MrBeast weist Belästigungsvorwürfe entschieden zurück

·22.04.2026·3 Min
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Ein Rechtsstreit bedroht das Imperium hinter 480 Millionen Abonnenten. Eine ehemalige Mitarbeiterin verklagt MrBeast und Beast Industries wegen eines feindseligen Arbeitsumfelds bei der Produktion von Beast Games. Der Fall könnte die Glaubwürdigkeit des erfolgreichsten YouTube-Stars der Welt dauerhaft beschädigen.

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Die Vorwürfe im Überblick

Die Klägerin, eine ehemalige Mitarbeiterin von Beast Industries, beschreibt in ihrer Klageschrift ein sogenanntes Jungs-Club-Umfeld innerhalb des Unternehmens. Sie behauptet, aus Besprechungen ausgeschlossen worden zu sein, an denen sonst ausschließlich männliche Kollegen teilnahmen, und vor Kollegen erniedrigt worden zu sein.

Darüber hinaus wirft sie dem Unternehmen vor, sexuell unangemessene Kommentare geduldet und sogar gefördert zu haben. Beschwerden darüber hätten sich nachteilig auf die eigene Beschäftigung auswirken können, so die Darstellung der Klägerin. Sie berichtet zudem, dass auch andere Mitarbeiterinnen sexueller Belästigung ausgesetzt gewesen seien, die von Vorgesetzten gebilligt oder gar betrieben worden sei.

Ein besonders pikanter Abschnitt der Klage enthält eine Aussage, die auf Jimmy Donaldson persönlich abzielt: 'Jimmy wird wirklich unbehaglich in der Nähe attraktiver Frauen. Sagen wir einfach, wenn er in deiner Gegenwart auf die Toilette geht, benutzt er sie nicht wirklich.' Das Unternehmen reagierte auf diese Passage mit scharfer Ablehnung.

MrBeast schlägt hart zurück

Beast Industries wies alle Vorwürfe in einer Stellungnahme als vollständig falsch zurück. Die Beschwerde sei auf absichtlichen Falschdarstellungen aufgebaut und das Unternehmen habe die Belege, um das zu beweisen.

Konkret heißt es vonseiten des Unternehmens, es gebe umfangreiche Beweise, darunter Nachrichten über Slack und WhatsApp, interne Firmendokumente sowie Zeugenaussagen, die die Behauptungen der Klägerin eindeutig widerlegten. Man werde sich opportunistischen Anwälten nicht beugen, die darauf aus seien, einen millionenschweren Vergleich zu erzwingen.

Den Vorwurf rund um Donaldsons Verhalten auf der Toilette bezeichnete das Unternehmen als 'lächerlich' und als eine Behauptung, die einzig dazu erfunden worden sei, Schlagzeilen zu erzeugen. Besonders empörend sei, dass die Klage dabei Donaldsons öffentlich bekannte Erkrankungen, nämlich seinen Augenzustand und Morbus Crohn, ausnutze, um einen millionenschweren Vergleich zu erzielen.

Rechtliche Forderungen der Klägerin

Die Klageschrift fordert unter anderem ein Feststellungsurteil, das bestätigen soll, dass die Beklagten gegen das Gesetz zur Familien- und Krankenpflegeurlaub verstoßen haben. Damit geht der Fall über reine Belästigungsvorwürfe hinaus und berührt auch arbeitsrechtliche Grundsatzfragen.

Außerdem werden in der Klage die Arbeitsbedingungen für Teilnehmer des Formats Beast Games thematisiert. Die Klägerin behauptet, die Kandidaten seien unangemessenen, unsicheren und rechtswidrigen Beschäftigungsbedingungen ausgesetzt worden.

Dem Vernehmen nach hatte es vor der Klageeinreichung Verhandlungen gegeben. Beast Industries habe jedoch eine vorgeschlagene Lösung abgelehnt, was schließlich zur Einreichung der Klage und den Vorwürfen eines feindseligen Arbeitsumfelds geführt habe.

Beast Games im Mittelpunkt

Beast Games, das Wettkampfformat von Jimmy Donaldson, startete seine erste Staffel im September 2024 und erlangte schnell weltweite Aufmerksamkeit. Eine zweite Staffel ist bereits in Planung, wobei der rechtliche Streit nun einen Schatten auf die Produktion wirft.

Das Format zählt zu den meistgesehenen Inhalten auf der Plattform und spiegelt den enormen Einfluss von MrBeast wider, der mit 480 Millionen Abonnenten zu den größten YouTube-Persönlichkeiten weltweit gehört. Genau diese Reichweite macht den Fall zu einem medial besonders aufgeladenen Ereignis.

Neben Jimmy Donaldson werden in den Unterlagen auch weitere Personen aus dem Umfeld der Produktion erwähnt, darunter Lorrayne Mavromatis, Rebecca Mayer, James Warren, Tyler Lucas und Connor Storrie sowie die Regisseure Craig Zobel und James Gray. Auch Judith Godrèche ist im Zusammenhang mit den Produktionsumständen genannt.

Wie geht es jetzt weiter?

Der rechtliche Konflikt zwischen der Ex-Mitarbeiterin und Beast Industries dürfte sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Das Unternehmen hat klar signalisiert, dass es bereit ist, die Auseinandersetzung vor Gericht zu führen, und betont, über ausreichend Beweismaterial zu verfügen.

Für das Publikum von Beast Games bleibt abzuwarten, ob der Rechtsstreit Auswirkungen auf die Produktion der zweiten Staffel hat. Ein konkretes Startdatum für neue Folgen steht bislang noch aus.

Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell der Erfolg großer YouTube-Produktionen mit Fragen zu Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur kollidieren kann. Die öffentliche Debatte über das Innenleben von Beast Industries hat gerade erst begonnen.

Zuletzt aktualisiert: 22.04.2026, 19:48 Uhr

Artikel geschrieben von:

Marie Weber
Autor
Marie Weber
Action- & Adventure-SerienDrama-SerienMystery

Marie Weber berichtet über Action-, Drama- und Mystery-Serien mit besonderem Fokus auf Spannungsdramaturgie und Figurenzeichnung.

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