Analyse

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.

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