Koreanisches Instrument trifft Roland-Synthesizer: So klingt Murderbot

·07.05.2026, 20:01 Uhr·3 Min
Bild: Apple TV · TMDB

Ein Jahrtausende altes Instrument trifft auf einen Synthesizer aus den 1980ern. Amanda Jones kombiniert das koreanische Saenghwang mit dem Roland Juno, um Murderbots innere Zerrissenheit zwischen Mensch und Maschine hörbar zu machen. Das menschliche Ensemble um Noma Dumezweni und David Dastmalchian bekommt dagegen klassische Cellos.

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Koreanisches Instrument trifft Synthesizer

Das Herzstück von Murderbots musikalischen Themen ist ein koreanisches Saenghwang, ein traditionelles Mundorgel-Instrument. Amanda Jones kombiniert es gezielt mit einem Synthesizer, um Klangwelten zu erzeugen, die zwischen organisch und künstlich pendeln.

Das Saenghwang erreicht extrem hohe Frequenzen. Durch Tonhöhenverschiebungen entstehen Texturen, die das Ohr auf ungewöhnliche Weise reizen. Jones setzt dieses Instrument immer dann ein, wenn Murderbot Augenkontakt vermeiden will oder von starker Angst überwältigt wird.

Der Synthesizer, den Jones am liebsten verwendet, ist das Juno-Modell von Roland. Sie beschreibt ihn als Instrument mit eigenem Willen: Man kann ihn programmieren, aber er entwickelt sich in unvorhergesehene Richtungen und erzeugt Klänge, die so nirgendwo existieren. Für sie war das der perfekte Ausdruck für Murderbot.

Cellos für die menschliche Crew

Während Murderbot mit elektronischen und exotischen Klängen charakterisiert wird, erhalten die menschlichen Figuren der Serie eine wärmere Klangsprache. Noma Dumezweni, David Dastmalchian, Sabrina Wu, Akshay Khanna und Tamara Podemski werden von einem dichten Cello-Teppich begleitet.

Jones wechselt dabei je nach Situation zwischen lebhaften, rhythmisch treibenden Passagen und solistischen Cello-Momenten. Wenn Figuren allein sind, ängstlich oder verletzlich, rückt das Solo-Cello in den Vordergrund.

Besonders in stillen Szenen, in denen Crewmitglieder allein in ihren Kabinen zu sehen sind und mit Unsicherheit oder Angst kämpfen, setzt Jones das Solo-Cello bewusst ein. Das Instrument vermittelt das Gefühl, als Mensch auf einem fremden Planeten verloren und schutzlos zu sein.

Unbehagen als kompositorisches Ziel

Jones beschreibt ihre Arbeit an Murderbot als bewusste Auseinandersetzung mit Unbehagen. Ziel war es, Klänge zu finden, die Zuschauer in einen leichten Zustand der Irritation versetzen, passend zu einer Figur, die selbst mit Blickkontakt und menschlicher Nähe kämpft.

Die Musik soll den inneren Konflikt von Murderbot hörbar machen: einerseits die Programmierung, andererseits aufkeimende Emotionen. Dieser Balanceakt zwischen Kontrolle und Kontrollverlust zieht sich durch den gesamten Soundtrack der Serie.

Fiktive Serie als kreative Freiheit

Innerhalb der Serie existiert eine fiktive Sendung namens 'The Rise and Fall of Sanctuary Moon', an der Charaktere wie John Cho, Jack McBrayer und DeWanda Wise mitwirken. Für deren Musik durfte Jones aus dem Vollen schöpfen.

Sie beschreibt das Komponieren dieser Stücke als reines Vergnügen. Die Musik sollte episch, überschwänglich und an die Werke von Bernard Herrmann erinnern. Showrunner Chris Weitz lieferte den Ausgangspunkt, indem er eine Melodie summte und sie Jones schickte.

Aus diesem einfachen Ansatz entwickelten Jones und Weitz gemeinsam ein vollständig orchestriertes Stück, das die überdrehte Dramatik der fiktiven Show perfekt einfängt.

Murderbot jetzt bei Apple TV+ streamen

Murderbot ist in Deutschland bei Apple TV+ abrufbar, wahlweise direkt oder über den Apple TV+ Amazon Channel. Die Serie basiert auf den Romanvorlagen von Martha Wells und zeigt Alexander Skarsgård als Sicherheitsroboter, der beginnt, ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln.

Amanda Jones' Soundtrack ist dabei weit mehr als Begleitmusik. Er ist ein eigenständiges Erzählinstrument, das den emotionalen Kern der Serie trägt und den inneren Zustand von Murderbot auf eine Weise beschreibt, die Worte allein nicht könnten.

Quelle: Apple TVZuletzt aktualisiert: 07.05.2026, 20:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Anna Schneider
Autor
Anna Schneider
Science FictionFantasy-SerienMystery

Anna Schneider analysiert Serien von düsteren Mystery-Stoffen bis zu leichteren Komödien mit Fokus auf Erzählstruktur und Figurenentwicklung.

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