Lee Sung Jin verabschiedet sich von BEEF, aber warum?
Lee Sung Jin liebt Beef, aber er will nicht mehr. Er beschreibt die Arbeit an der Serie als emotional kräftezehrend und sieht nach zwei Staffeln seine Geschichte erzählt. Die Tür bleibt einen Spalt offen, doch der Wille zum Weitermachen fehlt.
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Zwei Staffeln als natürliches Ende
Lee Sung Jin hat sich klar positioniert: Er wäre vollkommen zufrieden, wenn Staffel 2 das letzte Kapitel von Beef wäre. Die Arbeit an der Serie sei emotional außerordentlich kräftezehrend, sowohl während der Produktion als auch in der Zeit danach.
Produzentin Jinny Howe habe ihm stets geraten, eine weitere Staffel nur dann anzugehen, wenn er wirklich etwas zu sagen habe. Dieses Kriterium sieht Lee nach zwei Staffeln als erfüllt an. Er fühlt sich gehört und verstanden durch das, was er erzählt hat.
Dennoch bleibt er offen für die Zukunft. Falls das Leben ihm neue Impulse schenkt, die sich für Beef richtig anfühlen, schließt er eine Fortsetzung nicht kategorisch aus. Die Entscheidung liegt letztlich beim Universum, wie er es selbst formuliert.
Neuer Cast, neues Schauplatz
Staffel 2 verabschiedet sich vom Parkplatz-Konflikt der ersten Staffel und verlegt das Geschehen in einen Golfclub in Kalifornien. Im Mittelpunkt stehen zwei Paare: das Millennial-Paar Josh Martin und Lindsay Crane-Martin, gespielt von Oscar Isaac und Carey Mulligan, sowie das Gen-Z-Paar Austin Davis und Ashley Miller, verkörpert von Charles Melton und Cailee Spaeny.
Der Funke des Konflikts entzündet sich, als das jüngere Paar Zeuge eines scheinbar heftigen Streits zwischen Josh und Lindsay wird. Aus dieser Beobachtung entsteht die titelgebende Auseinandersetzung, die die Staffel antreibt.
Neben dem Hauptcast sind auch Youn Yuh-jung, Song Kang-ho und Seoyeon Jang in der neuen Staffel zu sehen. Besonders bemerkenswert: Matthew Kim tritt in einer Rolle auf, es ist sein erster Auftritt als Schauspieler überhaupt.
Inspiration aus dem echten Leben
Lee Sung Jin schöpfte auch für Staffel 2 aus persönlichen Erlebnissen. Die Idee entstand, nachdem er in seiner Nachbarschaft eine hitzige Auseinandersetzung aus einem Haus belauschte. Dieser Moment ließ ihn nicht mehr los und wurde zum Ausgangspunkt der neuen Geschichte.
Diese Methode, reale Beobachtungen in dramatisches Material zu verwandeln, prägt Lees Arbeit grundlegend. Es ist genau diese Authentizität, die Beef von vielen anderen Serien unterscheidet und ihr die emotionale Tiefe verleiht, für die sie bekannt ist.
Mehr Koreanisch, Finale in Korea
Staffel 2 setzt stärker auf koreanische Sprache als die erste Staffel. Es gibt deutlich mehr Szenen, die vollständig auf Koreanisch geschrieben wurden, was die kulturelle Vielschichtigkeit der Serie weiter vertieft.
Das Finale wurde in Korea gedreht, ein logistisch aufwendiges Unterfangen. Netflix zeigte sich dabei als verlässlicher Partner: Als Lee das Vorhaben ankündigte, lautete die Antwort des Streamingdienstes schlicht, was er brauche. Diese Unterstützung empfindet Lee als großes Privileg.
Lee wechselt zu den X-Men
Parallel zu Beef arbeitet Lee Sung Jin bereits an seinem nächsten Großprojekt. Gemeinsam mit Kevin Feige, Regisseur Jake Schreier und Autorin Joanna Calo entwickelt er täglich den neuen X-Men-Film für Marvel. Er bezeichnet die Aufgabe als das Privileg seines Lebens.
Kurz vor diesen Aussagen hatte Lee seinen Vertrag mit Netflix nicht verlängert, was den Wechsel zu Marvel ermöglichte. Trotzdem betont er die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit Netflix während der gesamten Beef-Ära und ist dem Streamingdienst sichtlich dankbar.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
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