23 Millionen Aufrufe, dann Absetzung: The Boroughs trotzt dem Netflix-Aus

Eine abgesetzte Serie schlägt erneuerte Konkurrenten in den Netflix-Charts. The Boroughs, das Übernatürliche-Drama der Duffer Brothers, landete mit 23,1 Millionen Aufrufen auf Platz 35 des offiziellen Netflix-Halbjahresberichts. Damit hat die Absetzung trotz stärkerer Zahlen als viele weitergeführte Serien keinen Bestand.
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Platz 35 trotz Absetzung
The Boroughs startete am 27. Mai 2026 auf Netflix und sammelte bis zum 30. Juni insgesamt 23,1 Millionen Aufrufe. Das reichte für Rang 35 im halbjährlichen Netflix-Bericht 'What We Watched', der Daten von Januar bis Juni 2026 umfasst. Bemerkenswert: Die Serie war die jüngste laufende Produktion in den Top 40, alle anderen erneuerbaren Serien oberhalb dieser Platzierung liefen bereits länger und sammelten Aufrufe über einen größeren Zeitraum.
Zum Vergleich: Die zweite Staffel von The Four Seasons, die einen Tag später am 28. Mai startete, kam auf 15,8 Millionen Aufrufe und landete auf Platz 62. Die zweite Staffel von Running Point, die bereits am 23. April anlief und damit einen Monat länger Zeit hatte, erreichte 21,1 Millionen Aufrufe und Rang 44. Beide Serien wurden für eine dritte Staffel verlängert.
Einzig Miniserien schlugen The Boroughs trotz späterer Premieren deutlich: I Will Find You und The Witness, beide im Juni gestartet, schossen auf Platz 3 beziehungsweise Platz 22. Bei abgeschlossenen Miniserien gelten andere Maßstäbe als bei fortlaufenden Dramen.
Starbesetzung als zweischneidiges Schwert
The Boroughs vereint ein außergewöhnliches Ensemble: Alfred Molina, Geena Davis, Alfre Woodard, Denis O'Hare, Clarke Peters und Bill Pullman tragen die übernatürliche Dramaserie. Hinzu kommen aufwendige Spezialeffekte, die die Produktion in eine kostspielige Kategorie heben.
Genau dieser Aufwand wurde der Serie zum Verhängnis. Bei einem so hohen Budget liegt die Schwelle, ab der Netflix eine Verlängerung wirtschaftlich rechtfertigen kann, deutlich höher als bei Comedyserien. The Four Seasons und Running Point sind Komödien, die strukturell günstiger zu produzieren sind und deshalb bei ähnlichen oder sogar geringeren Aufrufzahlen eine Verlängerung erhalten.
Die Duffer Brothers, bekannt als Schöpfer von Stranger Things, fungierten als ausführende Produzenten von The Boroughs. Der Vergleich mit ihrem Hauptwerk liegt nahe: Auch The Boroughs spielt mit übernatürlichen Elementen und einem großen Produktionsrahmen. Doch anders als Stranger Things bekam die neue Serie keine zweite Chance.
Netflix erklärt die Absetzung
Jinny Howe, bei Netflix verantwortlich für Scripted Serien in Nordamerika, äußerte sich zur Entscheidung gegen eine zweite Staffel: 'Es gibt so viele Faktoren, die einfließen, wenn wir letztlich entscheiden, dass wir eine Serie nicht zurückbringen können. Das ist etwas, worüber wir wirklich sorgfältig und bedacht nachdenken.'
Howe betonte dabei ausdrücklich den Stolz auf das Erreichte: 'Wir sind wirklich, wirklich stolz auf diese Serie. Wir glauben, dass sie für viele, viele Menschen, die sie liebten, ein sehr unterhaltsames, filmisches Erlebnis geliefert hat.' Die Aussagen machen deutlich, dass die Absetzung keine künstlerische Abwertung darstellt, sondern eine wirtschaftliche Abwägung.
The Boroughs erhielt starke Kritiken, was laut Netflix ebenfalls in die Überlegungen einfloss. Gute Bewertungen können die Entscheidung beeinflussen, reichen aber allein nicht aus, wenn die Produktionskosten eine bestimmte Zuschauerschwelle voraussetzen.
Netflix ändert künftig Berichtsformat
Der halbjährliche Bericht 'What We Watched', aus dem die Zahlen zu The Boroughs stammen, könnte einer der letzten seiner Art (Clarke Peters) sein. Netflix hat angekündigt, die halbjährliche Veröffentlichung von Aufrufzahlen einzustellen und stattdessen nur noch einmal jährlich Daten zu publizieren.
Hintergrund ist offenbar wachsender Druck rund um die Frage, wie Netflix Zuschauerbindung und Reichweite misst und kommuniziert. Die Umstellung auf einen Jahresbericht schränkt die Vergleichbarkeit zwischen Serien und die öffentliche Transparenz über Absetzungsentscheidungen künftig spürbar ein.
Für Produktionen wie The Boroughs, die in einem engen Zeitfenster starten und auf Verlängerung hoffen, bedeutet das: Externe Beobachter werden künftig noch weniger Einblick in die Zahlen erhalten, die intern über Fortbestand oder Ende einer Serie entscheiden.
Was bleibt von The Boroughs
The Boroughs endet nach einer Staffel, hinterlässt aber einen messbaren Abdruck in den Streamingzahlen. Mit 23,1 Millionen Aufrufen in gut einem Monat hat die Serie ein Publikum gefunden, das größer war als das mancher verlängerter Konkurrenz.
Das Ensemble um Alfred Molina, Geena Davis und Alfre Woodard bleibt damit ohne Fortsetzung, obwohl die Kritiken positiv ausfielen und die Zuschauerzahlen für eine so junge Serie beachtlich waren. Die Absetzung illustriert, wie stark das Verhältnis von Produktionsbudget zu Reichweite bei Netflix über das Schicksal einer Serie entscheidet.
Für Fans der Serie, die The Boroughs auf Netflix streamen können, bleibt die erste und einzige Staffel das letzte Wort. Eine offizielle Ankündigung über eine mögliche Fortsetzung bei einem anderen Anbieter liegt bislang nicht vor.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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