Jimmy Kimmel Live! löst Politskandal aus, der Trump aufbringt
Ein Witze über Melania Trump trifft auf die Macht des Weißen Hauses. Jimmy Kimmel zeigte in seiner ABC-Show ein manipuliertes Video der First Lady und bezeichnete sie als 'erwartungsvolle Witwe', woraufhin Trump seinen Rauswurf bei Disney verlangte. Ob ABC dem Druck nachgibt, entscheidet nicht nur über Kimmels Zukunft, sondern über die Pressefreiheit im US-Unterhaltungsbetrieb.
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Der Witz, der alles auslöste
Jimmy Kimmel zeigte in seiner Sendung Jimmy Kimmel Live! ein manipuliertes Video, das Melania Trump und ihren Sohn Barron so darstellte, als säßen sie tatsächlich im Studio und hörten ihm zu. Anschließend sagte Kimmel: 'Unsere First Lady Melania ist hier. Schaut auf Melania, so wunderschön. Mrs. Trump, Sie strahlen wie eine erwartungsvolle Witwe.'
Trump reagierte scharf und bezeichnete den Witz als schockierend und inakzeptabel. Er erklärte, Kimmels hasserfüllte und gewalttätige Rhetorik sei darauf ausgelegt, das Land zu spalten, und sein Monolog über die Familie sei keine Komödie, sondern ätzend und vertiefe die politische Krankheit in Amerika.
Trump warf Kimmel außerdem vor, ein Feigling zu sein, der sich hinter dem Sender verstecke, weil er wisse, dass dieser ihn schützen werde. Menschen wie Kimmel sollten nicht die Möglichkeit haben, jeden Abend in die Wohnzimmer der Amerikaner einzudringen, um Hass zu verbreiten, so Trump weiter.
Anschlag-Versuch überschattet den Streit
Einen Tag nach dem umstrittenen Auftritt versuchte ein Bewaffneter, in den Ballsaal des White House Correspondents' Dinner einzudringen. Der Verdächtige, Cole Tomas Allen, 31, war mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern ausgerüstet.
Ermittler gehen davon aus, dass Allen Mitglieder der Trump-Regierung ins Visier nehmen wollte. Trump und sein Umfeld nutzten den Vorfall, um die Kritik an Kimmel weiter zu verschärfen, und stellten einen Zusammenhang zwischen dem Klima politischer Feindseligkeit und Kimmels Witzen her.
Trumps Anwalt Todd Blanche schloss sich den Forderungen an und unterstützte die Haltung des Präsidenten, dass Kimmel für die Konsequenzen seiner Worte zur Verantwortung gezogen werden müsse.
Kimmels Vorgeschichte mit der Regierung
Für Kimmel ist dies nicht der erste ernste Konflikt mit der Trump-Regierung. Im September des Vorjahres wurde Jimmy Kimmel Live! vorübergehend vom Sender genommen, nachdem der FCC-Vorsitzende Brendan Carr Druck auf den Sender ausgeübt hatte.
Damals war der Auslöser ein Witz im Zusammenhang mit der Ermordung von Charlie Kirk. Als Kimmel zurückkehrte, räumte er ein, sein Witz sei 'schlecht getimt oder unklar oder vielleicht beides' gewesen, und fügte hinzu: 'Ich verstehe, warum ihr verärgert seid.'
Andy Cohen und andere Medienpersönlichkeiten beobachten die Entwicklung mit Sorge, da sie als Teil eines breiteren Musters gilt, in dem politischer Druck zunehmend auf Unterhaltungsformate einwirkt.
Colbert als mahnendes Beispiel
Der Fall Kimmel wird unweigerlich mit dem von Stephen Colbert verglichen. Trump wird, ob zu Recht oder nicht, damit in Verbindung gebracht, dass CBS die Late-Night-Sendung The Late Show mit Colbert abgesetzt hat. Die Sendung endet im kommenden Monat.
Colbert war einer der schärfsten Kritiker Trumps im amerikanischen Fernsehen. Sein bevorstehender Abgang gilt vielen Beobachtern als Signal, dass Sender unter dem Druck der aktuellen politischen Lage bereit sind, kritische Stimmen aus dem Programm zu nehmen.
Kimmel steht nun vor einer ähnlichen Situation. Trump fordert unmissverständlich, dass Disney und ABC handeln und die Sendung beenden. Ob der Sender dieser Forderung nachgibt, bleibt abzuwarten.
Reicht es für das Ende?
Trump schloss seine Kritik mit den Worten: 'Es reicht. Es ist Zeit, dass ABC Stellung bezieht.' Die Forderung nach Kimmels Entlassung ist damit offiziell und öffentlich.
Kimmel selbst hat sich zu den aktuellen Vorwürfen bislang nicht geäußert. Die Einschaltquoten seiner Sendung waren zuletzt rückläufig, was Trump als Beleg dafür anführt, dass das Publikum Kimmel längst abgestraft habe.
Ob Disney und ABC dem Druck nachgeben oder Kimmel erneut den Rücken stärken, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Der Fall steht exemplarisch für den tiefen Riss zwischen der politischen Führung und der Unterhaltungsbranche in den USA.
Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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