Gervais spricht in Alley Cats eine Figur, die er selbst als unverschämt beschreibt

Niedliche Katzen, aber kein Kinderfilm: Alley Cats bricht bewusst mit dem Zeichentrick-Klischee. Die sechsteilige Animationsserie von Ricky Gervais richtet sich klar an Erwachsene und distanziert sich vom Vorbild Top Cat. Wer familienfreundliche Unterhaltung erwartet, wird hier konsequent enttäuscht.
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Freche Katzen statt Familienunterhaltung
Alley Cats ist eine sechsteilige animierte Serie, die Ricky Gervais selbst als 'Slacker-Sitcom' bezeichnet. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe britischer Straßenkatzen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, die gemeinsam über das Leben grübeln, Gesellschaft suchen und dabei kein Blatt vor den Mund nehmen. Der erste Trailer macht unmissverständlich klar: Diese Serie richtet sich an ein erwachsenes Publikum.
Der Vergleich mit der klassischen Hanna-Barbera-Zeichentrickserie Top Cat liegt nahe, aber er führt in die Irre. Alley Cats geht in Ton und Inhalt deutlich weiter und verlässt das familientaugliche Terrain konsequent. Gervais selbst spricht eine Figur, die er als 'fettes, faulendes, unverschämtes, meinungsstarkes Geschöpf mit Reißzähnen' beschreibt.
Der Trailer feierte im Rahmen des Animationsfestivals in Annecy Premiere, wo Gervais persönlich anwesend war, um die ersten beiden Folgen exklusiv vorzustellen. Zum Termin für den deutschsprachigen Raum gibt es noch keine offizielle Ankündigung.
Starkes Ensemble aus Gervais-Vertrauten
Die Besetzung liest sich wie ein Who's Who aus Gervais' langjährigem Umfeld. Neben ihm selbst sind Tom Basden, Andrew Brooke, David Earl, Kerry Godliman, Jo Hartley und Diane Morgan als Sprecher dabei. Ergänzt wird das Ensemble durch Natalie Cassidy und Tony Way.
Viele dieser Namen kennen Gervais-Fans bereits aus früheren Projekten: David Earl und Kerry Godliman spielten etwa zentrale Rollen in After Life. Die Vertrautheit zwischen Gervais und seinen Kollegen dürfte dem improvisierten, lakonischen Ton der Serie zugutekommen.
Gervais zeigte sich vor dem Start ungewohnt enthusiastisch: 'Ich glaube nicht, dass ich jemals so aufgeregt über einen Trailer war. Ich kann es kaum erwarten, dass alle diese Katzen kennenlernen.' Das Zitat stammt aus einer Stellungnahme rund um die Annecy-Präsentation.
Produktion: Blink Industries zeichnet animiert
Die Animation stammt vom britischen Studio Blink Industries, das bereits mit Dead End: Paranormal Park und Don't Hug Me I'm Scared auf sich aufmerksam gemacht hat. Beide Produktionen gewannen Branchenpreise und etablierten Blink Industries als eine der kreativsten Animationsadressen im Vereinigten Königreich.
Regie führt Elliot Dear, der die visuelle Handschrift der Serie mitprägt. Als Produktionsdesigner ist Tang Heng verpflichtet worden, der zuvor an Kung Fu Panda 1 und 2 beteiligt war. Diese Kombination aus britischem Animationstalent und Erfahrung aus dem Spielfilm-Bereich verspricht ein unverwechselbares Erscheinungsbild.
Gervais produziert die Serie über seine Produktionsfirma Derek Productions, gemeinsam mit Steven Hamilton Shaw von Shush Creative, der unter anderem für Gnomeo und Julia mitverantwortlich zeichnet. Hugo Donkin von Blink Industries übernimmt die Produktionsleitung.
Gervais kehrt nach After Life zurück
Mit Alley Cats meldet sich Gervais erstmals seit After Life als Serienschöpfer zurück. After Life lief von 2019 bis 2022 in drei Staffeln auf Netflix und erzählte die Geschichte eines Mannes, der nach dem Tod seiner Frau mit dem Leben hadert. Die Serie wurde von Kritikern gelobt und fand ein breites Publikum.
Alley Cats markiert einen radikalen Tonwechsel: Statt nachdenklicher Tragikomödie setzt Gervais diesmal auf provokante Erwachsenenunterhaltung im Animationsformat. Das ist für ihn als Schöpfer neues Terrain, auch wenn er mit Netflix als Plattform auf eine bewährte Partnerschaft setzt.
Der Starttermin am 7. August gilt für den internationalen Netflix-Katalog. Ob und wann die Serie auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein wird, hat Netflix bislang nicht kommuniziert.
Was Zuschauer erwartet
Der Trailer gibt einen unverblümten Vorgeschmack auf die Themen der Serie. Die Katzen diskutieren unter anderem, wie sie gerne sterben würden, und planen gemeinsame Aktionen, die in keiner Kindersendung vorkommen würden. Der Ton ist roh, selbstironisch und bewusst anstößig.
Gervais bedient mit Alley Cats ein Format, das im englischsprachigen Raum eine treue Fangemeinde hat: animierte Serien für Erwachsene, die gesellschaftliche Tabuthemen mit schwarzem Humor verhandeln. Die sechs Folgen sollen zeigen, wie britische Alltagskultur durch das Prisma sprechender Straßenkatzen wirkt.
Wer die Serie in Deutschland verfolgen möchte, sollte den internationalen Netflix-Start am 7. August im Blick behalten und auf eine baldige Ankündigung für den deutschsprachigen Raum hoffen.
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Artikel geschrieben von:

Laura Klein ist spezialisiert auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Serien mit geschultem Blick für Erzähltempo und Figurenentwicklung.
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