Black Rabbit zieht Uncut Gems als Blaupause heran und dreht die Angst bewusst zurück

Wie viel Uncut Gems steckt in Black Rabbit wirklich? Bateman beschrieb den Safdie-Film als gemeinsamen Nenner für Ton, Schnitt und Klang der Netflix-Serie. Wo die Grenze zwischen Referenz und eigenem Stil liegt, zeigt sich erst über alle acht Episoden.
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'Uncut Gems' als gemeinsamer Bezugspunkt
Jason Bateman spielt in der Netflix-Krimiserie Black Rabbit den Charakter Vince Friedken, einen notorischen Versager mit Glücksspielschulden, fettigem Haar und ungepflegtem Bart. Für die Tonalität und Bildsprache der Serie zog das Team einen klaren Referenzpunkt heran: den Safdie-Film 'Uncut Gems' aus dem Jahr 2019.
Bateman beschrieb den Film als 'guten gemeinsamen Nenner für uns alle', der nicht nur visuell, sondern auch im Schnittrhythmus und in der Klanggestaltung als Orientierung diente. Beide Werke spielen im selben Teil Manhattans, was den Vergleich zusätzlich nahelegt.
Gleichzeitig war dem Team bewusst, dass das konstant hohe Angstniveau von 'Uncut Gems' über acht Episoden hinweg zu viel geworden wäre. Bateman erklärte, man habe die Intensität bewusst dosiert: mal hochgefahren, mal zurückgenommen, sowohl im Bild als auch im Drehbuch.
Noir-Ästhetik statt glatter Hochglanz
Die Kameraleute Igor Martinović und Peter Konczal setzten auf körnige, zurückhaltend ausgeleuchtete Bilder, die der Serie einen Charakter geben, der eher an das Kino der 1970er Jahre erinnert als an zeitgenössische Streamingproduktionen. Das Produktionsdesign stammt von Alex DiGerlando, bekannt aus True Detective.
Bateman als Regisseur übernahm zwar die dunkle Farbpalette, die er bereits aus Ozark kennt, rauete sie für Black Rabbit aber spürbar auf. Das Ergebnis ist ein Look, der Unbehagen erzeugt, ohne aufgesetzt zu wirken.
Diesen visuellen Rahmen zu etablieren war Batemans Aufgabe als Regisseur der ersten beiden Episoden. Serienentwickler Zach Baylin und Kate Susman baten ihn, die Rolle zu übernehmen, die er bereits bei Ozark und The Outsider innehatte: Ton setzen, Konsistenz sichern, andere Regisseure koordinieren.
Bateman als Vince: voller Schuft, doppelte Nominierung
Vince Friedken ist die bisher dunkelste Figur in Batemans Karriere. Wenn wir ihn kennenlernen, wickelt er in einem billigen Reno-Casino einen zwielichtigen Münzdeal ab, der blutig endet. Dann flüchtet er nach New York zu seinem Bruder Jake, gespielt von Jude Law, dem Besitzer eines angesagten Restaurants.
Bateman war sich bewusst, dass das Publikum ihn eher in der Rolle des soliden Bruders Jake erwartet hätte. Doch er hatte eine klare Vorstellung von Vince: 'Er ist ein sehr gebrochener Mensch. Er hat Humor, aber er weiß sehr genau, was für ein Versager er ist.' Diese Verletzlichkeit, die sich im Laufe der Serie durch immer ausweglosere Situationen zeigt, war für ihn der entscheidende Reiz der Figur.
Die Emmy-Akademie belohnte diese Risikobereitschaft doppelt: Bateman erhielt Nominierungen sowohl für seine schauspielerische Leistung als auch für seine Regiearbeit an Black Rabbit. Seinen ersten Emmy-Gewinn hatte er 2019 für die Regie einer Ozark-Episode eingeheimst.
Starkes Ensemble hinter und vor der Kamera
Für die Besetzung der Regiesitze holte Bateman bewährte Mitstreiter. Laura Linney und Ben Semanoff, beide aus der Zusammenarbeit bei Ozark bekannt, übernahmen je zwei Episoden. Den Abschluss der Serie, ein actionreiches Doppelfinale, verantwortete Justin Kurzel, der Jude Law bereits 2024 im Kriminalfilm The Order inszeniert hatte.
Vor der Kamera steht Bateman Jude Law gegenüber, der Jake Friedken verkörpert: den geordneteren, erfolgreichen Bruder, dessen aufgebautes Leben durch Vinces Chaos bedroht wird. Jakes Spielschulden bei einem lokalen Mob-Boss, gespielt von Oscar-Preisträger Troy Kotsur (CODA), gefährden das Restaurant und die gesamte Existenz des älteren Bruders.
Bateman und Law kommen aus grundverschiedenen Schauspieltraditionen. Law formte sich im britischen Theater, Bateman in amerikanischen Mehrkamera-Sitcoms. Trotzdem funktionierte ihre Chemie vor der Kamera sofort. Bateman sagte dazu, das sei 'bei weitem das Einfachste an der ganzen Produktion' gewesen.
Bateman als Regisseur: nächste Projekte
Parallel zu Black Rabbit hat Bateman seine zweite Regiearbeit für das Kino abgeschlossen. Die Kriminalkomödie The Cackling of the Dodos mit Sam Rockwell und Woody Harrelson in den Hauptrollen befindet sich in der Nachproduktion.
Außerdem arbeitet Bateman an der Verfilmung des John-Grisham-Romans The Partner, für die Tom Holland als Hauptdarsteller vorgesehen ist. Bateman beschrieb seine aktuelle Karrierephase als Suche nach Projekten, die genau an der Grenze des Machbaren liegen.
Schauspielerei und Regie schließen sich für ihn dabei nicht aus. Er verfolge beides mit vollem Einsatz, sagte er, und finde gerade in der Kombination beider Disziplinen eine besondere Herausforderung, die ihn antreibe.
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Artikel geschrieben von:

Emma Mueller ist Serienredakteurin mit klarem Fokus auf spannungsgetriebene Formate wie Action, Drama und Mystery.
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