Murai dreht Widow's Bay mitten in der Krise

Wie ein Sturm die Dreharbeiten beeinflusst hat, bleibt vorerst offen. Bekannt ist: Murai inszenierte 'Widow's Bay' buchstäblich im Auge eines Unwetters, während die Horror-Comedy auf Apple TV+ entstand. Was die Produktion trotzdem zum Abschluss gebracht hat, werden Zuschauer ab dem Start der Serie mit Matthew Rhys und Andy Serkis selbst beurteilen können.
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Ein Sturm als Kulisse für Widow's Bay
Die Dreharbeiten zu 'Widow's Bay' verliefen alles andere als ruhig: Hiro Murai befand sich buchstäblich im Auge eines Sturms, während die Produktion der neuen Apple TV+-Serie lief. Die Horror-Comedy spielt auf einer kleinen Inselgemeinde 40 Meilen vor der Küste Neuenglands, wo kein WLAN, kaum Mobilfunkempfang und abergläubische Einwohner das Leben bestimmen.
Matthew Rhys verkörpert Bürgermeister Tom Loftis, den Anführer des titelgebenden Inselstädtchens. Die Gemeinde kämpft ums Überleben, während die Bewohner fest daran glauben, dass ihre Insel verflucht ist. An seiner Seite stehen Andy Serkis und Anika Noni Rose in weiteren Hauptrollen.
Entwickelt wurde die Serie von Autorin Katie Dippold, die Murai mit einem Skript überzeugte, das sie ursprünglich als Bewerbungstext für ihren Job bei der NBC-Produktion 'Parks and Recreation' geschrieben hatte und mehr als ein Jahrzehnt lang in der Schublade aufbewahrte.
Nostalgisch, aber ohne Sentimentalität
Murai beschreibt Dippolds Skript als etwas, das er so noch nie gelesen hatte. 'Katies Skript war so einzigartig, ich hatte noch nichts gelesen, das sich so anfühlte', erklärt der Regisseur. Es wirke wie echte Menschen mit echten Erfahrungen, berühre dabei aber eine ältere Ära des Fernsehens.
Genau dieser Ton hat Murai für das Projekt gewonnen: 'Es fühlte sich nostalgisch an, aber ohne sentimental zu werden.' Diese Mischung aus Vertrautheit und Frische zieht sich durch die gesamte Serie, die Horror und Komödie auf ungewöhnliche Weise verbindet.
Das Konzept der Genremischung ist für Murai kein Neuland. 'Die Idee, Horror und Komödie zu verbinden, hat mich schon immer fasziniert. Das haben wir ein wenig in Atlanta ausprobiert', sagt er. Mit 'Widow's Bay' geht er diesen Weg nun konsequenter.
Murai verlängert First-Look-Deal mit FX
Parallel zum Start von 'Widow's Bay' hat Murai seinen First-Look-Deal mit FX erneuert. Der Vertrag läuft über seine Produktionsfirma Chum Films, die er im Februar 2025 gemeinsam mit seinem Produzenten-Partner Carver Karaszewski gegründet hatte.
FX-Präsident Nick Grad betonte die besondere Qualität des Regisseurs: 'Hiro besitzt die seltene Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die sich zutiefst persönlich anfühlen und gleichzeitig auf breiterer kultureller Ebene wirken, während er das Medium vorantreibt.'
Für Murai ist die Entscheidung, bei FX zu bleiben, eine bewusste. Er schätzt den Ansatz des Senders unter der Führung von John Landgraf, Fernsehen in einem turbulenten Branchenumfeld zu produzieren. 'Ich habe beim Fernsehen mit FX angefangen, also habe ich dort gelernt, wie man eine Serie zusammenstellt', sagt er.
Neue Projekte in der Pipeline
Neben 'Widow's Bay' arbeitet Murai an zwei weiteren Projekten, über die bisher wenig bekannt ist. Eines ist ein bodenständiges Science-Fiction-Projekt, das andere eine experimentelle Halbstunden-Komödie. Konkrete Starttermine stehen noch aus.
Murai ist derzeit als Zuschauer ebenfalls aktiv: Er ist begeisterter Fan von Tim Robinsons HBO-Komödie 'The Chair Company' sowie von Robinsons Netflix-Format 'I Think You Should Leave'. Außerdem schaut er sich gerade einen Klassiker des US-Senders The WB erneut an: die Jugendserie 'Dawson's Creek'.
Diese Einflüsse aus verschiedenen Epochen und Genres spiegeln sich in Murais Arbeit wider. Sein Gespür für Ton, Rhythmus und emotionale Tiefe hat ihn zu einem der gefragtesten Regisseure im amerikanischen Serienfernsehen gemacht.
Murai, Glover und ein langes Erbe
Hiro Murai ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Donald Glover bekannt. Gemeinsam schufen sie die FX-Serie 'Atlanta', den Amazons-Spielfilm 'Mr. and Mrs. Smith' sowie den Kurzfilm 'Guava Island'. Diese Partnerschaft gilt als eine der kreativ fruchtbarsten des modernen US-Fernsehens.
Darüber hinaus zeichnet Murai als Regisseur für mehrere Episoden von 'The Bear' verantwortlich, der FX-Kritikerliebling rund um eine Chicagoer Restaurantküche. Auch dort bewies er sein Talent für dichte Atmosphäre und präzises Charakterspiel.
Mit 'Widow's Bay' und den neuen Projekten unter dem Dach von Chum Films tritt Murai nun verstärkt als Produzent in den Vordergrund, ohne seine Arbeit als Regisseur aufzugeben. Die Verlängerung des FX-Deals sichert ihm dabei eine stabile kreative Heimat.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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