Jahrelang lehnte Rosie O'Donnell Schönheits-OPs ab. Jetzt nicht mehr.

·27.05.2026, 02:45 Uhr·3 Min
Jahrelang lehnte Rosie O'Donnell Schönheits-OPs ab. Jetzt nicht mehr.
Bild: TMDB

Ein Facelift verändert, wie Rosie O'Donnell über Feminismus spricht. Die Moderatorin der Rosie O'Donnell Show hatte sich 2021 öffentlich gegen Schönheitsoperationen ausgesprochen und diesen Standpunkt nun nach einem Gewichtsverlust von 23 Kilogramm revidiert. Ihr offenes Bekenntnis löst eine Debatte aus, die weit über Hollywood hinausgeht.

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Vom Tabu zur persönlichen Entscheidung

Rosie O'Donnell hatte sich über Jahre öffentlich als entschiedene Gegnerin von Schönheitsoperationen positioniert. In einem Gespräch mit Vulture aus dem Jahr 2021 formulierte sie es unmissverständlich: 'Ich würde keine Schönheitsoperation machen lassen. Ich wollte so aussehen, wie eine Frau in meinem Alter aussehen sollte, und ich dachte immer, das wäre ein Segen im Alter.'

Diesen Standpunkt hat sie nun revidiert, und zwar öffentlich. Auslöser war ein Gewichtsverlust von rund 23 Kilogramm, der ihr Gesicht sichtbar veränderte. Das Ergebnis empfand sie nicht als natürliches Altern, sondern, wie sie in ihrem Essay schrieb, als etwas, das sich anfühlte wie 'Schmelzen mit Absicht'.

Der Entschluss zum Eingriff fiel ihr nicht leicht. O'Donnell beschreibt in ihrem Text eine echte innere Zerrissenheit zwischen ihren langjährigen Überzeugungen und dem, was sie täglich im Spiegel sah.

Eine feministische Gewissenskrise

In ihrem am 25. Mai auf Instagram und Substack veröffentlichten Essay mit dem Titel 'decisions' schildert O'Donnell, wie tief der Konflikt ging. Sie schrieb, sie habe sich einst selbst zur 'Anführerin aller Frauen ernannt, die niemals, unter keinen Umständen' einen solchen Eingriff vornehmen lassen würden. Ein Facelift war für sie ein Verrat, an Frauen weltweit, am Feminismus, am Altern.

Den Wendepunkt markiert ein ehrlicher Satz in ihrem Essay: 'Es gibt einen Punkt, an dem Akzeptanz anfängt, sich wie Lügen anzufühlen.' O'Donnell beschreibt diesen Moment als 'vollständige existenzielle feministische Krise', aus der sie mit einer überraschenden Erkenntnis herausging: Ehrlichkeit über den Eingriff fühlt sich richtiger an als Schweigen.

Sie schrieb, sie habe 'Geheimnisse noch nie gemocht', weshalb so zu tun, als wäre ihr 'verjüngtes Unterkiefer' das Ergebnis natürlichen Alterns, für sie keine Option war. Die Offenheit über den Eingriff wurde schließlich zum Weg, sich selbst wieder zu akzeptieren.

Poetischer Abschluss mit persönlicher Botschaft

O'Donnells Essay endet mit einer Strophe, die sowohl Rückblick als auch Bekenntnis ist: 'Für das Mädchen, das ich war, die Frau, die ich bin, und all jene, die sich meinen Reihen anschließen, während wir im dritten Akt weitermachen. Das bin ich.'

Der Text ist in Strophenform verfasst, ungewöhnlich für einen Social-Media-Post, was ihm einen literarischen Charakter verleiht. O'Donnell nutzt diese Form bewusst, um Ambivalenz auszudrücken: Selbstkritik und Selbstannahme stehen nebeneinander, ohne dass eine die andere auflöst.

Die Moderatorin, die in den 1990er Jahren mit 'The Rosie O'Donnell Show' bekannt wurde, meldet sich damit in einer persönlichen Weise zu Wort, die über klassische Promi-Bekenntnisse hinausgeht. Es geht ihr erkennbar nicht um Rechtfertigung, sondern um Verarbeitung.

Fans reagieren mit Zuspruch

Die Reaktionen auf den Post fielen überwiegend positiv aus. Viele Follower lobten O'Donnells Offenheit und dankten ihr dafür, ein Thema anzusprechen, über das viele Frauen schweigen. 'Danke für die Transparenz. Es macht alle ehrlicher, wenn man ehrlich ist. Wenn man es tut, kann man auch dazu stehen', schrieb eine Nutzerin.

Andere erkannten sich in O'Donnells Beschreibung wieder. Ein Kommentar lautete: 'Ich verstehe das total. Ich habe immer gesagt, ich würde das niemals machen, und jetzt, wo ich an diesem Punkt bin: Ich könnte mir vorstellen, die Linien auf meiner Stirn aufzufüllen. Nicht für andere, aber ich will sie selbst nicht mehr sehen.'

Vereinzelt gab es auch Stimmen, die grundsätzliche Positionen vertraten, etwa dass niemand das Recht habe, andere für solche Entscheidungen zu verurteilen. Die Debatte, die O'Donnell anstoßen wollte, hat sie damit tatsächlich ausgelöst.

Altern, Ehrlichkeit und Hollywood-Druck

O'Donnells Geschichte berührt einen Nerv, weil sie den Widerspruch benennt, den viele Frauen kennen: zwischen dem Anspruch, gesellschaftlichen Schönheitsnormen zu widerstehen, und dem persönlichen Erleben des eigenen Körpers. Hollywood verstärkt diesen Druck, doch O'Donnell macht deutlich, dass ihr Entschluss nicht auf Branchenanforderungen beruhte.

Stattdessen war es der Gewichtsverlust, der die Entscheidung auslöste. Die Veränderung im Gesicht empfand sie nicht als Zeichen des Alterns, sondern als Folge einer körperlichen Transformation, die sie aktiv herbeigeführt hatte. Das machte den Eingriff in ihrer Wahrnehmung zu etwas anderem.

Ob O'Donnell mit ihrem Essay eine breitere gesellschaftliche Diskussion anstößt, bleibt offen. Klar ist: Sie hat einen Rahmen gewählt, der Schönheitsoperationen weder verherrlicht noch verteufelt, sondern als das behandelt, was sie für viele Frauen sind: eine komplizierte, persönliche Entscheidung.

Zuletzt aktualisiert: 27.05.2026, 02:45 Uhr

Artikel geschrieben von:

Julia Fischer
Autor
Julia Fischer
Sci-Fi & FantasyMysteryComedy-Serien

Julia Fischer analysiert Serien mit besonderem Fokus auf erzählerische Details, Charakterentwicklung und Genre-Mix.

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