Nach 5 Jahren: Netflix begraebt Redwall-Serienpläne
Was 2021 als großes Versprechen für Fans der Redwall-Buchreihe begann, ist offenbar still und leise gescheitert: Netflix soll seine Pläne zur Adaption der beliebten Fantasy-Saga aufgegeben haben. Berichten zufolge ließ der Streaming-Dienst seinen Vertrag mit dem Verlag Penguin Random House einfach auslaufen, ohne auch nur einen Film oder eine Serie zu produzieren.
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Ein großer Deal ohne Ergebnis
Als Netflix 2021 die Adaptionsrechte an der gesamten Redwall-Reihe von Penguin Random House erwarb, war das ein historischer Moment: Erstmals lagen die Rechte aller 22 Romane des Franchise in einer einzigen Hand. Der Deal galt als Meilenstein für die Umsetzung der seit 1986 erscheinenden Buchreihe des britischen Autors Brian Jacques.
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Geplant waren sowohl ein abendfüllender Animationsfilm, der auf dem ersten Buch der Reihe basiert, als auch eine eigenständige Miniserie rund um den zentralen Charakter Martin the Warrior. Beide Projekte weckten bei der weltweiten Fangemeinde große Erwartungen.
Nun deutet alles darauf hin, dass Netflix den Vertrag stillschweigend hat auslaufen lassen. Weder Netflix noch Penguin Random House haben die Entwicklung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels offiziell bestätigt.
Redwall: 40 Jahre treue Fangemeinde
Brian Jacques schuf mit Redwall eine der bekanntesten Tierfantasy-Welten der Literaturgeschichte. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes im Jahr 1986 hat die Reihe eine äußerst treue Leserschaft aufgebaut, die sich seit Jahrzehnten eine hochwertige Verfilmung wünscht.
Bereits zwischen 2001 und 2002 gab es eine Zeichentrickserie, die jedoch nie das volle Potenzial der Vorlage ausschöpfte. Die Hoffnungen der Fans ruhten daher umso mehr auf dem Netflix-Projekt, das mit einem deutlich größeren Budget und modernen Animationstechniken hätte aufwarten können.
Dass nun erneut eine Adaption zu scheitern scheint, dürfte die Gemeinschaft der Redwall-Fans besonders hart treffen – zumal der Vertrag mit Netflix als bisher vielversprechendste Chance galt, die Welt von Redwall in ihrer ganzen Pracht auf den Bildschirm zu bringen.
Strategie hinter dem Rechtekauf
Der Erwerb der Redwall-Rechte war Teil einer breiteren Strategie von Netflix, familienfreundliche und weltweit bekannte Marken unter Vertrag zu nehmen. Reed Hastings und Marc Randolph hatten Netflix einst mit dem Ziel gegründet, Unterhaltung für alle Altersgruppen zugänglich zu machen – und familienorientierte Inhalte spielten dabei stets eine wichtige Rolle.
Mit Serien wie 'Stranger Things', 'Squid Game' oder 'Wednesday' hat Netflix bewiesen, dass es Stoffe mit Kult-Potenzial erfolgreich umsetzen kann. Auch 'House of Cards' und 'Lilyhammer' gehörten zu den frühen Aushängeschildern des Dienstleisters, der das Serienfernsehen revolutionierte.
Doch nicht jede angekündigte Adaption überlebt die Entwicklungsphase. Offenbar reichte das Potenzial der Redwall-Marke nicht aus, um intern die nötige Unterstützung für eine tatsächliche Produktion zu sichern.
Narnia läuft – Redwall nicht
Besonders auffällig ist der Kontrast zu einem anderen großen Fantasy-Projekt bei Netflix: Die neue Narnia-Adaption unter der Regie von Greta Gerwig soll noch in diesem Jahr erscheinen. 'The Chronicles of Narnia' gilt damit als eines der ambitioniertesten Familienprojekte des Streamingdienstes.
Während Gerwig die Welt von C.S. Lewis auf die Leinwand bringt, bleibt die Welt von Brian Jacques vorerst unverfilmt. Der Vergleich zeigt, wie selektiv Netflix bei der tatsächlichen Umsetzung seiner angekündigten Projekte vorgeht.
Ähnlich wie die Schöpfer des Asterix-Universums, René Goscinny und Albert Uderzo, schuf auch Brian Jacques eine Welt mit eigenem Regelwerk, eigener Sprache und tiefem Mythos – Qualitäten, die eine Verfilmung zwar reizvoll, aber auch anspruchsvoll machen.
Wie geht es jetzt weiter?
Ob die Rechte an der Redwall-Reihe nun an einen anderen Anbieter vergeben werden, ist derzeit nicht bekannt. Penguin Random House hat sich bislang nicht geäußert, und auch von Netflix gibt es keine offizielle Stellungnahme zum aktuellen Stand der Projekte.
Für die Fans bedeutet das erneute Warten – und die Hoffnung, dass ein anderer Streaming-Dienst oder ein Filmstudio das Potenzial der Reihe erkennt und die Rechte erwirbt. Ein konkretes Startdatum für eine Neuankündigung steht noch aus.
Bis dahin bleibt die Welt von Redwall das, was sie seit 1986 ist: ein literarisches Meisterwerk, das auf seine große Kinomoment noch wartet.
Fragen & Antworten
Wurde die Redwall-Serie bei Netflix offiziell abgesagt?
Nein, eine offizielle Bestätigung liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels weder von Netflix noch von Penguin Random House vor. Berichten zufolge soll Netflix den Vertrag jedoch stillschweigend haben auslaufen lassen.
Was war bei Netflix für Redwall geplant?
Geplant waren ein abendfüllender Animationsfilm basierend auf dem ersten Buch sowie eine separate Miniserie über den Charakter Martin the Warrior. Beide Projekte wurden 2021 angekündigt, aber nie realisiert.
Wann erschien das erste Redwall-Buch?
Das erste Buch der Redwall-Reihe von Brian Jacques erschien im Jahr 1986. Seitdem umfasst die Reihe insgesamt 22 Romane und hat weltweit eine treue Fangemeinde aufgebaut.
Gibt es bereits eine Redwall-Verfilmung?
Ja, zwischen 2001 und 2002 gab es eine Zeichentrickserie basierend auf der Redwall-Vorlage. Diese gilt jedoch als unvollständige Umsetzung des Quellmaterials.
Welches Fantasy-Projekt setzt Netflix stattdessen um?

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit einem klaren Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action & Adventure, Drama und Mystery. Auf serien.de…
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