Lestat singt in Staffel 3: Sam Reid erkämpfte sich diese Entscheidung

Der Showrunner wollte Lestats Gesang ursprünglich gar nicht. Rolin Jones hatte für Staffel 3 einen Symphoniedirigenten geplant, keinen singenden Vampir. Dass ausgerechnet Sam Reids Hartnäckigkeit den Ausschlag gab, zeigt, wie viel Einfluss Darsteller hinter den Kulissen haben können.
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Dirigent statt Rockstar: der erste Plan
Rolin Jones hatte eine ganz andere Vision, als er sich erstmals mit dem Stoff beschäftigte. Noch bevor er den Auftrag für die Serie erhielt, las er Anne Rices erste drei Vampir-Romane und war sofort begeistert. 'Ich habe die ersten drei gelesen und dachte: Wow, das ist großartig. Das macht Spaß', sagte Jones. Für ihn war klar, dass er dem Projekt fünf Jahre seines Lebens widmen könnte.
Für die musikalische Ausrichtung der Staffel schwebte Jones jedoch ein Symphoniedirigent vor, kein Rockmusiker. Der Showrunner fürchtete, ein Rocker-Lestat könnte peinlich wirken und die Musik schlecht klingen. Seine Lösung: bewährte Klassik statt riskanter Rockexperimente.
Sam Reid ändert alles mit einem Satz
Es war Sam Reid, der Jones zum Umdenken brachte. Der Hauptdarsteller machte einen schlichten, aber entscheidenden Punkt: Er wolle, dass Lestat singt. Jones erinnert sich: 'Sam machte einen guten Punkt. Er sagte, ich will wirklich, dass Lestat singt. Und sobald ich das losgelassen hatte, waren wir drin.'
Zusätzlich half konstruktives Feedback von einem leitenden Vertreter der Produktionsfirma, den Jones als 'sehr weisen und klugen Präsidenten des Unternehmens' beschreibt. Erst als auch Komponist Daniel Hart an Bord war, fühlte sich Jones sicher genug, den Rockweg einzuschlagen. 'Sobald ich wusste, dass ich Daniel Hart habe, dachte ich: OK, wir können das machen', sagte er.
TV-Kritiker Matt Roush bezeichnete Reids Darstellung als 'fesselnd'. Auf Reddit beschrieben Zuschauer die Serie als eine Show, 'die sich lebendig anfühlt', und berichteten, bestimmte Szenen mehr als dreißig Mal zurückgespult zu haben, um alles zu verarbeiten.
Lestat als gescheiterter Rockstar
Anne Rices Romanversion von 1985 war ein glitzernder MTV-Star seiner Zeit. Die Serienfassung geht einen anderen Weg: Sam Reids Lestat ist ein C-Klasse-Rocker mit A-Klasse-Wahnvorstellungen, der seine gescheiterte Karriere in 111 Tonträgern dokumentiert, einer Sammlung namens 'The Failures'.
Jones betont, dass der Witz nicht auf Kosten der Musik geht. Komponist Daniel Hart hatte keinerlei Vorgaben, schlechte Songs zu schreiben. Der Misserfolg von Lestats Karriere spiegelt laut Jones etwas anderes: die Gleichgültigkeit der modernen Kulturlandschaft gegenüber echter Kunst.
Kritik an zwei verlorenen Generationen
Jones nutzt Lestats fiktiven Misserfolg als kulturellen Kommentar. 'Wisst ihr, wie viele großartige Rockbands es gerade gibt? Es hat nichts mit der Qualität der Songs zu tun', sagte er. Die Ursache sieht er in einem sinnlosen Medienklima, das Qualität systematisch ignoriert.
Konkret spricht Jones davon, dass sich mittlerweile zwei Generationen vom Rock and Roll abgewandt haben. Das sei keine Frage des Talents, sondern der Aufmerksamkeitsökonomie. Für ihn ist das auch eine Parallele zur eigenen Serie: 'Unsere Show ist kein riesiger Hit. Wir haben einfach diese leidenschaftlichen Fans, die jedes Jahr ein bisschen mehr werden.'
Reaktionen und Ausblick auf die Staffel
Der Start der neuen Staffel hat in der Fan-Community merkliche Wellen geschlagen. Figuren wie Jarda werden bereits in Memes auf sozialen Plattformen gefeiert, und die Diskussionen über einzelne Szenen zeigen, wie dicht das erzählerische Material ist.
Jones hatte die Weichen für diese Entwicklung schon früh gestellt. Die Entscheidung, die Serie von Interview with the Vampire in The Vampire Lestat umzubenennen und musikalisch neu auszurichten, war von Anfang an Teil des Plans, sofern die Serie überhaupt bis zu diesem Punkt käme. Dass sie es tat, verdankt sich nicht zuletzt einem einzigen Satz von Sam Reid.
Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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