Helen Mirren spielte Golda Meir, jetzt erklärt sie ihre komplizierte Israel-Haltung

Ein Angriff auf offener Straße zwingt Helen Mirren zur Positionierung. Die Oscarpreisträgerin wurde in London als 'böse zionistische Hexe' beschimpft, nachdem sie 2023 Golda Meir verkörpert hatte. Ihre betont ruhige Reaktion sagt mehr über ihre Haltung aus als jedes Statement.
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Verbaler Angriff in London
Im November 2025 wurde Helen Mirren in Ost-London von einem Mann angegriffen, der sie als 'böse zionistische Hexe' beschimpfte. Das Video des Vorfalls tauchte Ende Mai 2026 online auf und sorgte für breite Aufmerksamkeit. Mirren war zu dem Zeitpunkt gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Taylor Hackford, unterwegs.
Mirren kommentierte den Vorfall mit auffälliger Gelassenheit: Sie sei 'irrtümlich von einem Mann angegriffen worden, der vielleicht etwas übereifriger oder mental nicht ganz stabil war.' Sie rief Journalisten dazu auf, sorgfältig zu prüfen, was sie online lesen und sehen.
Mirren spielte 2023 in dem Spielfilm 'Golda' die israelische Premierministerin Golda Meir und hat sich früher öffentlich für die 'Existenz Israels' ausgesprochen. Dieser Hintergrund dürfte den Mann zu seiner Aussage veranlasst haben.
Mirrens differenzierte Haltung zu Israel
Auf dem Taormina Film Festival, wo Mirren mit einem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet wurde, äußerte sie sich ausführlich zu Israel. 'Böse Kräfte erheben sich überall, sogar in einem Land wie Israel', sagte sie. 'Wie könnte man das, was euch als Volk angetan wurde, möglicherweise an anderen Menschen wiederholen?' Die Aussage bezieht sich erkennbar auf den Holocaust und den gegenwärtigen Krieg in Gaza.
Mirren beschrieb ihre persönliche Verbindung zu Israel: Ihre ersten beiden Freunde waren jüdisch, und als junge Frau reiste sie mit einem Engländer nach Israel, wo sie kurz nach dem Sechstagekrieg 1967 in einem Kibbuz arbeitete. 'Ich habe damals einige Dinge gesehen', sagte sie knapp, ohne Details zu nennen.
Die Entstehung Israels bezeichnete sie als 'sehr wichtigen Moment', auch wenn sie einräumte, es sei 'vielleicht auf die völlig falsche Weise, am falschen Ort' geschehen. 'Aber nach dem Schrecken musste etwas passieren.' Gleichzeitig zog sie einen historischen Vergleich: Katharina die Große, Alexander der Große, alle seien durch Landnahme, Invasion und Grausamkeit in die Geschichtsbücher eingegangen. 'Ich habe Golda Meir gespielt und in einem Land gearbeitet, das das idealistische Israel war. Ich dachte immer, es sei ein Land, das niemals Unrecht tun würde. Aber natürlich taten sie es, schon damals.'
Bedingungslose Unterstützung für Tom Hardy
Parallel zu den Aussagen über Israel sprach Mirren über ihren MobLand-Kollegen Tom Hardy. Berichte über unprofessionelles Verhalten am Set hatten zuletzt Spekulationen ausgelöst, Hardy könnte aus der Paramount+-Serie entfernt werden. Mirren hatte Hardy bereits im Mai auf Instagram öffentlich unterstützt.
Auf die Frage, ob sie wieder mit Hardy zusammenarbeiten würde, antwortete sie ohne Zögern: 'Absolut. In einem verdammten Herzschlag.' Sie nannte ihn den 'erstaunlichsten Schauspieler' und betonte, ihr Support sei 'aufrichtig und von Herzen'.
Bestätigt ist inzwischen, dass Gespräche laufen, wie Hardy als Gangster Harry Da Souza in der Serie bleiben kann. Mirren zeigte sich zuversichtlich: 'Wenn starke künstlerische Menschen zusammenarbeiten, ist der kreative Prozess herausfordernd. Wir werden vorwärtsgehen, absolut, und es wird noch besser werden.'
MobLand: Hardys Zukunft bei Paramount+
MobLand läuft bei Paramount+ und ist in Deutschland über Paramount+ sowie den Paramount+ Amazon Channel und den Paramount Plus Apple TV Channel verfügbar. Hardy spielt darin den Gangster Harry Da Souza, Mirren gehört ebenfalls zum Ensemble der Serie.
Die Verhandlungen über Hardys Verbleib laufen noch. Mirren lobte das kreative Team hinter der Produktion als 'kraftvoll' und deutete an, eine weitere Staffel sei ihr persönliches Ziel. Ob und wann eine Fortsetzung grünes Licht bekommt, steht noch nicht fest.
Mirrens öffentliche Rückendeckung für Hardy steht in einem ungewöhnlichen Kontrast zu der Zurückhaltung, die in solchen Situationen in der Branche üblich ist. Dass sie sich so klar positioniert, unterstreicht, wie hoch sie Hardy als Schauspieler einschätzt.
Mirren zwischen Kunst und Politik
Mirren wuchs im Europa der Nachkriegszeit auf. Die Erkenntnis ihrer Elterngeneration über den Holocaust sei 'so tiefgreifend, so wichtig' gewesen, sagte sie. Diese biografische Prägung erklärt, warum sie die Rolle der Golda Meir annahm und warum sie zum Nahostkonflikt keine einfachen Antworten liefert.
Ihre Aussagen beim Taormina Film Festival zeigen eine Frau, die sich weder in politische Lager einordnen lässt noch Vereinfachungen akzeptiert. Sie kritisiert Israels Handeln, ohne die historische Notwendigkeit seiner Gründung zu bestreiten. Das macht ihre Position unbequem für alle Seiten.
Antonin Baudry, dessen Kriegsbiopic 'De Gaulle: Résistance' ebenfalls in Taormina gezeigt wurde, steht thematisch in einer gewissen Nähe zu Mirrens Reflexionen über Geschichte, Macht und moralisches Versagen. Mirren selbst blieb bei ihrem Auftritt die dominierende Stimme des Festivals.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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