Invincible: Darum kippt Kirkman eine seiner eigenen Figuren
Kirkman kritisiert seinen eigenen Comic öffentlich. Der Schöpfer von Invincible gibt zu, dass er mit 23 Jahren fast nur weiße männliche Figuren erschuf. Dass ein Autor seine Frühwerke so offen als Versäumnis benennt, ist in der Comic-Branche selten.
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Ein Fehler aus jungen Jahren
Als Robert Kirkman und Cory Walker den Invincible-Comic im Jahr 2002 begannen, waren sie 23 und 21 Jahre alt. Diese jugendliche Unerfahrenheit hinterließ Spuren, die Kirkman heute selbstkritisch benennt: Fast jede neue Figur, die sie damals einführten, war männlich und weiß.
Kirkman beschreibt es als Versäumnis, das er und Walker damals schlicht nicht wahrgenommen hatten. Man habe nicht die nötige Sorgfalt aufgebracht, um diese Einseitigkeit zu korrigieren. Die Serienadaption bot nun die Chance, genau das nachzuholen.
Mit dem Wechsel von Zack zu Zoe Thompson wollte das Team aktiv gegensteuern und die Figurenvielfalt der Serie bewusst erweitern. Für Kirkman ist es eine Korrektur eines damaligen Mangels, keine bloße Modernisierung.
Zack wäre zu ähnlich gewesen
Neben dem Diversitätsgedanken gab es auch einen erzählerischen Grund für den Wechsel: Hätte Zack Thompson als männliche Figur in der Serie existiert, wäre er zu nah an bereits vorhandenen Charakteren wie Mark oder Oliver gewesen.
Kirkman betonte, dass Tech Jacket in den Comics eine vollständig ausgearbeitete Figur mit eigener Geschichte ist. In der Welt von Invincible jedoch hätte ein weiterer junger Mann in einem Superanzug kaum neuen Mehrwert gebracht.
Zoe Thompson hingegen bringt eine andere Perspektive in die Handlung. Ihre Ankunft in der zweiten Hälfte von Staffel 4, ausgestattet mit einem außerirdischen Rüstungsanzug und entsprechender Bewaffnung, sorgte für frischen Wind im Ensemble.
Inspiration durch Kirkmans Tochter
Bei der Ausgestaltung von Zoe Thompson ließ sich Kirkman auch von seiner eigenen Tochter inspirieren. Besonders ein Detail der Figur trägt eine persönliche Note: Zoe neigt zum Fluchen, obwohl ihr das eigentlich untersagt ist.
Kirkman räumte mit einem Schmunzeln ein, dass er seiner Tochter ebenfalls das Fluchen verbiete, was jedoch genauso wenig Wirkung zeige. Diese kleine Eigenheit verleiht Zoe eine authentische, lebendige Qualität.
Zoey Deutch haucht der Figur stimmlich Leben ein und trifft damit genau den Ton, den Kirkman im Sinn hatte: jung, energiegeladen und mit einem Hang zur Unbekümmertheit.
Staffel 4 und der Ausblick
Zoe Thompson und ihr Tech-Jacket-Anzug tauchten in der zweiten Hälfte von Staffel 4 auf und hinterließen beim Publikum einen bleibenden Eindruck. Die Figur fügt sich nahtlos in das wachsende Universum von Invincible ein.
Alle Folgen der Staffeln 1 bis 4 stehen aktuell auf Prime Video zum Abruf bereit. Fans können sich die Entwicklung von Zoe Thompson also vollständig in Ruhe ansehen.
Staffel 5 wurde bereits im Juli 2025 frühzeitig verlängert. Ein konkretes Startdatum steht noch aus, doch die Weichen für die Fortsetzung sind gestellt.
LeVar Burton als KI-Stimme
Eine besondere Besetzungsentscheidung betrifft die KI des Tech-Jacket-Anzugs: LeVar Burton übernimmt diese Rolle und verleiht dem technologischen Begleiter von Zoe Thompson eine unverwechselbare Stimme.
Burton ist vor allem als Kultfigur aus Jahrzehnten amerikanischer Unterhaltungsgeschichte bekannt. Seine Besetzung in Invincible ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die Serie hochkarätige Sprechtalente für ihre Nebenrollen gewinnt.
Zusammen mit Zoey Deutch als Zoe Thompson ergibt sich ein Duo, das sowohl stimmlich als auch inhaltlich überzeugt und der neuen Figur die nötige Substanz verleiht.
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Artikel geschrieben von:

Mia Braun ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf moderne Streaming-Serien und detaillierte Episodenanalysen.
Alle Artikel von MiaMia hat einen weiteren Artikel zur selben Serie verfasst.
