Mit 74 las Mary McDonnell das Skript zu The Boroughs und sagte sofort zu

Eine Geheimrolle verändert alles, was man über The Boroughs wusste. Mary McDonnell spielt die Duchess in der Netflix-Serie der Duffer Brothers, umgeben von Stars wie Geena Davis und Alfred Molina. Wer das Skript gelesen hat, versteht sofort, warum die 74-Jährige keine Sekunde zögerte.
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Geheimrolle bis zum Serienstart verborgen
Mary McDonnell, bekannt durch ihre Oscar-nominierten Auftritte in 'Dances With Wolves' und 'Passion Fish', tauchte in The Boroughs als Figur namens 'The Duchess' auf, ohne dass ihre Beteiligung zuvor öffentlich bekannt war. Die Produktion der Duffer Brothers, die zuvor Stranger Things verantworteten, versammelte eine bemerkenswerte Riege älterer Hollywoodstars. Geena Davis, Alfre Woodard, Clarke Peters, Alfred Molina, Ed Begley Jr., Dee Wallace, Jane Kaczmarek und Bill Pullman standen bereits im Vorfeld auf der Besetzungsliste. McDonnells Name fehlte dort bewusst.
Die Duchess ist eine vollständig katatonische Bewohnerin der Rentnergemeinschaft, die der Serie ihren Namen gibt. Einzig eine angezündete Zigarette vermag sie aus ihrer mentalen Starre zu lösen. Sobald sie erwacht, ist sie vollkommen klar und kommunikativ, und es ist durch sie, dass das Publikum die Wahrheit über das Wesen 'Mother' erfährt, dessen Nachkommen die Bewohner des Heims bedrohen.
McDonnell schilderte, wie sie auf das Drehbuch reagierte: Mit 74 Jahren las sie die Einstiegsszene und war sofort begeistert. Den Auslöser, die Zigarette, empfand sie als kulturell stimmig. Sie sei in den 1970er-Jahren aufgewachsen, einer Dekade, in der Rauchen für ihre Generation mit Intimität und Gemeinschaft verbunden gewesen sei.
Wiedersehen mit alten Kollegen am Set
Für McDonnell war die Besetzung ein entscheidender Anreiz, das Projekt anzunehmen. Mit Alfre Woodard arbeitete sie zum vierten Mal zusammen. Sie beschrieb die Atmosphäre am Set als außergewöhnlich: Es habe sich angefühlt, als würde man nach langer Zeit in eine Schulklasse mit alten Freunden zurückkehren.
Sie betonte, dass ein solches Ensemble in Hollywood selten sei. Eine gesamte Besetzung aus Angehörigen der Babyboomer-Generation zu versammeln, sei eine Erfahrung, die man nicht einfach vergesse. Mit Geena Davis sprach sie ausgiebig, mit Woodard schrie sie vor Freude. McDonnell hatte lediglich einen einzigen Drehtag, hinterließ aber eine bleibende Wirkung.
Die Duffer Brothers hätten mit der Serie etwas Besonderes geschaffen, sagte McDonnell. Sie habe die erste Staffel vor etwa einem Monat in einem Stück in ihrem Wohnzimmer gesehen und dabei das Gefühl gehabt, die Macher nutzten Nostalgie bewusst als Orientierungshilfe in unsicheren Zeiten, mit Blick auf künstliche Intelligenz, gesellschaftliche Umbrüche und das Unbekannte.
Rückkehr als Duchess möglich?
Ob die Duchess in einer zweiten Staffel zurückkehrt, ließ McDonnell offen. Die Entscheidung liege bei den Machern. Inhaltlich zeigte sie sich jedoch fasziniert von der Figur: Eine Frau, die in andere Dimensionen blicken kann, sei ein Motiv, das Frauen seit jeher zugeschrieben werde, von Orakeln über Hexen bis hin zu modernen Seherinnen.
McDonnell sieht in der Duchess eine Frau mit Bildung, Haltung und einer Vergangenheit, die sie auf diesen Moment vorbereitet habe. Der Name allein, 'Duchess', habe ihr sofort signalisiert, welche Würde und welches Selbstbewusstsein die Figur trägt. Die Jahrzehnte der Katatonie seien dabei kein Ende, sondern eine Art (Clarke Peters) Schwelle gewesen.
Eine mögliche Rückkehr könnte laut McDonnell auch Rückblenden umfassen, die zeigen, wer die Duchess vor ihrer Erkrankung war. Ähnlich wie Stranger Things einen mentalen Raum für seine Figuren entwickelt habe, könnte The Boroughs diesen Ansatz auf die Duchess ausdehnen.
Marvel, Baywatch und weiteres in Planung
McDonnell ist derzeit vielseitig beschäftigt. Sie übernahm mehrere Episoden in der neuen Marvel-Produktion 'Vision', die im Oktober erscheinen soll. Am Set habe sie eine umfangreiche Monologszene gespielt, die sie als eine der interessantesten Aufgaben ihrer jüngsten Karriere bezeichnete.
Kurz nach dem Interview wurde außerdem bekannt, dass McDonnell Teil des Casts des Baywatch-Reboots wird. Zuvor hatte sie in Bulgarien an einem unabhängigen Film mitgewirkt, der auf dem apokalyptischen Roman 'One Second After' basiert. Das Projekt beschrieb sie als emotional schwierig, aber menschlich bereichernd.
Gefragt nach einer möglichen Rückkehr zu 'The Closer' und 'Major Crimes', lachte McDonnell und verwies darauf, dass ihre Figur am Ende gestorben sei. Dennoch schloss sie nicht aus, dass Geschichten aus der Zeit vor dem Finale erzählt werden könnten. Das Ensemble dieser Serien liebe sie bis heute.
Flanagan, Hawley und alte Zusammenarbeiten
McDonnell sprach auch über ihre Arbeit mit Regisseur Mike Flanagan, mit dem sie für 'The Fall of the House of Usher' zusammenarbeitete. Flanagan sei am Set ein Spielkind, das Freiheit gebe und gleichzeitig den Kurs klar im Blick behalte. Eine erneute Zusammenarbeit halte sie für wahrscheinlich, sobald das richtige Projekt gefunden sei.
Auch die Verbindung zu Noah Hawley, mit dem sie bei 'Fargo' arbeitete, beschrieb sie als stark und vertrauensvoll. Hawley entwickelt derzeit die zweite Staffel von 'Alien: Earth', doch ob McDonnell daran beteiligt sein wird, blieb offen.
Was alle diese Projekte verbinde, sei die Qualität der Zusammenarbeit. McDonnell betonte, dass Gastauftritte zu den anspruchsvollsten Aufgaben für Schauspieler gehörten, weil man in eine bereits eingespielte Maschinerie einsteigen müsse. Genau das habe sie bei The Boroughs, bei Marvel und anderswo immer wieder als Herausforderung und Antrieb empfunden.
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Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
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