Mit The Lowdown kämpft Keith David erstmals um eine Emmy-Nominierung

·01.06.2026, 19:00 Uhr·4 Min
Mit The Lowdown kämpft Keith David erstmals um eine Emmy-Nominierung
Bild: FX · TMDB

Einen TV-Detektiv hatte Keith David in 45 Berufsjahren nie gespielt. Dabei umfasst sein Portfolio über 450 Rollen in Theater, Film und Fernsehen. Erst The Lowdown auf Disney+ schließt diese Lücke, und bringt ihn erstmals in Emmy-Reichweite.

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Ein Traum, 45 Jahre in der Warteschleife

Keith David arbeitet seit 1979 als Schauspieler. Über 450 Rollen in Theater, Film und Fernsehen hat er seitdem gesammelt, doch eine bestimmte Figur fehlte stets auf seiner Liste. 2025 änderte sich das: In der FX-Neo-Noir-Komödie 'The Lowdown', die in Deutschland bei Disney+ zu sehen ist, spielt er Privatdetektiv Marty Brunner.

'Eines der Dinge, die ich als Schauspieler mein ganzes Leben lang tun wollte, zumindest in meinem erwachsenen Bewusstsein, ist einen TV-Detektiv zu spielen', sagte David. 'Ich dachte: Wow, jetzt bin ich hier. Das ist es.' Die Rolle war für ihn kein bloßer Job, sondern die Einlösung eines jahrzehntealten Versprechens an sich selbst.

Geschaffen hat die Serie Sterlin Harjo, dessen Drehbücher Liebesbriefe an seinen Heimatstaat Oklahoma sind. Harjo ist bekannt für das fünffach Emmy-nominierte Komödiendrama 'Reservation Dogs'. Mit 'The Lowdown' setzt er diese Tradition fort: Die Serie ehrt Tulsa durch eine Mischung aus Absurdität und historischem Bewusstsein.

Marty Brunner: Detektiv mit Schriftstellerseele

Marty Brunner ist laut David eine lose Zusammensetzung aus Männern aus Harjos persönlichem Umfeld. Der stoische Privatdetektiv mit Ambitionen als Romanautor fungiert als nüchterner Gegenpol zum skurrilen Lee Raybon, gespielt von Ethan Hawke. Lee ist ein sogenannter 'Wahrheitshistoriker' und Buchhändler, inspiriert vom echten oklahomanischen Bürgerjournalisten Lee Roy Chapman.

Die erste Staffel ist Teil Mysterium, Teil Krimithriller: David und Hawke ermitteln gemeinsam in einer Landverschwörung rund um die Washbergs, eine der mächtigsten und korruptesten Familien Tulsas. David betonte, dass er bei der Ausgestaltung von Marty vor allem dessen Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Gerechtigkeitssinn in den Vordergrund stellen wollte.

'Ich bin noch wunderbar damit herausgefordert, Martys Einzigartigkeit zu finden, was ihn antreibt, was ihn besonders macht', erklärte David. Die Vielseitigkeit der Figur, die sich in unterschiedlichste Milieus einfügt, fasziniert ihn besonders: 'Ich liebe diese Wandlungsfähigkeit.'

Hawke und David: Drittes gemeinsames Projekt

'The Lowdown' ist bereits das dritte gemeinsame Projekt von Ethan Hawke und Keith David. Zuvor standen sie zusammen für die romantische Komödie 'Reality Bites' (1994) und das historische Drama 'The Good Lord Bird' (2020) vor der Kamera.

David schwärmt von der Zusammenarbeit: 'Ich bin seit langem ein Fan von Ethan. Er ist wirklich ein wunderbarer Schauspieler. Wie mein guter Freund Johnny C. McGinley sagen würde: Du liebst jemanden, der den Ball zurückwirft!' Showrunner Harjo lieferte den beiden Schauspielern stets alternative Dialogzeilen, die dem Improvisationsspiel zusätzlichen Spielraum gaben.

Ein besonderer Höhepunkt der Staffel ist das Finale, in dem Marty nach einem Schusswechsel mit einem weißen Suprematisten-Kult von einer Kugel gestreift wird. Lee verabreicht ihm daraufhin Muskelrelaxantien für Rinder als Schmerzlinderung. Die Szene war weitgehend improvisiert und gilt als Paradebeispiel für Davids Fähigkeit, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen.

Emmy-Kandidat mit 70: Erste Schauspiel-Nominierung möglich

'The Lowdown' landete auf der Liste der zehn besten Serien des Jahres 2025 des American Film Institute und gilt als ernsthafter Emmy-Kandidat in den Komödie-Kategorien. Keith David wird in der Kategorie 'Bester Nebendarsteller' gehandelt. Drei Emmys besitzt er bereits, alle für Sprecher- und Erzählerleistungen aus den Jahren 2005, 2008 und 2016.

Eine erste Nominierung als Schauspieler würde kurz nach seinem 70. Geburtstag am 4. Juni fallen. Den Rummel darum nimmt David gelassen: 'Es ist immer genau zur richtigen Zeit. Es gibt deine Zeit, meine Zeit und Gottes Zeit. Zeit ist ein Magazin. Es passiert, wenn es passieren soll.'

Für David ist die Emmy-Diskussion kein Anlass zur Selbstzufriedenheit, sondern Antrieb. 'Ich bin noch nicht fertig', sagte er und verwies auf seine Wunschliste weiterer Rollen.

Douglass, Denzel und noch mehr Detektive

Keith David entwickelt derzeit ein Projekt über den ehemals versklavten Abolitionisten Frederick Douglass. Außerdem würde er gerne an Denzel Washingtons Verfilmungsreihe der Century-Cycle-Theaterstücke von August Wilson mitwirken, da er die Spracharbeit dieser Texte liebt. Und seinen 'liebsten Freund und Helden' Johnny C. McGinley in der zweiten Staffel von 'Rooster' zu begleiten, würde er laut eigener Aussage 'sofort' tun.

Bereits konkret geplant ist Davids zweite Privatdetektiv-Rolle in der NBC-Halbstunden-Arbeitsplatzkomödie 'Sunset P.I.' an der Seite von Jake Johnson und Langston Kerman. Hinzu kommen die Sprechrolle als Titelfigur in 'President Curtis', einem animierten Ableger von 'Rick and Morty' bei Adult Swim, sowie die Schwarze-Komödie 'My New Friend Jim' mit Rob Lowe.

Und dann ist da noch die zweite Staffel von 'The Lowdown', die bereits in Tulsa gedreht wird. David zieht ein ungewöhnliches Fazit seiner Karriere: 'Ich wollte früher Prediger werden. Aber Schauspielerei ist mein Dienst am Menschen.'

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Quelle: FXZuletzt aktualisiert: 01.06.2026, 19:00 Uhr

Artikel geschrieben von:

Sophie Hartmann
Autor
Sophie Hartmann
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Sophie Hartmann analysiert seit mehreren Jahren Serienwelten mit Fokus auf Action, Sci-Fi, Fantasy und Mystery.

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