Archery Pictures und Fremantle setzen bei Moriarty the Patriot auf Prime Video

Sherlock Holmes' größter Feind bekommt endlich seine eigene Serie. Archery Pictures und Fremantle entwickeln Moriarty für Prime Video als modernen Krimiprozedural. Für Fans des Genres bedeutet das: Der berühmteste Bösewicht der Literaturgeschichte steht erstmals im Mittelpunkt.
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Moriarty als Doppelleben-Professor im Norden
Die neue Serie trägt den Arbeitstitel Moriarty und positioniert den Titelhelden als Professor für Kriminalpsychologie an der Universität Durham. Gleichzeitig ist er der Kopf hinter jedem raffinierten Verbrechen im Norden Englands. Dieses Doppelleben bildet den Kern der Serie.
Als ein rivalisierender Krimineller sein Untergrundimperium bedroht, bleibt Moriarty nur ein Ausweg: Er schließt sich der Polizei als Berater an. An der Seite von Detective Imogen Burrows, einer nüchternen Yorkshire-Ermittlerin, bildet er ein unerwartetes Duo, während er seine wahre Identität verbergen muss.
Die Macher beschreiben das Format als moderne Neuerfindung des Kriminalverfahrens, basierend auf dem bekanntesten Bösewicht der Detektivliteratur. Der eigentliche Feind, so viel verrät das Konzept, ist am Ende nicht der rivalisierende Kriminelle.
Cornwell und Lansley schreiben das Drehbuch
Hinter dem Drehbuch stecken Chris Cornwell, bekannt aus A Discovery of Witches, und Oliver Lansley, der zuletzt bei Where's Wanda? tätig war. Beide bringen Erfahrung mit britischen Genre-Produktionen mit.
Archery Pictures, 2014 von Kris Thykier gegründet, ist als Produktionsfirma unter anderem für Operation Mincemeat sowie Fate: The Winx Saga bei Netflix bekannt. Thykier erklärte zur Zusammenarbeit: 'Moriarty will show audiences what it takes to be a criminal genius, combining genre thrills with a playful, dark, and thrilling dive into the psychology of villainy.'
Fremantle übernimmt den weltweiten Vertrieb der Serie. Rebecca Dundon, zuständig für fiktionale Inhalte bei Fremantle, betonte das kommerzielle Potenzial: 'We instantly saw huge potential for a commercial, returning franchise that brings to life one of the more allusive characters in the Sherlock world.' Ein Sender oder Streamingdienst ist bislang nicht angebunden.
Wer spielte Moriarty bisher?
Die Frage nach der Besetzung der Titelrolle ist noch offen. Casting-Entscheidungen wurden noch keine getroffen. Der Charakter hat jedoch eine lange Darstellertradition auf Film und Fernsehen.
Andrew Scott prägte die Rolle zuletzt nachhaltig in Steven Moffats BBC-Erfolgsserie Sherlock. Vor ihm verkörperten Ralph Fiennes, Jared Harris und Eric Porter den Meisterverbrecher auf der Leinwand und im Fernsehen.
Derzeit ist Moriarty gleich in zwei weiteren Produktionen präsent: Dónal Finn spielt ihn bei Prime Video in Young Sherlock, während Randall Park die Figur im CBS-Ableger Watson darstellt. Die neue Fremantle-Serie tritt also in einem bereits belebten Universum an.
Das Sherlock-Universum wächst weiter
Arthur Conan Doyle schuf die Figur des Sherlock Holmes vor über hundert Jahren: vier Romane und 56 Kurzgeschichten bilden das literarische Fundament, aus dem bis heute Serien, Filme und Spin-offs hervorgehen.
Moriarty taucht in diesem Kanon als Gegenpol auf, als intellektueller Ebenbürtiger des Detektivs. Eine Serie, die ihn in den Mittelpunkt rückt, ist dramaturgisch naheliegend, wurde aber bisher nicht konsequent umgesetzt.
Mit Young Sherlock und Watson laufen bereits zwei aktive Ableger parallel. Moriarty würde als dritte große Franchise-Erweiterung hinzukommen und erstmals den Schurken selbst als Hauptfigur über mehrere Staffeln etablieren.
Starttermin und Sender noch offen
Ein konkretes Startdatum steht noch aus. Auch ein Sender oder Streamingdienst, der die Serie ausstrahlen wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt. Fremantle vermarktet das Projekt weltweit und führt Gespräche mit Plattformen.
Das Fehlen eines Partners ist für diese frühe Entwicklungsphase nicht ungewöhnlich. Fremantle hat mit Archery Pictures eine erfahrene Produktionsfirma an der Seite, die zuletzt international sichtbare Projekte realisiert hat.
Sobald ein Sender oder Streamingdienst für den deutschsprachigen Raum feststeht, dürfte das Interesse groß sein: Sherlock-Adaptionen finden seit Jahren ein treues Publikum, und eine Moriarty-zentrierte Erzählung bietet einen frischen Blickwinkel auf das bekannte Universum.
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Artikel geschrieben von:

Sarah Becker analysiert Streaming-Highlights aus den Bereichen Krimi, Drama und Mystery mit geschultem Blick für Erzählstrukturen.
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