Aya Cash spielt in Vought Rising eine Nazisse, und das ist Absicht
Erste Testzuschauer ohne The-Boys-Kenntnisse mochten Vought Rising trotzdem. Das Prequel mit Aya Cash als Nazisse Stormfront funktioniert also komplett eigenständig. Wer The Boys nie gesehen hat, steht damit nicht außen vor.
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Kripke zieht klare Linie bei Stormfront
Eric Kripke lässt keinen Zweifel an der moralischen Haltung von Vought Rising gegenüber der Figur Stormfront: 'Ich werde das Publikum niemals darum bitten, mit Stormfront zu sympathisieren. Sie ist eine Nazisse, und sie ist abstoßend.' Diese Aussage setzt einen deutlichen Ton für das Prequel, das die Anfänge der Vought-Welt beleuchtet.
Stormfront, gespielt von Aya Cash, besitzt Elektrokinese und die Fähigkeit, Blitze zu erzeugen. In The Boys trat sie dem Team der Sieben bei, verfolgte dabei jedoch eine geheime weißnationalistische Agenda. Im Prequel wird enthüllt, dass sie eigentlich Clara heißt, die Frau von Frederick Vought ist und sich nach Jahren als Liberty neu erfunden hat.
Die Figur bleibt damit eine der komplexesten und dunkelsten der gesamten Franchise, doch Kripke betont: Komplexität bedeutet in diesem Fall keine Entschuldigung. Die Serie wird die Geschichte dieser Figur erzählen, ohne ihr moralische Rehabilitation zu gewähren.
Soldier Boy und seine verborgenen Gefühle
Jensen Ackles kehrt als Soldier Boy zurück, und Vought Rising verspricht, eine bisher kaum gezeigte Seite der Figur zu enthüllen. Kripke deutet an, dass Soldier Boy tiefere Gefühle für Clara hegte, als er ursprünglich zugab, und dass diese emotionale Dimension in der Serie ausführlich ausgelotet wird.
Kripke räumt ein, dass es eine besondere Herausforderung war, Soldier Boy in einem früheren Lebensabschnitt zu schreiben: 'Es war aufregend und gleichzeitig etwas schwieriger, weil ich das Gefühl hatte, den modernen Soldier Boy bereits gut zu kennen und ihn gut im Griff zu haben.' Das Prequel verlangte also auch von den Machern ein Umdenken.
Darüber hinaus wird Vought Rising das angespannte Verhältnis zwischen Soldier Boy und Bombsight beleuchten. Zuschauer werden verstehen, warum die beiden sich gegenseitig so tief ablehnen, und welche gemeinsame Geschichte hinter diesem Groll steckt.
Prequel funktioniert auch ohne Vorkenntnisse
Vought Rising ist als eigenständige Serie konzipiert. Kripke betont ausdrücklich, dass man The Boys nicht gesehen haben muss, um das Prequel genießen zu können. Erste Testvorführungen mit Zuschauern, die die Mutterserie nicht kannten, verliefen positiv: Die Serie überzeugte auch als eigenständiges Werk.
Diese Entscheidung ist strategisch klug. Sie öffnet Vought Rising für ein breiteres Publikum und macht das Prequel zugänglich, ohne den Kern der Geschichte zu verwässern. Wer The Boys kennt, bekommt zusätzliche Tiefe; wer neu einsteigt, bekommt eine vollständige Erzählung.
Showrunner Paul Grellong, der die Hauptverantwortung für die Serie trägt, wird von Kripke ausdrücklich gelobt: 'Paul Grellong, der die Serie leitete, hat einen unglaublichen Job gemacht, diese Figuren und Handlungsstränge auszuarbeiten.' Grellong schrieb die Charaktere der neuen Ära mit großer Sorgfalt.
Finale von The Boys steht bevor
Parallel zum wachsenden Interesse an Vought Rising nähert sich The Boys seinem Ende. Nach der vorletzten Folge in dieser Woche feiert das Serienfinale am 19. Mai 2026 zunächst eine besondere Kinovorführung in 4DX-Kinos, bevor es am darauffolgenden Tag auf Amazon Prime Video erscheint.
Das Finale markiert damit den Abschluss einer Ära für die Franchise, während Vought Rising gleichzeitig den Blick in die Vergangenheit richtet. Antony Starr, bekannt als Homelander aus The Boys, ist ebenfalls Teil des größeren Universums, das Kripke und sein Team aufgebaut haben.
Für deutsche Fans gilt: Ein konkretes Startdatum für Deutschland steht noch aus. Amazon Prime Video ist hierzulande die Heimat von The Boys, weshalb zu erwarten ist, dass auch Vought Rising und das Finale über dieselbe Plattform verfügbar sein werden.
Was Vought Rising vom Original unterscheidet
Vought Rising spielt in einer anderen Zeitepoche als The Boys und zeigt die Anfänge des Vought-Konzerns sowie die frühen Tage seiner Superhelden. Das gibt den Machern die Möglichkeit, bekannte Figuren in einem neuen Licht zu zeigen und gleichzeitig neue Charaktere einzuführen.
Die Herausforderung, bekannte Figuren in jüngeren Jahren glaubwürdig zu schreiben, nahm das Team ernst. Kripke beschreibt den Prozess als spannend, aber anspruchsvoll, weil die innere Logik der Figuren gewahrt bleiben muss, auch wenn sich der äußere Kontext stark verändert.
Mit Paul Grellong als leitenden Autor und Eric Kripke als kreativem Kopf im Hintergrund verspricht Vought Rising eine Serie, die sowohl die Welt von The Boys erweitert als auch für sich allein steht. Ob das Prequel die hohen Erwartungen erfüllt, wird sich zeigen, sobald ein Startdatum für alle Märkte feststeht.
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Artikel geschrieben von:

Nina Wolf ist Redakteurin bei serien.de mit Fokus auf Sci-Fi, Fantasy und Mystery-Formate und langjähriger Streaming-Erfahrung.
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