Mariska Hargitay trägt Law & Order: Special Victims Unit seit 26 Jahren

·15.06.2026, 15:16 Uhr·4 Min
Mariska Hargitay trägt Law & Order: Special Victims Unit seit 26 Jahren
Bild: NBC · TMDB

Sie spielt seit 27 Jahren eine unerschütterliche Detektivin, doch privat trug sie jahrzehntelang ein offenes Trauma. Hargitay verlor ihre Mutter Jayne Mansfield 1967 bei einem Autounfall, als sie drei Jahre alt war. Jetzt hat sie diesen Schmerz in "My Mom Jayne" verarbeitet, einem HBO-Dokumentarfilm, der zeigt, was hinter Olivia Benson wirklich steckt.

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Zwei Dynastien, ein rosa Haus

Mariska Hargitay ist die Tochter von Jayne Mansfield, dem Sexsymbol der 1950er Jahre, das 1967 bei einem Autounfall ums Leben kam. Jamie Lee Curtis wiederum ist die Oscar-prämierte Tochter von Leinwandlegenden: Ihr Vater Tony Curtis und ihre Mutter Janet Leigh gehörten zur Crème de la Crème Hollywoods. Beide Frauen wuchsen also im langen Schatten ikonischer Eltern auf.

Was kaum jemand weiß: Tony Curtis kaufte einst ein rosa Haus auf dem Sunset Boulevard, das zuvor Sonny und Cher gehört hatte. Hargitay war dort aufgewachsen. Es gibt sogar ein Foto, auf dem die beiden Mädchen gemeinsam in der Einfahrt stehen. Danach verloren sie sich aus den Augen, für Jahrzehnte.

Die Wiederverbindung kam durch Zufall und eine Vermittlerin. Hargitay befand sich im Beverly Hills Hotel, kurz nach Beginn der Dreharbeiten zu ihrer Dokumentation über ihre Mutter, als die Schauspielerin Amy Landecker die Verbindung herstellte. Das erste Telefonat war, wie Hargitay beschreibt, emotional aufgeladen: 'Es war wie ein fehlendes Stück meines Lebens.'

Das Geheimnis um den Vater

Hargitays Dokumentation 'My Mom Jayne', produziert für HBO und derzeit für den Emmy nominiert, dreht sich um das komplizierte Erbe ihrer Mutter. Curtis erfuhr beim gemeinsamen Mittagessen bei sich zu Hause von einem lang gehüteten Familiengeheimnis: Hargitays leiblicher Vater ist nicht Mickey Hargitay, sondern der Entertainer Nelson Sardelli.

Curtis hatte Hargitay zum Essen eingeladen, einen Nudelsalat und einen Zitronenkuchen zubereitet und dabei das volle Gewicht dieser Offenbarung gespürt. 'Einmal wird ein sensationelles Geheimnis weitergetragen', sagte Curtis dazu. Dass Hargitay es selbst in die Öffentlichkeit brachte, war ein bewusster Akt der Kontrolle über die eigene Geschichte.

Curtis beschreibt den Film als 'wunderschön, roh und zutiefst menschlich, ohne irgendetwas mit Schaugeschäft zu tun zu haben, auch wenn unsere Leben ganz im Schaugeschäft stattgefunden haben'. Die Dokumentation ist der emotionale Kern, um den sich die neue Freundschaft der beiden Frauen gebildet hat.

Kunst verstehen: Episoden und Szenen

Sechs Monate vor dem Gespräch schickte Curtis Hargitay eine Nachricht: 'Deine Serie läuft seit 87 Jahren, ich kann nicht alles sehen. Gib mir die zehn Folgen, die du mir zeigen würdest, damit ich dich als Künstlerin kennenlernen kann.' Hargitay stellte dieselbe Frage zurück, diesmal zur Serie 'The Bear'.

Besonders bewegt hat Hargitay die 'The Bear'-Episode 'Ice Chips', in der Curtis' Figur Donna bei ihrer entfremdeten Tochter während der Geburt sitzt. 'Ich konnte es kaum begreifen. Und dass du das in zwei Takes machst', sagte Hargitay. Curtis wiederum bezeichnete Hargitay als 'den verdammten Herzschlag von SVU. Die gesamte Maschinerie wird von dir angetrieben.'

Curtis erzählte auch von frühen Einflüssen: In der Sitcom 'Anything but Love' mit Richard Lewis lernte sie das Spielen vor Live-Publikum kennen. Produzent John Ritter flüsterte ihr einmal ins Ohr: 'Du hast wirklich lustige Beine.' Diese Begegnung mit Ritter lehrte sie, dass Freiheit aus Furchtlosigkeit entsteht, eine Lektion, die sie bis zu 'True Lies' und weit darüber hinaus begleitete.

SVU mit erster weiblicher Showrunnerin

Nach 26 Jahren wird Law & Order: SVU erstmals von einer Frau als Showrunnerin geführt. Michele Fazekas übernahm die Rolle und wird von Hargitay als 'witzig und unglaublich talentiert' beschrieben. Ergänzt wird sie durch die Regie-Produzentin Brenna Malloy, die Hargitay nach eigener Aussage immer wieder zu neuen Leistungen antreibt.

Für Hargitay ist dieser Schritt mehr als eine strukturelle Veränderung. 'Es ist alles', sagte sie schlicht. Curtis pflichtete bei: Beide Frauen über 60 arbeiten nun auf Serien, die von Frauen geleitet werden. Curtis selbst ist in der Serie 'Scarpetta' zu sehen, nachdem Nicole Kidman persönlich auf ihrer Besetzung bestanden hatte.

Dass SVU nach 27 Jahren noch immer Premieren feiert und dabei erstmals eine weibliche Führungsstruktur aufbaut, ist für die Branche ein Signal. Hargitay, die neben ihrer Serienarbeit auch als Aktivistin für Überlebende sexueller Gewalt tätig ist, verkörpert diese Haltung sowohl auf dem Bildschirm als auch im echten Leben.

Bühne, Freundschaft und Zukunftspläne

Hargitay steht kurz vor ihrem Bühnendebüt mit dem Stück 'Every Brilliant Thing'. Das Theater war seit Jahrzehnten ihr Traum, den sie fast aufgegeben hatte: In ihren Zwanzigern riet ihr die Bühnenaktrice Kathleen Chalfant, nie ins Fernsehen zu wechseln. Eine Stunde später kam das Angebot für SVU. Jetzt, Jahrzehnte später, schließt sich der Kreis.

Curtis kündigte sofort an, bei der Aufführung dabei zu sein. Die Freundschaft der beiden Frauen, die im Grunde auf einem gemeinsamen Erbe aus Ruhm, Verlust und dem ständigen Vergleich mit berühmten Eltern gründet, hat sich in kurzer Zeit zu etwas Belastbarem entwickelt.

Hargitay fasste es so zusammen: Sie und Curtis seien 'Schwestern aus einer anderen Mutter oder einem anderen Vater'. Was als zufällige Wiederverbindung begann, hat sich zu einer Partnerschaft entwickelt, die beide als seltene Konstante in einem flüchtigen Geschäft beschreiben.

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Quelle: NBCZuletzt aktualisiert: 15.06.2026, 15:16 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lea Zimmermann
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Lea Zimmermann
Science FictionFantasy-SerienMystery

Lea Zimmermann analysiert aktuelle Serien mit besonderem Blick für Atmosphäre, Figurenentwicklung und Erzählstruktur.

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