Das Ende von Everwood Staffel 4 erklärt: Warum das Finale ein Abschied wurde

Everwood wurde abgesetzt, obwohl es um seinen Platz kämpfte. Greg Berlanti bestätigte: Supernatural, Veronica Mars und Everwood stritten sich um zwei CW-Slots. Dawn Ostroff wählte stattdessen die bereits beendete 7th Heaven, was das Schicksal der Serie besiegelte.
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Was passiert im Finale von Everwood?
Das zweiteilige Serienfinale mit dem Titel 'ForEverwood' verabschiedet sich von der Kleinstadt mit einer Reihe von Liebesgeschichten, die alle zu einem glücklichen Abschluss finden. Im Mittelpunkt steht Andy Brown (Treat Williams), der Stadtarzt, der seine Nachbarin Nina (Stephanie Niznik) zu verlieren droht. Ihr Freund Jake (Scott Wolf) steht zwischen den beiden, doch er verlässt die Stadt, nachdem er von Andys Heiratsabsichten erfährt.
Andy verabschiedet sich zunächst am Grab seiner verstorbenen Frau und macht Nina dann einen Heiratsantrag, den sie annimmt. Parallel dazu verarbeitet Amy (Emily VanCamp) auf der Bat-Mizwa von Andys Tochter Delia (Vivien Cardone) ihre Gefühle für Ephram (Gregory Smith), Andys Sohn. Leicht angetrunken mietet sie ein Riesenrad und erklärt ihm ihre Liebe. Ephram nimmt diese Erklärung an.
Auch die Nebenhandlungen finden ihren Abschluss: Arzt Harold (Tom Amandes) und seine Frau, Bürgermeisterin Rose (Merrilyn Gann), nehmen ein Neugeborenes auf, das ein Patient vor ihrer Tür absetzt, und erfüllen sich damit ihren Kinderwunsch. Amys Freundin Hannah (Sarah Drew) verzichtet auf ein Vollstipendium für Notre Dame, um bei ihrem Freund Bright (Chris Pratt), Amys Bruder, zu bleiben. Und Andy erfüllt seiner Tochter Delia schließlich ein altes Versprechen und schenkt ihr ein Pony.
Die wichtigsten Wendepunkte im Finale
Der entscheidende Wendepunkt des Finales ist Jakes Abgang. Er erfährt von Andys Heiratsring und zieht die Konsequenzen, bevor Andy überhaupt handeln kann. Dieser Moment gibt Andy die Freiheit, Nina ohne Konkurrenz seinen Antrag zu machen. Die Szene am Grab seiner ersten Frau ist dabei mehr als sentimentale Geste: Andy holt sich dort symbolisch die Erlaubnis, weiterzuleben und neu zu lieben.
Amys Liebeserklärung auf dem Riesenrad ist der emotionale Höhepunkt der gesamten Serie. Die Figuren hatten über vier Staffeln hinweg eine komplizierte, oft schmerzhafte Beziehung durchlebt. Dass Amy die Initiative ergreift und Ephram nicht auf eine Entscheidung warten lässt, passt zur Entwicklung ihrer Figur. Ephrams Reaktion, die Erklärung anzunehmen, schließt einen der zentralen Handlungsbögen der Serie.
Bemerkenswert ist auch, wie das Finale mit Haralds Figur umgeht. Über vier Staffeln hatte er eine schwierige Beziehung zu seiner Mutter Edna (Debra Mooney). Dass sie nun zu ihm zieht und das Paar ein Kind bekommt, ist eine der optimistischeren Wendungen, die von manchen Kritikern als zu glatt empfunden wurde. Ephram selbst kommentiert diese Häufung von Happy Ends im Dialog: Er sagt, er sei es so gewohnt, dass Dinge nicht so laufen, wie sie sollen, dass er nervös werde, wenn sie es doch tun.
Warum Everwood abgesetzt wurde
Im Frühjahr 2006 bereitete sich The WB auf eine Fusion mit UPN vor, aus der The CW hervorgehen sollte. Everwood galt als gesetzter Kandidat für den Wechsel zum neuen Sender. Laut TV Guide war die Serie sogar kurzzeitig auf der Website von The CW gelistet, und Insider berichteten, sie sei für den Herbstplan 2006 eingeplant gewesen.
Serienerfinder Greg Berlanti beschrieb die Situation 2016 gegenüber Entertainment Weekly so: Everwood, Veronica Mars und Supernatural hätten alle um ihre Zukunft gekämpft, und es hieß, zwei der drei würden den Sprung zu The CW schaffen. Was dann passierte, war ein Zuschauerrekord der Konkurrenz: Das Staffelfinale der zehnten Staffel von 7th Heaven, das eigentlich als Serienfinale geplant war, zog mehr als sieben Millionen Zuschauer an. CW-Chefin Dawn Ostroff verlängerte 7th Heaven daraufhin für eine elfte Staffel und strich Everwood aus dem Programm.
Die Absetzung kam kurz vor der Ausstrahlung des Finales, sodass Fans und Crew gleichermaßen betroffen waren. Die Entscheidung gilt bis heute als eines der umstrittensten Beispiele für eine vorzeitige Absetzung einer qualitativ hochwertig bewerteten Dramaserie.
Das alternative Ende, das niemand sah
Das Produktionsteam hatte sich auf beide Szenarien vorbereitet. Executive Producer Rina Mimoun erklärte gegenüber Entertainment Weekly, dass zwei verschiedene Enden gedreht worden seien, da man nicht wusste, ob eine weitere Staffel kommen würde. Das ausgestrahlte Ende zeigte Amy, die Ephram ihre Liebe gesteht. Das andere Ende hingegen hätte eine ganz andere Richtung eingeschlagen.
In der nicht gesendeten Version wäre Ephram im Begriff gewesen, zu Amy hinunterzugehen, als ihn ein Anruf von Madison aufhält, seiner früheren Freundin, mit der er ein Kind hatte. Dieser Anruf hätte ihn in seiner Wohnung gehalten und damit die Rückkehr von Schauspielerin Sarah Lancaster als Madison vorbereitet. Dieses Ende wäre ein klassischer Cliffhanger gewesen, der eine fünfte Staffel eröffnet hätte.
Die Tatsache, dass das Produktionsteam beide Möglichkeiten vorbereitete, zeigt, wie professionell und vorausschauend die Crew arbeitete. Das ausgestrahlte Ende gibt der Serie einen echten Abschluss, der trotz der kurzfristigen Absetzung als vollständiges Finale funktioniert.
Kritik, Erbe und Chancen auf eine Fortsetzung
Das Finale spaltete die Kritik. Die New York Times lobte es als 'wunderschön sentimentales Spektakel' und befand, die Serie habe ihre Absetzung durch den Ton des Finales fast natürlich wirken lassen. Entertainment Weekly sah in der Häufung von Happy Ends eine verdiente Belohnung für treue Zuschauer. Die Kritikerin von Salon hingegen empfand das Finale als zu kitschig und uncharakteristisch für eine Serie, die vier Jahre lang auch die dunkleren Seiten des Lebens gezeigt hatte.
Greg Berlanti äußerte sich 2018 gegenüber Variety noch optimistisch über eine mögliche Fortsetzung: Budget und Terminplanung seien die entscheidenden Faktoren, aber er halte eine Rückkehr für denkbar. Emily VanCamp erklärte 2021 gegenüber People, es habe kurzzeitig Gespräche über ein Wiedersehen gegeben, sie wisse aber nicht, was daraus geworden sei.
Eine Fortsetzung ist heute unwahrscheinlicher denn je. Stephanie Niznik, die Nina spielte, starb 2019. Treat Williams, der Andy Brown verkörperte, und sein Kollege Jon Beasley, der Irvs Rolle innehatte, starben beide 2023. Trotzdem lebt die Serie weiter: Alle vier Staffeln sind auf Prime Video verfügbar, sodass neue und alte Fans die Geschichte von Everwood vollständig erleben können.
Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.
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