Kritiker solidarisieren sich gegen Paget Brewster nach Teach You a Lesson-Rezension

Eine Schauspielerin greift eine Kritikerin an, die Branche reagiert. Paget Brewster, bekannt als Emily Prentiss in Criminal Minds: Evolution, attackierte ScreenRant-Autorin Shealyn Scott auf X und löschte den Post danach wieder. Kollegen aus der Branche solidarisierten sich öffentlich mit Scott und zwangen Brewster zur Entschuldigung.
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Der Angriff auf Shealyn Scott
Paget Brewster richtete sich auf X direkt an die ScreenRant-Autorin Shealyn Scott und schrieb: 'Hello critic Shealynn Scott. You're young. You don't know that bad pics and bad reviews can lead to 350 people losing their jobs. Sell vintage. Work at a shelter. Do something better than what you do now. Because right now you suck.' Den Post löschte Brewster kurz darauf wieder.
Scott hatte in ihrem Artikel die Veränderungen beschrieben, die Criminal Minds: Evolution im Vergleich zur CBS-Urfassung mitgebracht hat. Ihr Text war keine Verriss, sondern eine differenzierte Betrachtung: Sie lobte die neue Identität der Serie, kritisierte aber die verkürzte Staffellänge von zehn Episoden als Schwächung der seriellen Stärken.
Brewster spielte in dem Post offenbar auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der Produktion von guter Presse an und deutete an, negative Kritiken könnten Hunderte Jobs gefährden. Diese Argumentation stieß in der Branche auf breite Ablehnung.
Kritiker verteidigen ihre Kollegin
David Rooney, Cheffilmkritiker beim Hollywood Reporter, antwortete direkt auf Brewsters Post: 'This is a very bad look. An actor on a long-running show attacking a young reviewer who contextualizes her respectful criticisms with obvious knowledge of the material, says way more about u being thin-skinned than it does about her professionalism. Work at a shelter, really?!'
Auch Andy Behbakht, leitender Autor bei ScreenRant, stellte sich vor seine Kollegin. Er bezeichnete Brewsters Verhalten als 'disgusting' und betonte, es sei tragisch, eine junge Journalistin öffentlich niederzumachen und ihr zu sagen, sie solle das Berufsfeld verlassen. Behbakht forderte eine Entschuldigung.
Der Vorfall verdeutlichte eine wiederkehrende Spannung zwischen Darstellern und Kritikern im digitalen Zeitalter. Soziale Netzwerke ermöglichen direkte Konfrontationen, die früher hinter verschlossenen Türen geblieben wären.
Brewsters Entschuldigung am Folgetag
Am Tag nach dem Vorfall meldete sich Brewster erneut auf X, diesmal mit einer klaren Entschuldigung: 'Hi guys, I was mean to Shealyn Scott last night and I profoundly regret it. Shame on me for insulting a human being for doing their job. I'm very sorry, Shealyn. And I'm sorry to those who follow me that you saw me behave like that. Turns out, last night, I sucked.'
Die Entschuldigung kam ohne Einschränkungen oder Erklärungsversuche aus. Brewster übernahm die volle Verantwortung und verwendete dabei bewusst das Wort, das sie zuvor gegen Scott gerichtet hatte.
Ob Scott die Entschuldigung öffentlich annahm, blieb zunächst offen. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf Brewsters Entschuldigung fielen gemischt aus: Viele lobten die Offenheit, andere betonten, der ursprüngliche Angriff hätte erst gar nicht stattfinden dürfen.
Worum ging es in Scotts Kritik?
Scotts Artikel bei ScreenRant befasste sich mit dem Wandel, den Criminal Minds bei seinem Wechsel vom linearen Fernsehen auf Paramount+ durchgemacht hat. Die Serie lief 15 Staffeln, ehe sie 2020 ihr reguläres Finale feierte. Zwei Jahre später, 2022, folgte die Wiederbelebung unter dem Titel Criminal Minds: Evolution auf Paramount+.
Scott hob in ihrer Analyse hervor, dass die neue Version eine eigene Identität entwickelt hat. Die Altersfreigabe TV-MA erlaubt etwa Joe Mantegna als David Rossi und Paget Brewster als Emily Prentiss gelegentlich stärkere Ausdrucksweise. Neue Figuren wie Tyler Green, gespielt von Ryan-James Hatanaka, erweitern das Ensemble.
Kritisch betrachtete Scott die Kürzung auf zehn Episoden pro Staffel. Obwohl das Konzept für Streaming-Verhältnisse nachvollziehbar sei, arbeite das Format gegen die klassischen Stärken der Serie, schrieb sie. Diese Einschätzung war sachlich begründet und keineswegs ein pauschaler Verriss.
Pressefreiheit und Schauspieler-Verhalten
Der Fall Brewster wirft grundsätzliche Fragen über das Verhältnis zwischen Darstellern und Kritikern auf. Kritiken, auch gemischte, gehören zum Kern des Journalismus. Der Versuch, eine Rezensentin durch persönliche Angriffe einzuschüchtern, wird von der Branche einhellig abgelehnt.
Für Criminal Minds: Evolution, das auf Paramount+ und in Deutschland über entsprechende Streaming-Angebote verfügbar ist, kommt der Vorfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Statt über Inhalte zu sprechen, dominiert nun die Kontroverse rund um das Verhalten einer Hauptdarstellerin die Berichterstattung.
Ob der Vorfall langfristige Folgen für Brewster hat, bleibt abzuwarten. Kurzfristig hat er jedenfalls das Gegenteil von dem bewirkt, was die Schauspielerin möglicherweise beabsichtigte: Scotts Artikel erhielt durch die Debatte eine deutlich größere Aufmerksamkeit als zuvor.
Artikel geschrieben von:

Clara Hoffmann ist Serien-Redakteurin mit besonderem Fokus auf emotionale Drama-Serien und detailreiche Period Pieces.
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