Brothers & Sisters endete 2011 ohne Abschluss, jetzt spricht Rhys darüber

·07.06.2026, 20:01 Uhr·4 Min
Brothers & Sisters endete 2011 ohne Abschluss, jetzt spricht Rhys darüber
Bild: ABC · TMDB

Abgesetzt ohne Finale, trotz konkretem Rettungsplan. Rhys und sein Team hatten ein Special entwickelt, das die offenen Handlungsstränge schließen sollte. Der neue ABC-Verantwortliche lehnte ab, und die Walkers blieben für immer unfertig.

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Der gescheiterte Pitch von 2011

Brothers & Sisters wurde 2011 nach einem Führungswechsel bei ABC überraschend abgesetzt. Matthew Rhys, der in der Serie gemeinsam mit Luke Macfarlane eines der ersten prominenten schwulen Paare im amerikanischen Netzwerkfernsehen verkörperte, wollte das nicht einfach hinnehmen. Zusammen mit seinem Serienkollegen Dave Annable und Produzent Ken Olin entwickelte er das Konzept für ein zweistündiges Weihnachtsspecial, das die offenen Handlungsstränge hätte zusammenführen sollen.

Der Pitch scheiterte beim neuen Senderverantwortlichen. Die Geschichte der Geschwister-Familie Walker fand damit kein formelles Finale. Rhys beschreibt den Impuls hinter dem Versuch schlicht: 'Einer der Gründe, warum wir das taten, war, dass uns Menschen bis heute ansprechen und sagen: Ich liebte Brothers & Sisters. Deshalb dachten wir: Die Leute würden es immer noch sehen.'

Besonders die anhaltende Zuneigung des Publikums hält Rhys' Hoffnung lebendig. In Deutschland ist Brothers & Sisters bei Disney+ verfügbar, was die Serie für eine neue Generation von Zuschauerinnen und Zuschauern zugänglich macht.

Disney-Nostalgie als neue Chance

Was damals scheiterte, könnte heute unter anderen Vorzeichen neu verhandelt werden. Rhys verweist auf die Strategie von Disney, Kulthits der Vergangenheit wiederzubeleben: Sowohl Scrubs als auch Malcolm in the Middle wurden zuletzt fortgesetzt. Für ihn ist das ein klares Signal, dass auch Brothers & Sisters auf den Radar zurückkehren könnte.

Ein entscheidender Trumpf wäre Sally Field, die als Matriarchin Nora Walker die emotionale Achse der Serie bildete. Field, Trägerin sowohl eines Oscars als auch eines Emmys, würde laut Rhys dem Projekt die nötige Strahlkraft verleihen, um eine Neuauflage zu rechtfertigen.

Rhys betonte im Gespräch auch, dass sein aktueller Charakter Tom Loftis in Widow's Bay bewusst stimmlich an seinen Brothers-&-Sisters-Charakter Kevin angelehnt ist: 'Ich wollte ein etwas höheres Register, weil Kevin immer leicht genervt war und die Menschen anflehte, genau wie Tom es tut.'

Rhys zwischen Horror und Psychothriller

Während er auf eine mögliche Brothers-&-Sisters-Fortsetzung wartet, liefert Rhys derzeit gleich auf zwei Fronten starke Leistungen. In The Beast in Me auf Netflix spielt er Nile Jarvis, einen Immobilienmagnaten, dem der Mord an seiner ersten Frau vorgeworfen wird. Der Charakter entwickelt eine beunruhigende Faszination für seine Nachbarin, die trauernde Autorin Aggie Wiggs, gespielt von Claire Danes.

Danes hatte die Miniserie gemeinsam mit Homeland-Showrunner Howard Gordon entwickelt. Sie beschreibt die Besetzung von Rhys als schwierige Aufgabe: Der Schauspieler musste gleichzeitig bedrohlich und anziehend wirken, abstoßend und charismatisch. Für seine Darstellung orientierte sich Rhys an Anthony Hopkins' Hannibal Lecter, insbesondere an dessen eiskalter Ruhe inmitten des Chaos.

In Widow's Bay auf Apple TV+ zeigt Rhys eine völlig andere Seite. Als überarbeiteter Bürgermeister einer verfluchten Insel in Neuengland balanciert er zwischen Horror und Komödie, inspiriert von Werken wie Jaws sowie Klassikern von Stephen King und John Carpenter. Showrunnerin Katie Dippold und Regisseur Hiro Murai gaben ihm den entscheidenden Hinweis: einfach die Realität der Figur spielen, ohne auf Lacher zu schielen.

Rollen, die große Risiken erfordern

Rhys, 51, beschreibt einen Wandel in seiner Herangehensweise ans Schauspiel. In jungen Jahren dominierte die Angst vor dem Urteil anderer. Mit zunehmendem Alter ist daraus eine Freiheit geworden: 'In den Zwanzigern denkt man: Was werden die Leute denken? In den Dreißigern und Vierzigern merkt man: Eigentlich ist es niemandem egal, was man tut oder denkt.' Diese Haltung treibt ihn nun zu größeren Risiken.

Als Vorbilder nennt er Al Pacino und Dustin Hoffman, deren mutige, überlebensgroße Performances er bewusst als Maßstab setzt. Für Rhys bedeutet das, Akzente auszuprobieren, sich lächerlich zu machen und in unbekannte Register vorzustoßen.

Brittany Snow, die in The Beast in Me Niles zweite Ehefrau Nina spielt, beschreibt die Energie am Set als überraschend leicht. Kurz vor intensiven Konfrontationsszenen hätten die beiden noch so laut gelacht, dass ihr die Tränen kamen.

Vollgepackter Terminkalender für Rhys

Neben den beiden aktuellen Serien hat Rhys die Dreharbeiten zur neuen Staffel von Presumed Innocent auf Apple TV+ abgeschlossen. Das juristische Anthologie-Format gehört zu seinen festen Ankern im Seriengeschäft.

Parallel bereitet er sich auf Dragon Slayers vor, ein neues BBC-Drama, in dem er den legendären britischen Investigativjournalisten Harry Evans porträtieren wird. Das Projekt dürfte Rhys' Interesse an Figuren mit gesellschaftlichem Gewicht und moralischer Komplexität bedienen.

Für das kommende Jahr plant Rhys außerdem, sein Soloprogramm über Richard Burton nach New York City zu bringen. Der walisische Schauspieler, dem Rhys selbst entstammt, ist für ihn offensichtlich eine lebenslange Referenz, sowohl künstlerisch als auch kulturell.

Quelle: ABCZuletzt aktualisiert: 07.06.2026, 20:01 Uhr

Artikel geschrieben von:

Lena Bergmann
Autor
Lena Bergmann
Sci-Fi & FantasyMystery-SerienStreaming-Analyse

Lena Bergmann ist Serienredakteurin mit Schwerpunkt auf Sci-Fi- und Fantasy-Formate wie The Witcher und Wednesday.

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