Imperfect Women: Corey Stoll über Howards dunkle Seite
Howard betäubt seine Tochter Artemis mit Marys versteckten Adderall-Pillen. Das geschieht in Episode 6 von Imperfect Women, nachdem Elisabeth Moss' Figur Mary Beweise für seinen Mord an Nancy sammelt. Corey Stoll spielt damit den gefährlichsten Charakter der gesamten Serie.
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Howard dreht in Episode 6 durch
In Episode 6 von Imperfect Women entdeckt Mary, gespielt von Elisabeth Moss, die Affäre ihres Mannes Howard und beginnt Beweise zu sammeln, die ihn mit dem Mord an Nancy in Verbindung bringen. Ein Privatdetektiv erklärt dabei, dass das Blutmuster darauf hindeutet, der Täter habe Nancy mit nur einem Arm zum Wasser gezogen, was auf eine Verletzung des Verdächtigen schließen lässt.
Howard reagiert auf Marys wachsenden Verdacht mit einem erschreckenden Schritt: Er verabreicht der gemeinsamen Tochter Artemis heimlich Adderall-Pillen, die Mary versteckt in der Küche aufbewahrt hatte. Damit bringt er das Leben seiner eigenen Tochter in Gefahr, nur um seine Frau unglaubwürdig erscheinen zu lassen.
Die Figur des Howard, dargestellt von Corey Stoll, erweist sich damit als der vielleicht beängstigendste Charakter der gesamten Serie, noch vor allen anderen Verdächtigen rund um Nancy und Eleanor.
Mary verliert Sorgerecht und Zuhause
Am Ende von Episode 7 hat Howard die Lage vollständig zu seinen Gunsten gedreht. Gegen Mary wird eine Notschutzanordnung erwirkt, die sie zwingt, das Familienhaus zu verlassen. Gleichzeitig wird ihr jeder unbeaufsichtigte Kontakt zu den beiden minderjährigen Kindern untersagt.
Howard droht seiner Frau offen damit, das Jugendamt einzuschalten, um ihr das Sorgerecht entziehen zu lassen. Mit den Worten 'Du reißt diese Familie auseinander' dreht er die Schuldfrage komplett um und präsentiert sich selbst als das Opfer der Situation.
Gegenüber Mary macht Howard auch klar, dass eine Scheidung ihr keine Vorteile bringen würde: 'Auch ohne mich würde dir das Sorgerecht nicht zugesprochen, und auch niemand aus deiner bunten, instabilen Familie.' Die Machtdemonstration ist vollständig.
Stoll erklärt Howards moralischen Verfall
Corey Stoll hat sich offen dazu geäußert, wie er mit der Entwicklung seiner Figur umgeht. Als Schauspieler müsse man grundsätzlich der stärkste Fürsprecher des eigenen Charakters sein. Das sei ihm auch gelungen, bis zu dem Moment im Krankenhaus, in dem Howard Artemis vergiftet.
Ab diesem Punkt, so Stoll, sei mit Howards ethischem Rahmen grundlegend etwas falsch. Der Schauspieler betont: 'Ich kann es nicht mehr entschuldigen.' Zwar könne Howard sich selbst möglicherweise noch einreden, aus Liebe zu handeln, doch in Wahrheit befinde er sich in absolutem Überlebensmodus.
Stoll beschreibt seinen Charakter als 'ein in die Enge getriebenes Tier', das alles tut, um zu überleben. Howard sei intelligent und zu gezielter Manipulation fähig, aber das mache sein Verhalten umso erschreckender, nicht entschuldbarer.
Nancys Tod und Howards Verstrickung
Howard versucht in einem Gespräch die Schuld für Nancys Tod auf Mary abzuwälzen. Er erinnert sie daran, dass sie selbst eine besondere Zuneigung zu Nancy hegte: 'Das warst du, nicht ich. Ich weiß, dass du sie geliebt hast. Du fandest sie so wunderschön. Deshalb habe ich dein kleines Spiel mitgespielt.'
Gleichzeitig rechtfertigt Howard den Diebstahl an Nancy mit den Worten: 'Sie hätte gar nicht bemerkt, dass etwas fehlte. Nancy hatte so viel.' Diese Aussage zeigt, wie Howard moralische Grenzen konsequent verschiebt, um sein eigenes Handeln zu relativieren.
Kate Mara spielt in der Serie eine der zentralen Figuren rund um Nancy, während Kerry Washington als weitere Hauptdarstellerin die komplexen Frauenbeziehungen der Serie verkörpert. Gemeinsam mit Robert bilden diese Charaktere ein Netz aus Lügen, das Howard zunehmend zu seinem Vorteil nutzt.
Howards Manipulation als Serienthema
Imperfect Women zeigt mit der Figur Howard, wie häusliche Manipulation und emotionaler Machtmissbrauch funktionieren. Howard nutzt gesellschaftliche Strukturen wie das Jugendamt gezielt als Waffe gegen seine Frau, anstatt offene Konfrontation zu suchen.
Der Satz 'Sie ist hier wegen dir' und das knappe 'Es ist nicht das, was es aussieht' stehen exemplarisch für Howards Kommunikationsstrategie: Schuld verschieben, Fakten verdrehen, Kontrolle behalten. Diese Taktiken machen ihn zur gefährlichsten Figur der Staffel.
Für das Publikum ist Howards Verhalten ein Spiegel realer Manipulationsmuster. Die Serie nutzt den Krimi-Rahmen, um diese Dynamiken sichtbar zu machen, und Corey Stolls differenzierte Darstellung verleiht dem Charakter eine beunruhigende Glaubwürdigkeit.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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